Umgehungsstraße B 57n steht weiter in der Kritik

Von: Sigi Malinowski
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Bürgerinformation mal anders:
Bürgerinformation mal anders: Nicht mit dem Finger über Pläne, sondern mit dem Fahrrad durch die Landschaft fuhren Interessierte. Und Bewegung ist ja auch gut für die Gesundheit. Fotos (2): Sigi Malinowski Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Rolf Beckers ist kein „Radfahrer”. Also keiner, der mit angepassten Meinungen durchs Dorf läuft und sie predigt. Der Fraktionsvorsitzende der Baesweiler Grünen hat seine feste Wertung zum Thema Umgehungsstraße B 57n. „Reine Verschwendung von Steuergeldern”, lautet die Meinung des Politikers.

Bevor sich Beckers zu einer „öffentlichen” Radtour an und auf der neuen Straße in den Sattel schwang, betonte er: „Der Nutzen dieser Straße ist politisch umstritten. Ich bin Ihnen aber keinesfalls böse, wenn sie eine andere Meinung haben.”

Die B 57n, die unter anderem auch den Nutzen haben soll, den innerörtlichen Verkehr (insbesondere Schwerlastverkehr) aus Setterich herauszuhalten, misst 7,2 Kilometer. Sie beginnt nahe Immendorf und endet an der 2004 freigegebenen Umgehungsstraße 240n zwischen Neuweiler und Merkstein. Das gesamte Stück radelten Beckers und 16 weitere Interessierte in gut zweieinhalb Stunden ab, mit Fachvorträgen garniert. Beckers bediente sich unter anderem eines Planes, den er seinen Mitfahrern erläuterte und danach einen ganzen Fragenkatalog produzierte.

Zunächst führte die Exkursion nach Setterich. Dort erläuterte der Grünen-Chef, wo die L 50n einmal entlanggeführt werden soll und welche Verkehrsströme sich in und um Baesweiler auftun. Zählungen haben ergeben, dass allein in Baesweiler 14.000 Fahrzeuge zugelassen sind. Geht man davon aus, dass diese dreimal täglich aus unterschiedlichen Gründen genutzt werden, kommt man auf einen Durchfluss von 42.000 Pkw.

Vorhandene Straßen ausbauen

„Diese Schätzungen beinhalten noch nicht einmal den Durchgangsverkehr”, betonte Beckers. Gerade dieser Durchgangsverkehr von Lkw und anderen Großfahrzeugen solle aus Setterich herausgehalten werden. „Die Stadt Baesweiler klammert sich daran, dass sich die Situation deutlich entlasten wird, wenn die L 50n gebaut und freigegeben ist”, erläuterte Beckers. Die Fertigstellung dieser Straße werde aber nach seiner Meinung „von Jahr zu Jahr weiter nach hinten geschoben und niemand weiß, wann sie denn mal fertig sein soll”.

Bei Vorstellung der Pläne am Neuen Markt in Setterich - dort soll die Durchfahrtsstraße beruhigt, verengt und mit breiteren Parkbuchten versehen werden - hakte „Reiseteilnehmer” Friedrich Kayser unter anderem ein und äußerte seine Auffassung: „Man sollte vorhandene Straßen weiter ausbauen und nicht immer nur grundsätzlich enger machen.” Ein weiterer Mitfahrer stellte die Frage, „ob man innerhalb Setterichs nicht mit einer Auffächerung des Verkehrs” bessere Ergebnisse erzielen kann und dadurch eine Umgehungsstraße wie die B 57n überflüssig macht.

Von Setterich radelte der Tross weiter zum Puffendorfer Kreuz, um sich von Beckers die Pläne zur Umgehungsstraße näher erläutern zu lassen. „Wenn man die 50n beispielsweise weitergeführt hätte, würde man eine weitere Umgehung nicht brauchen”, argumentierte Rolf Beckers.

Am „Ziel” (zwischen Immendorf und Floverich beginnt die B 57n) angekommen, rückte Rolf Beckers mit Zahlen heraus. Der erste Spatenstich erfolgte im August 2008. „Eigentlich sollte die Straße 2011 fertig sein”, nannte Beckers seinen Wissensstand. Nun sei es aber so, dass das erste Teilstück bis zum Herbst dieses Jahres wohl freigegeben wird. Nach seiner Einschätzung wird die komplette Straße „erst im Jahr 2013 fertig sein”.

Nach Luft schnappen musste mancher Teilnehmer („Wer bezahlt das eigentlich?”) bei der voraussichtlichen Endsumme. „Ursprünglich waren 9 Millionen Euro veranschlagt, aber inzwischen ist man über 12,1 Millionen Euro bei 19,8 Millionen Euro angelangt”. Auf dem „edlen” Untergrund strampelte die Exkursion dann über Beggendorf durch Feldwege bis zum Endteilstück das noch gebaut werden muss.

Beckers sagte: „In den ursprünglich kalkulierten 12 Millionen Euro waren allein sieben neue Brücken vorgesehen”. Dass eine 8. Brücke, die durch den Rückzug der Alsdorfer am Neubauprojekt fällig wird, über 7 Millionen Euro kosten könne, entwickelte bei Beckers nur ein vieldeutiges Grinsen. Bei Mitfahrern wie Helmut Kalle, Fred Michels und anderen aber auch . . .
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