Würselen - Trotz Kind den Weg in den Job zurückfinden

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Trotz Kind den Weg in den Job zurückfinden

Von: Conny Stenzel-Zenner
Letzte Aktualisierung:
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Sie wollen Müttern den Wiedereinstieg in den Beruf in öffentlichen Verwaltungen erleichtern: Katharina Junglas, Silke Tamm-Kanj und Bürgermeister Arno Nelles (von links). Foto: ny

Würselen. Schwanger werden, ohne seine Arbeitsstelle zu verlieren. Schwanger werden und gut vom Arbeitgeber begleitet werden. Schwanger werden und genau dann auf seine Position zurück zu kehren, wenn man möchte: Das soll nicht mehr nur der Wunsch von Müttern sein. Deshalb gibt es nun eine 32-seitige Broschüre, die Gesprächsleitfäden, Tipps und Muster-Anweisungen zusammenfasst für Arbeitgeber.

Unter dem Thema „Wiedereinstieg in den Beruf – familienbewusste Personalpolitik in öffentlichen Verwaltungen“ ist ein Projekt verschriftlicht, das gemeinsam mit Verwaltungen, Personalleitungen, Personalräten und Gleichstellungsbeauftragten in der Städteregion Materialien während und nach der familienbedingten Erwerbsunterbrechung bereitstellt.

Warum hat das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen dieses Projekt gefördert? „Weil Familienfreundlichkeit ein wichtiger ökonomischer Standortfaktor, besonders in Zeit des demografischen Wandels, ist“, sagt Silke Tamm-Kanj, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Würselen, die mit der Projektleitung beauftragt war.

So galt immer der öffentliche Dienst als besonders familienfreundlich. Geregelte Arbeitszeiten, hohe Arbeitsplatzsicherheit und gesetzliche Regelungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind wichtige Säulen, wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht. „Andererseits erschweren die zurzeit in vielen Kommunen anstehenden massiven erforderlichen Haushaltskonsolidierungen die Wiederbesetzung von Stellen, wenn Eltern eine berufliche Auszeit einplanen“, betont Tamm-Kanj. Der öffentliche Dienst sei einer der wichtigsten Arbeitgeber für Frauen und somit die Frage des Wiedereinstiegs eine entscheidende.

„Der hohe Frauenanteil im öffentlichen Dienst ist bei dieser Thematik eine Herausforderung und zugleich eine wichtige Ressource im Zusammenhang mit dem Fachkräfteengpass“, sagt Bürgermeister Arno Nelles. Deshalb sei es eine wichtige Maßnahme, hoch qualifizierten Frauen, die im öffentlichen Dienst gut repräsentiert seien, mittels eines strukturierten Verfahrens den Wiedereinstieg und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. So zeige die Beschäftigungsstruktur in vielen Verwaltungen eine starke Überalterung, „weshalb klar ist, dass in den nächsten fünf bis zehn Jahren Fachkräfte gesucht werden“, bekräftigt Nelles.

Viele Städte beteiligt

Ob Elternzeit oder Pflegezeit für Angehörige: Die Zeit des Ausstiegs, die Phase der Freistellung und des Wiedereinstiegs müssen gut geplant und strukturiert werden. Deshalb haben sich verschiedene Verwaltungen beteiligt: Die Stadt Aachen, die Städteregion, die Stadt Alsdorf, die Stadt Eschweiler, die Stadt Stolberg, die Stadt Herzogenrath, die Stadt Würselen und auch das Kompetenzzentrum „Frau und Beruf“ der Region Aachen.

Nun sind Gesprächsleitfäden erarbeitet, Informationen zusammengetragen und auch eine Dienstvereinbarung entworfen worden, damit der Aus- und Wiedereinstieg gut strukturiert und gesteuert werden kann.

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