Umstrittene Thesen von Gabriele Kuby

Von: Birgit Küchen
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Streitbar und umstritten: Gabriele Kuby stieß mit ihren Forderungen in St. Getrud auch auf Protest des Publikums. Foto: Birgit Küchen

Herzogenrath. Ihre Thesen sind bei vielen umstritten. Ebenso klar wie kontrovers bezieht die Publizistin Gabriele Kuby Stellung zu dem Thema „Geschlechtsidentität von Mann und Frau“ und den Normen des sexuellen Verhaltens.

Jetzt war sie der Einladung von Pfarrer Dr. Guido Rodheudt gefolgt, um ausnahmsweise an einem Sonntagabend in der Reihe der „Montagsgespräche“ in St. Gertrud ihre Gedanken vorzustellen.

„Die globale sexuelle Revolution – Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit“ war ihr Vortrag überschrieben. „Sie gilt als eine der wichtigsten Stimmen, die im deutschen Sprachraum für den Erhalt der Schöpfungsordnung im Hinblick auf Sexualität, Ehe und Familie unüberhörbar sind“, betonte Pfarrer Rodheudt.

Spät konvertiert

Kuby wurde 1944 in Konstanz geboren. Von 1964 bis 1967 absolvierte sie an der Freien Universität Berlin ihr Studium der Soziologie, das sie in Konstanz mit dem Magister abschloss. Erst 1996 – nach der Trennung von ihrem Mann, mit dem sie drei Kinder hat – konvertierte Kuby zum katholischen Glauben.

Die katholischen Grundsätze hat sie sich zu eigen gemacht. Das Fundament ihrer These ist die Auffassung, dass die Familie aus einer Ehe zwischen Mann und Frau bestehen müsse, aus der Kinder hervorgehen. Schließlich beruhe die europäische Hochkultur auf christlichen Werten und der Monogamie.

Geschlecht nach Tagesform?

Zu Beginn ihres Vortrags erläuterte Kuby, dass seit 1995 der Begriff „gender“ auftaucht, der quasi ein drittes Geschlecht beschreibt, nämlich die Polarität von Geschlechtern wie von hetero-, homo-, bi- und transsexuellen Personen. Mehr als provokativ stellte Kuby die Frage in den Raum: „Wohin führt uns die sexuelle Revolution?“

Und fügte gleich hinzu: „Es kann nicht sein, dass die Geschlechteridentität sich nach Tagesform richtet.“ Ihrer Auffassung nach birgt die Gleichstellung der Geschlechter eine Gefahr, denn die politisch globale Sexualisierung der Gesellschaft sei ein Angriff gegen die Kultur, den Glauben an Gott, die Familie und letztlich die Freiheit. Kuby: „Sexuelle Freiheit ist der neue Totalitarismus des 21. Jahrhunderts. Dieser trägt dazu bei, dass Menschen depressiv werden, Angstzustände haben und Suizid begehen.“

Weiterhin würde der demografische Wandel und die niedrige Geburtenrate dies begünstigen – und sie befürchtet die Auflösung von Heterosexualität als Norm. Letztlich lägen ihr die Kinder besonders am Herzen. So versteht Kuby als besondere Gefahr „die Sexualisierung der Kinder und Jugendlichen durch den Staat“. Den jungen Menschen würde auf diese Weise die Normalität von Homo- und Transsexualität beigebracht werden, „obwohl dies nur eine Minderheit betrifft“.

Außerdem sehe sie eine Problematik bei dem Thema „Inklusion“, da „die behinderten Kinder kein Erfolgserlebnis haben und die anderen Kinder nicht entsprechend gefördert werden“. Streitbar? Durchaus. Und mehr als das.

Da muss man unterscheiden

Vor allem die letztgenannte Äußerung führte zu vehementen Protesten seitens der Zuhörer. Hier solle man doch wohl zwischen den verschiedenen Behinderungsformen unterscheiden – und gerade an integrativen Schulen könnten die Kinder viel voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen. Denn hier lernt man schon früh die Akzeptanz von Menschen, die anders sind als andere, hieß es aus dem Publikum.

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