Würselen - Turbulente Szenen bei "Bühnenreif"

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Turbulente Szenen bei "Bühnenreif"

Von: mas
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Wer ist denn hier der Richtige? Schon bei den Proben zu ihrem neuen Bühnenstück geht es bei der Theatergruppe Bühnenreif turbulent zu. Da lässt sich erahnen, auf was sich die Zuschauer bei den Aufführungen freuen können. Foto: Sigi Malinowski

Würselen. Jonas ist ein aufgeweckter Bursche. Der achtjährige Grundschüler behauptet glatt, schon mal bei den Proben „ausgeholfen“ zu haben. Den Landstreicher Sigi – es ist die Rolle von Wilfried Bonn – würde Jonas Kirsch bei Bedarf auch mimen. „Ich habe Wilfried schon mal vertreten“, sagt der Schüler der KGS Schmiedstraße. An diesem Probenabend ist das Maskottchen zusammen mit der Theater AG Bühnenreif fast komplett im Pädagogischen Zentrum des Heilig-Geist-Gymnasiums versammelt.

Es herrscht eine gute Stimmung unter den Darstellern. Auch weil der putzige Bub und Sohn von Darstellerin Andrea Kirsch mit einigen kessen Sprüchen („darf ich mit aufs Foto?“) die probende Gesellschaft aufmischt. Kathrin Goertz hat Kuchen mitgebracht. Der wird erstmal verdrückt, bevor man sich einspielt.

Nicht strikt nach Manuskript

Gut vier Monate hat das Ensemble nun schon am neuen Stück „Bühnenreifs Traumschiff“ geprobt. So, wie sie es schon seit 16 Jahren machen. Nicht immer streng nach Manuskript. „Wir kleben nicht am Text. Viel wichtiger ist, dass wir uns freispielen“, erklärt Wilfried Bonn, einer der Lehrer im Team. Das Ensemble bestand in Gründungstagen im Kern aus Absolventen des Abiturjahrgangs 1996, welche im Literaturkurs des Heilig-Geist-Gymnasiums ihre Begeisterung für das Schauspielen entdeckt haben. Die derzeitige Mannschaft hat Teilnehmer, die aus Bonn, Düsseldorf, Köln, Aachen und Broichweiden kommen. „Hieraus ergeben sich schon mal Probleme, die Probentermine festzulegen““, sagt Wilfried Bonn. Zumal man in der finalen Phase täglich übt.

Thomas Eikermann ist ebenso wie die anderen stolz, Teil dieses Ensembles zu sein. „Wir motivieren uns gegenseitig, um dann zur Aufführung noch mehr aus uns herauszukommen.“ Bestückt ist die Komödie mit ganz viel Musik aus den unterschiedlichsten Genres. Natürlich wird auch viel Weidener Lokalkolorit ins Stück eingebracht. Einen Regisseur gibt’s dabei nicht, das machen alle gemeinsam. Und wie man plötzlich zu den Haupt- oder Nebenrollen aufsteigen kann, beschreibt Anna Mathieu (eine der Kegelschwestern im Stück). Sie war ursprünglich Kassiererin in der verschworenen Gemeinschaft und steht nun als „schwerhörige Dame“ ganz vorn im Rampenlicht.

Pikante Details

Und um was geht es auf dem Traumschiff genau? Um die turbulente Klärung pikanter Dinge. Dem Zuschauer wird geboten, in spannender, ja sogar abenteuerlicher Atmosphäre den Hauch der großen weiten Welt zu erleben. Für Sascha von Hehn, Kapitän der „M.S. Lucia“, ist dies Routine, auch wenn es bei seiner Vorliebe für hübsche Frauen und Champagner nicht gerade danach aussieht, denn in Wahrheit führt der einzig zuverlässige 1. Offizier Sören Sörensen die Geschicke der Seefahrt an Bord.

In froher Erwartung der – aus Sicht des Personals längst überfälligen – Frühpensionierung des von Hehn, begibt man sich auf eine letzte große Fahrt nach Bali. Doch als sich der werte Herr Kapitän in einem der Rettungsboote wieder mal mit einem weiblichen Passagier vergnügt, werden beide, wegen einer Rettungsübung auf hoher See, kurzerhand zu Wasser gelassen. Infolge einer – wie sollte es anders sein – unglücklichen Verkettung ebenso unglücklicher Umstände fehlt natürlich beim Einholen der Boote das Boot mit dem Kapitän und seiner Begleiterin. Eine Panik an Bord eines ohne Kapitän geführten Kreuzfahrtschiffes muss unbedingt verhindert werden. So fällt dem 1. Offizier des Schiffes nichts Geistreicheres ein, als ausgerechnet Sigi, einem Landstreicher, der die Reise inklusive Taschengeld bei einer Tombola gewonnen hat, den Passagieren als Kapitän unterzujubeln. Doch die Turbulenzen beginnen erst jetzt so richtig, denn Sigi, der inmitten der feinen Gesellschaft anfangs allenfalls geduldet war, genießt nun sichtlich das Ansehen, vor allem aber die beachtliche Wirkung einer Kapitänsuniform und lässt natürlich das Publikum an diesem lustigen Genuss kräftig teilhaben. Doch wird das Schiff seinen Hafen erreichen? Wird der echte Kapitän mit seiner charmanten Begleitung und seinem Rettungsboot überhaupt jemals irgendetwas erreichen? Und was treibt Sigi so alles mit der ihm ausgelieferten Besatzung? Das klärt sich am letzten März-Wochenende...

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