Umgehung steckt im Stau

Von: tv
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Herzogenrath. Schon lange wird sie kontrovers diskutiert, etwas Konkretes gibt es jedoch noch nicht - die Umgehungsstraße B258n, die dereinst auf Aachener Stadtgebiet von der niederländischen Grenze an Horbach vorbei quer durchs Heydener Ländchen nach Richterich führen soll.

In einem gemeinsamen Antrag haben CDU und FDP nun einen Vorstoß unternommen, um nach Darlegung des Sachstands, „alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die B258n auf den Weg zu bringen und zu realisieren”: Beide Parteien halten die umstrittene Straße für „dringend notwendig” zur Entlastung des Durchgangsverkehrs, sehen in ihr auch „ein positives Signal für weniger Emissionsbelastungen für die Bürgerinnen und Bürger” sowie „eine sehr wichtige Weichenstellung für den Wirtschaftsstandort Herzogenrath”.

SPD, Grüne und Linke sehen das bekanntlich anders. Sobald die Zahlen des in Rede stehenden neuen Gutachtens zur verkehrlichen Auswirkung der Straße vorliegen, soll sich der Fachausschuss erneut der Materie annehmen und erstmals Grundsatzbeschluss treffen, so der mehrheitliche Beschluss des Bau- und Verkehrsausschusses.

Seit Jahrzehnten sei im Stadtrat bereits bekannt, dass Herzogenrath eine Verkehrsentlastung in Form einer Umgehungsstraße brauche, hatte CDU-Fraktionschef Reimund Billmann argumentiert. Auf der Roermonder Straße liege die zweithöchste Belastung einer Landstraße in ganz NRW. Und die FDP führte ins Feld, die Situation sei zu Stoßzeiten auf den Hauptverkehrsadern „katastrophal”.

Dr. Bernd Fasel, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen, sah das ganz anders: In Zeiten der schwarz-grünen Kooperation habe sich verkehrstechnisch viel getan, die Zustände seien alles andere als katastrophal, stellte er zum einen fest. Die FDP solle es daher unterlassen, den Standort schlecht zu reden. Nach Ansicht der Grünen-Fraktion, die während der Zusammenarbeit mit den Christdemokraten in diesem Punkt vertraglich festgelegt eigene Wege gehen durfte, führe die B258n eher zu einer Verstopfung der Kohlscheider Straße als zu einer Entlastung vom Durchgangsverkehr. Die Zahlen sprächen eine deutliche Sprache: In den vergangenen Dekaden sei die Belastung auf der Roermonder Straße um zehn Prozent zurückgegangen, Messergebnisse hierzu lägen vor. Das beweise, dass die Verkehrspolitik der vergangenen Jahre funktioniere.

Die Planungen zur B258n sind in der Landesbedarfsplanung des Bundes in die Dringlichkeitsstufe 2 eingeordnet worden. Der Landesbetrieb Straßen NRW sehe sich deshalb „zur Weiterplanung verpflichtet”, hatte die Verwaltung denn auch in ihrer Beratungsvorlage dargelegt.

Der angepeilte Grundsatzbeschluss wird aber noch auf sich warten lassen. Belastbare Zahlen der neuen Erhebung werden frühestens ab Frühjahr 2012 vorliegen.
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