Tommy Emmanuel verzaubert seine Zuhörer auf Burg Wilhelmstein

Von: Sebastian Dreher
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Virtuos und plauderfreudig: Tommy Emmanuel und seine Gitarre sind eine Einheit. Foto: Sebastian Dreher

Würselen. Allein die Art wie Tommy Emmanuel die Bühne betritt, lässt erahnen, mit welcher Power und Dynamik er die nächsten gut 100 Minuten füllen will.

Einige leichtfüßige Sprünge, die Hand zum Gruß erhoben, schließlich ein „Guten Abend” mit sympathischem „Outback”-Akzent. Der australische Ausnahmegitarrist und Entertainer lässt es mit seinem ersten Song „Angelina” noch ruhig angehen - doch jeder im Publikum erkennt sofort, mit welcher Klasse von Musiker er es zu tun hat.

Emmanuel, der schon als Vierjähriger mit dem Gitarrenspiel begann und zwei Jahre später auf nahezu professionellem Niveau spielte, war Anfang der 80er Jahre Mitglied der damals sehr populären Band „Dragon”, später Begleitmusiker von Tina Turner und mit Stars wie Eric Clapton, Stevie Wonder und Michael Bolton auf Tour.

Kostenlos in Lippstadt

„Als ich meinem damaligen Manager sagte, dass ich eine Soloplatte nur mit Gitarre aufnehmen möchte, hielt der mich für verrückt”, lässt Emmanuel die gut 1000 Zuhörer auf Burg Wilhelmstein über die Anfänge seiner Solokarriere wissen. „Glücklicherweise ließ mich ein Freund in seinem Studio in Lippstadt aufnehmen - und das kostenlos.”

Auch das erklärt die enge Verbundenheit mit seinen deutschen Fans, die er im Lauf des Konzertes mehrmals liebevoll „meine deutschen Kumpels” nennt. Doch all diese Vertrautheit kann nicht die Tatsache verdecken, den wahrscheinlich besten Gitarristen des Erdballs vor Augen und Ohren zu haben, dessen Stil so vielfältig ist, dass er sehr treffend mit „quer durch den Garten virtuos” beschrieben werden kann.

Das bluesige „Just an old fashioned lovesong”, das klassisch anmutende „Borsalino” und das furiose, flamencohafte „The hunt” geben einen Eindruck dieser vielen Facetten. Eine Interpretation von „Somewhere over the rainbow” verfehlt ihre Wirkung ebenso wenig wie ein Medley aus Beatles-Stücken von „Day Tripper” bis „Here comes the sun”.

Gesprochene Texte sowie eine ohne Gitarrenbegleitung gesungene Ballade sorgen bei vielen Zuschauern für Ergriffenheit. Spätestens bei den für Tommy Emmanuel typischen Percussioneinlagen, bei denen er mit Händen, Schlagzeugbesen und Kopf auf Gitarre und Mikrofon einhämmert, geraten die Besucher vollends ins Schwärmen.

Der Weg hört nicht auf

Auch Burg-Betreiber Ulli Pesch - übrigens selbst mit der Gitarre durchaus vertraut -, ist begeistert. „Vor zwei Jahren kamen nur 500 Zuschauer zu seinem Konzert. Dieses Mal hätten wir noch viel mehr als die 1000 Tickets verkaufen können. Wir haben sogar Bestellungen aus China bekommen.”

Außer Frage steht, dass Tommy Emmanuel in seiner 40-jährigen Bühnenkarriere stetig nach oben geklettert ist und jetzt als Musiker und Entertainer in seinem künstlerischen Zenit steht. „Der Weg hört erst auf, wenn man mich ins Grab legt”, nennt der Künstler sein Motto. Das lässt auf viele Konzerte in der Zukunft hoffen. Hoffentlich wieder auf Burg Wilhelmstein.
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