Umgestürzte Bäume sind das Hauptproblem

Von: Karl Stüber und Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
7890498.jpg
In Baesweiler hatten Sturm und herunterfallende Äste unter anderem ein Straßenschild kurz vor dem Kreisverkehr bei Neuweiler einknicken lassen. Foto: Stefan Schaum
7890360.jpg
Aufräumen mit der Traktorschaufel: An der Kirchstraße in Alsdorf-Hoengen hatten in der Nacht zum Dienstag etliche Äste die Fahrbahn blockiert. Foto: Dagmar Meyer-Roeger

Nordkreis. Das schwere Gewitter am Abend des Pfingstmontags hat deutliche Spuren im Nordkreis hinterlassen. Mit voller Härte wurde die Stadt Alsdorf gegen 20.10 Uhr getroffen. Bereits mit den ersten Notrufen wurde für die Feuerwehr Alsdorf „Vollalarm“ ausgelöst.

Im gesamten Stadtgebiet wurden mehr als 90 unwetterbedingte Einsätze gezählt. Überwiegend wurden die Kräfte der Alsdorfer Wehr sowie des städtischen Bauhofes zu umgestürzten Bäumen und abgeknickten Ästen gerufen.

In der Eisenbahnstraße in Busch streifte ein Baum das Dach eines Wohnhauses, während am gleichen Ort der Dachgiebel eines Rohbaus einzustürzen drohte. Zur weiteren Unterstützung vor Ort wurde der THW-Ortsverband Alsdorf zur Einsatzstelle beordert.

Ebenso wurde das THW durch die Wehr zur Aldenhovener Straße gerufen, auch hier drohte ein Giebel einzustürzen. In der Goethe-straße stießen zwei Pkw und ein Motorroller zusammen, wobei eine Person leicht verletzt wurde.

Weitere Personenschäden sind glücklicherweise – außer im oben genannten Fall – nicht zu verzeichnen. Die Feuerwehr Alsdorf warnt auch jetzt noch vor Ästen, Laub und sonstigen Hindernissen auf den Fahrbahnen. Ebenso vor herausgelösten und absturzgefährdeten Ästen aus den Baumkronen wird gewarnt.

Uneinsichtige Fahrer

Als besonders kritisch und verwerflich wurde das eigenmächtige Befahren und Ignorieren von abgesperrten Straßenbereichen gewertet. Trotz Verkehrsleitkegeln, Blitzleuchten und Flatterband beseitigten Verkehrsteilnehmer diese eigenmächtig. Insbesondere die damit einhergehende Gefährdung der Einsatzkräfte durch das Verhalten Einzelner sei nicht hinnehmbar, so der Pressesprecher der Alsdorfer Wehr, Christoph Simon.

Zur Verpflegung der rund 70 Einsatz- und Bauhofkräfte wurde das DRK Alsdorf alarmiert. Insgesamt waren die Kräfte von 20.10 Uhr bis 3 Uhr im gesamten Stadtgebiet im Einsatz.

Aufgrund der durch das Unwetter am Pfingstmontag verursachten Schäden sind sowohl der Burgpark als auch der Tierpark vorübergehend gesperrt worden. Auch am Dienstagmittag ging im Burgpark nichts – dort lagen teils mächtige Äste auf den Wegen, die aus den Kronen der alten Bäume gebrochen waren. Im Tierpark konnten sich zur gleichen Zeit die Besucher wieder vergnügen, weil das Team die Aufräumarbeiten flott hinter sich gebracht hatte.

Die Alsdorfer Stadtverwaltung bittet jedoch darum, die Friedhöfe und insbesondere den städtischen Wald zur Zeit nicht zu besuchen, da immer noch die Gefahr von herabstürzenden Ästen besteht. Die Aufräumarbeiten, notwendigen Rodungen und baumpflegerischen Maßnahmen werden schnellstmöglichst durchgeführt werden, hieß es.

Die schweren Unwetterstürme von Montagabend haben auch in Herzogenrath Schäden verursacht und ihre Spuren hinterlassen. Hatte Rodas Feuerwehr bei den Gewittern in der Nacht von Sonntag auf Montag noch ihre Ruhe, so war sie am Montagabend mit allen Löschzügen im Einsatz. Insgesamt gingen innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Notrufe ein, die es abzuarbeiten galt. Überwiegend waren es die klassischen Sturmeinsätze, die gemeldet wurden, wie umgestürzte Bäume, herabgefallene Äste, lose Dachziegel, oder auch ein Partyzelt, welches den Windböen zum Opfer gefallen war und aus einem Baum „geangelt“ werden musste.

Mit der Drehleiter musste einmal im Stadtgebiet Alsdorf „ausgeholfen“ werden. Die Euregiobahnstrecke musste im Bereich von Merkstein gesperrt werden, da mehrere Bäume und Äste auf den Gleisen lagen. Erst am Dienstagnachmittag wurde sie wieder freigegeben. Insgesamt waren in Herzogenrath rund 85 Einsatzkräfte unterwegs, die im Verlauf der Abend- und frühen Morgenstunden insgesamt 29 Einsatzstellen abgearbeitet hatten.

Verzweifelte Lage

85 Helfer hatten auch in Baesweiler gut zu tun. „Die Lage war verzweifelt bis hoffnungslos“, fasst Wehrführer Dieter Kettenhofen am Dienstagmorgen mit Galgenhumor die Ereignisse der Nacht zusammen. Besonders „spektakuläre“ Ereignisse habe es zwar nicht gegeben, aber „Bäume über Bäume“ haben die Einsatzkräfte im Stadtgebiet auf Trab gehalten. Insgesamt 70 Stellen haben sie ansteuern müssen, um größere Äste von der Fahrbahn zu räumen. Mit dem eigentlichen Freischaufeln der Wege und Straßenränder hat der Bauhof begonnen.

Das komplette Schadensmaß konnte Kettenhofen am Dienstag noch nicht überblicken, „aber es ist gut möglich, dass einige Autos und andere Dinge zu Schaden gekommen sind“. Zum Beispiel das große Straßenschild am Baesweiler Ortsausgang beim Kreisel an der L 240. Das bot den Autofahrern am Dienstagmorgen keine Orientierung, weil ein großer Ast es unter sich begraben hatte. Amtshilfe konnten die Baesweiler trotz etlicher Aufgaben noch leisten. Kettenhofen: „Wir hatten genug Reserven, um auch die Alsdorfer Kollegen bei ein paar Einsätzen unterstützen zu können.“

Die Würselener Wehr war mit allen verfügbaren Kräften (66) im Einsatz, wie der stellvertretende Leiter der Feuerwehr und Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit, Ralf Jüsgens, sagte. Bis 0.30 Uhr wurden 38 Einsätze im Stadtgebiet gefahren, zwei weitere am frühen Morgen. An der Südstraße war ein rund 20 Meter langer Baum auf ein Haus gestürzt. Hier wurde zur Räumung der Kran eines Privatunternehmers eingesetzt.

Auf der Hauptstraße in Broichweiden wurde ein Auto von Ästen getroffen. Diverse Dachziegel wurde wieder gesichert oder vorsorglich entfernt, diverse verstopfe Kanäle frei gemacht.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert