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Unbegründete Angst vor Düsenflugzeugen

Von: Günther Sander
Letzte Aktualisierung:

Würselen/Haaren. Deutliche Worte fand die Bezirksvertretung Haaren zum Ausbau des Verkehrslandeplatzes Aachen-Merzbrück: „Wir in Haaren und Verlautenheide wollen diese Maßnahme nicht”, so Bezirksbürgermeister Ferdinand Corsten (CDU).

90 Minuten lang versuchten Uwe Zink (Geschäftsführer der Flugplatz Aachen-Merzbrück GmbH) und Professor Dr. Frank Janser (Lärmgutachten) den Ausbau schmackhaft zu machen. Die Sicherung der Infrastruktur wurde angeführt, das Thema Arbeitsplätze kam zur Sprache und die hervorragenden Standortvorteile wurden angeführt.

33 Dezibel gemessen

Frank Janser sagte, beim Lärm werde es keine Grenzüberschreitungen geben. In der Kaiserstraße in Eilendorf hat der Professor 33 Dezibel gemessen, das sei sehr gering. In Verlautenheide waren es hingegen 55 Dezibel, in Würselen 52 Dezibel. Übrigens sei es der in Merzbrück stationierte ADAC-Rettungshubschrauber, der für eine Erhöhung des Lärms sorge. Besonders an Wochenenden sei eine Zunahme spürbar (nach dem in Berlin hat der Rettungshubschrauber in Merzbrück bundesweit die meisten Starts). Die geplante Segelschleppanlage hingegen werde den Lärm verringern.

Corsten befürchtet, dass demnächst auch Düsenflugzeuge starten und landen. „Die wird es hier nicht geben”, versicherte Zink. Aber private Hubschrauber hat Corsten weiter im Visier. „Das ist ein öffentlicher Landeplatz, der muss auch für sie freigehalten werden”, meinte Uwe Zink dazu.

Ferdinand Corsten schnitt die Wirtschaftlichkeit des Flugplatzes an. Schließlich gebe es in Mönchengladbach und in Maastricht bereits Flughäfen, die in 30 Minuten zu erreichen seien. Uwe Zink sagte dazu: „Mir liegt ein Beschluss vor, den muss ich beachten und ausführen. Ich bin kein Pilot, aber allerorts bekomme ich Bedenken zu hören.”

Und die hat auch die Bezirksvertretung. Ein attraktiverer Platz verursache auch mehr Lärm. Besonders an Wochenenden, da habe man das Gefühl, Rasenmäher würden über Terrassen fliegen, beschwerte sich die SPD. Die CDU sprach gar von „Größenwahn”, sie nannte das Gewerbegebiet Avantis, die Aachen-Arkaden und nun Merzbrück. Wenn mehr Flugzeuge kämen, sei das schon eine Verhöhnung, argumentierten die Grünen, was Dr. Janser von sich wies. Obwohl kein Beschluss vorgesehen war, die Bezirksvertretung hat dennoch einen formuliert: Ausbau Merzbrück? Nein, danke.
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