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Trio „Improvisite” in Baesweiler Burg ruft Publikum auf Plan

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
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Diese Szene täuscht: Eigentlich kannten die Jungs der „Improvisite” beim Auftritt in Baesweiler kein Halten. Foto: Daniel Gerhards

Baesweiler. Ein Publikum, das einfach still dasitzt und andächtig lauscht, ist beim Trio „Improvisite” eindeutig fehl am Platz. Die Kölner forderten bei ihrem Auftritt in der Baesweiler Burg die volle Anteilnahme ein. „Ihr müsst immer wieder mal was reinrufen, sonst wird das hier ziemlich langweilig!”

Stichwortgeber

So wurden die Zuschauer beim Termin in der Reihe „Kultur nach Acht” zu Stichwortgebern, Regisseuren und Akteuren. Wünsche erfüllten Thomas Wansing, Markus Lürick und Matthias Brandebusemeyer prompt. Ein Zuruf genügte, und schon warfen sich die Darsteller mit vollem Körpereinsatz in ihre Szenen.

Die drei munteren Kölner spielten etwa einen deftigen Beziehungsstreit, bei dem sie munter zwischen den Sprachen aller Erdteile hin und her wechselten. Einen anderen Sketch wiederholten sie gleich fünf Mal. Bei jedem Durchgang steigerten sie die Geschwindigkeit, so dass die Spielzeit schließlich von einer Minute auf nur eine Sekunde zusammenschrumpfte.

Weiteres Highlight im improvisierten Programm: Ein Gebärdensprachendolmetscher erklärt springend, stürzend und rollend die Vorzüge des Hobbys Angeln.

Mit viel Witz und Charme bezogen die Akteuere ihr Publikum in das Programm ein. In Sekundenschnelle konnten sich dabei ganze Szenen ändern.

Ein mittelalterlicher Marktplatz wurde zur Musicalbühne und „Die Sendung mit der Maus” zur Pferdesendung „Fury”. Bisweilen waren die Einfälle der Improvisationskünstler so überraschend, dass sie ihr Lachen selbst nicht zurückhalten konnten.

So froren die Künstler mit der Zunge am Laternenpfahl fest, sie handelten auf dem Schwarzmarkt mit der „dicken Luise”, einer fest bis mehlig kochenden Kartoffel, oder suchten pantomimisch ein argentinisches Zaubersalz.

Regionales Flair

Eine besondere Szene mit regionalem Flair gab es ebenfalls: Ein Jugendlicher leistet Sozialstunden im Carl-Alexander-Park ab. Warum?

Er hatte den Rollator einer alten Dame umlackiert! Dabei sprangen die Jungs der „Improvisite” stimmgewaltig zwischen den Genres Jazz, Oper und Samba umher.

Zum Schluss gab es gar noch ein spontan entwickeltes Märchen: „Der Schmetterling mit dem Sprachfehler.” Dabei füllten die Baesweiler einen Lückentext der Künstler so aus, dass Markus Lürick bis Karneval wohl noch eine Menge Berliner mit Sektfüllung wird backen müssen. Zunächst flog er aber unter dem Applaus der Zuschauer auf dem Rücken eines lispelnden Zauberschmetterlings aus dem Saal.
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