Tiere stecken die Kälte locker weg

Von: Niklas Delens
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Alsdorf. Sobald Lena Emonts-Holley das Gehege betritt und durch den Schnee zur Futterstelle stapft, kommen sie alle angelaufen. Angeführt werden die Rehe dabei von „Fix“ und „Foxi“, den beiden Ziegen. Hungrig stürzen sich die Tiere auf das Futter, das ihnen die Tierpflegerin des Alsdorfer Tierparks in den Trog schüttet. „Wenn der Park eingeschneit ist, haben wir definitiv mehr Arbeit“, sagt sie.

Durch den Schnee und die Kälte warten einige Aufgaben mehr pro Tag auf die Tierpflegerin. Eine davon ist es, jeden Morgen das Eis in den Wassertränken zu brechen. Anschließend müssen diese noch gesäubert werden, damit die Mitarbeiter frisches, lauwarmes Trinkwasser für die Tiere aufgießen können. Ein weiteres Problem bei der Wasserversorgung ist die Wasserleitung selbst. „Es besteht bei dieser Kälte andauernd die Gefahr, dass die Leitungen platzen“, sagt Lena Emonts-Holly.

Das Gebäude neben dem Ziegengehege ist derzeit die einzige Versorgungsstation, dort werden auch die meisten Vorräte gelagert. Alle übrigen Leitungen sind aus Sicherheitsgründen abgedreht. Das bedeutet aber, dass alle Mitarbeiter von dort aus das Wasser in die Gehege schleppen müssen.

Allerdings habe niemand gesundheitliche Probleme durch die Arbeit im Winter. „Das härtet uns eher ab“, sagt die Tierpflegerin. Dabei sei wetterfeste Kleidung sehr wichtig. Trotz der Mehrarbeit muss sie keine Überstunden machen. „Meistens habe ich um 16 Uhr Feierabend.“ Zudem betont sie, dass der Schnee und die zum Teil glatt gefrorenen Wege kein Horrorszenario sind. Um dem Glatteis vorzubeugen, besitzt der Alsdorfer Tierpark sogar spezielles, tierfreundliches Streusalz. Auf bestimmte Substanzen, die im gebräuchlichen Streusalz vorhanden sind, reagieren Enten und andere Tiere nämlich empfindlich.

Ebenfalls bekommen die meisten Tiere derzeit mehr Futter als gewöhnlich, aber auch da „ist es je nach Tier variabel“. Für Lamas, Enten und schon gar nicht für die sibirische Schneeeule ist der Winter ein Problem. Bloß dem armen Waschbär macht der Winter zu schaffen. „Die Waschbären sind im Gegensatz zum Frühling und Sommer viel ruhiger und schlafen mehr als gewöhnlich, obwohl sie keinen Winterschlaf halten“.

Schön sieht es derzeit aus im Park, ein großes, weißes Panorama. Komisch bloß, dass das kaum einer sehen will. „Kommt der Schnee, bleiben die Besucher aus.“ Die Tierpflegerin wundert das. „Ich finde den Park jetzt besonders reizvoll.“ Ein paar Besucher gibt es aber. Wie den 60-jährigen Günther Schunk aus Alsdorf. „Früher war ich oft mit den Kindern hier. Auch, weil ich den Tierpark sehr schön finde. Außerdem wohne ich direkt vor der Tür, da bietet es sich an, diesen Weg zu laufen.“ Und vielleicht tun das ja bald noch ein paar mehr.

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