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Thema Einzelhandelszentrum Langenberg vertagt

Von: Beatrix Oprée
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Wo ist denn der Markt? Zu Fuß würden Kunden eines möglichen Vollsortimenters am Langenberg (Bild) wohl kaum bis zur Südstraße gehen, sagen Kritiker der Verwaltungsvorschläge. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Noch Beratungsbedarf: In den Januar verschoben worden ist die von der Verwaltung vorgeschlagene Festsetzung eines „zentrumsverträglichen Sondergebiets für großflächigen Einzelhandel mit dem Sortiment Lebensmittel“ für den Bereich des ehemaligen Kaisers-Supermarktes am Langenberg, die im jüngsten Umwelt- und Planungsausschuss im Zuge des Bebauungsplans Kohlscheid Zentrum-Langenberg auf der Tagesordnung stand.

Unter anderem noch mit den in Rede stehenden Investoren sprechen zu wollen, führte Stadtverordneter Stefan Becker (CDU) für die große Koalition als Begründung des entsprechenden Antrags an.

Hoffnung auf „etwas Gutes“

Von einem „zarten Pflänzchen“ sprach Dr. Manfred Fleckenstein (SPD), das sich da entwickele. Und: „Wir hoffen, dass etwas Gutes dabei herauskommt.“ Dabei hatte er auch die klare Stellungnahme des Werberings im Blick, der sich bereits mehrfach eindeutig gegen die Pläne für ein Einzelhandelszentrum mit Lebensmittelsegment am Langenberg ausgesprochen hat, weil die Einzelhändler befürchten, dass durch eine Sogwirkung dorthin den Geschäften im Bereich Markt sowie Süd- und Weststraße das Wasser abgegraben werde.

In einem vom Vorsitzenden Christian Thies unterzeichneten Schreiben an Bürgermeister Christoph von den Driesch und den Technischen Beigeordneten Ragnar Migenda hatten die Mitglieder des Werberings ihre Sorgen Anfang November nochmals zusammengefasst: Damit die Idee, an beiden Standorten, nämlich Markt und Langenberg, Einzelhandel zu etablieren, funktioniere, legt Thies darin dar, dürfe nur am Markt ein Lebensmittler mit seiner Magnetfunktion Platz finden und müsse am Langenberg die Möglichkeit zum Bau eines Lebensmittelmarktes „rechtlich ausgeschlossen sein“.

Die Verwaltung indes verweist in ihrer Sitzungsvorlage darauf, sich vor dem Hintergrund der bislang „erfolglosen Suche“ nach einem Betreiber für ein Lebensmittelgeschäft im Bereich Markt/Weststraße „positioniert“ zu haben: in Form einer Empfehlung, im Bebauungsplan II/66 „Kohlscheid Zentrum-Langenberg“ eben das eingangs erwähnte „zentrumsverträgliche Sondergebiet“ mit dem Sortiment Lebensmittel vorzusehen.

Mit Bezug auf diese Forderung und die möglicherweise heranwachsende Konkurrenz zu den Geschäften auf dem Markt betonte Uli Rennen, sachkundiger Bürger der FDP im Fachausschuss, den Werbering „sehr ernst“ zu nehmen. Weitere Beratungen zum Thema begrüßend, zog er eine Parallele zur Kaufland-Ansiedlung in Herzogenrath-Mitte und die so entstandene Konkurrenzsituation zum Einzelhandel an der Kleikstraße.

Der Verweis auf den Werbering wiederum rief, „bei allem Respekt“, Reimund Billmann (CDU) auf den Plan: Kohlscheid, so stellte er fest, habe – abgesehen von den Mitgliedern des Werberings – rund 20.000 Einwohner: „Vielleicht sollte man die auch ernst nehmen“, lenkte er den Blick unter anderem auf das Parkplatzpotenzial am Langenberg. Rennen konterte mit der Feststellung, dass die Distanz vom Langenberg zum Markt „genau die Entfernung sei, die ein Fußgänger nicht mehr geht“ und stellte klar, dass ein attraktives Zentrum am Markt auch von Vorteil für eben jene 20.000 Kohlscheider sei.

Walter Breuer, als Vorsitzender des Stadtmarketings im Umwelt- und Planungsausschuss vertreten, erinnerte schließlich nochmals daran, dass sich auch sein Gremium bereits nachdrücklich gegen einen Lebensmittelmarkt am Langenberg ausgesprochen habe. Auch er lenkte den Blick auf die Kleikstraße, die durch den Vollsortimenter Kaufland „zum Sterben verurteilt“ sei: „Das wollen wir in Kohlscheid nicht sehen!“

Sorgenvoll zeigte sich auch Folker Moschel (Grüne): Ein Vollsortimenter werde am Langenberg geplant, immerhin von einer Größe über 2500 Quadratmetern Verkaufsfläche.

Flächengrößen seien noch gar nicht genannt worden, stellte der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda hingegen fest: „Damit sind noch alle Möglichkeiten offen.“ Wie zuvor schon Fachbereichsleiter Stephan Mingers drängte auch er auf die Zeit: „Je länger man wartet, tut man dem Zentrum von Kohlscheid auch nicht gut.“

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