Theaterworkshop im Haus Setterich: Junge Talente spielen Senioren

Von: Stefan Schaum
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Schlimmer Rücken, Aua im Knie: Die leidgeplagten Reise-Rentner verkörpern Josua, Philipp und Lennard mit vollem Körpereinsatz. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Richtige Opas heißen Rudi, Wilhelm oder Jupp. Und sie mögen Schwarzwälder-Kirsch-Torten, Pils-Schuss und Kegelbahnen. So stellen sich das jedenfalls die 43 Kinder vor, die derzeit beim ersten Theater-Workshop im „Haus Setterich“ ein ziemlich quirliges Stück vorbereiten. In dem spielen reiselustige Senioren eine große Rolle.

Das Rentner-Trio will eigentlich bloß für ein paar Tage in die Eifel – und landet dummerweise in Professor Pisinus’ sagenhafter Beam-Maschine.

Die spuckt die Reise-Opas aus, wo sie gerade will. Mal im Dschungel, mal in Saint-Tropez und mal in New York. Dort treffen die Drei allerhand seltsame Typen. Was die sagen, was sie tragen und wie sie reagieren – das tüfteln die acht- bis 14-jährigen Kinder seit Montag aus. Dabei machen sie Tempo, denn bereits am kommenden Freitag, 23. August, wird um 13 Uhr das Stück im DRK-Stadtteilbüro an der Emil-Mayrisch-Straße aufgeführt.

Klar, dass es dazu Tipps braucht. Die haben Schauspielerin Stefanie Otten aus Neuss und die Theaterpädagogin Tanja Meurers vom Aachener „DasDa“-Theater zur Hand. Otten: „Zu Beginn war nur klar, dass es ums Thema Reisen gehen sollte. Und schon nach ein paar Minuten haben drei Jungs gesagt, dass sie gern mal Senioren spielen würden, die auf große Fahrt gehen.“

Sprechtraining, Mimik und Gestik

Ihre Sache machen Philipp, Josua und Lennard wirklich klasse. Wie tattrig sie mit ihren Gehstöcken hantieren. Wie leidend sie schauen, wenn sie von ihren Wehwehchen erzählen. „Das macht ihr richtig gut, Jungs. Ihr könnt gern noch ein wenig mehr jammern“, ermuntert Stefanie Otten die „Opas“.

Das Grundgerüst des Stücks steht bereits am ersten Tag. Also bleibt reichlich Zeit für das kleine Schauspiel-ABC: Lockerungsübungen, Sprechtraining und das Feilen an Mimik und Gestik. Und an ein paar Tanz-Choreographien, die die Mädchen im Team sich gewünscht haben. „Die Gruppe ist erstaunlich ausgewogen“, sagt Stefanie Otten, „so viele Jungs hat man in solchen Projekten selten.“

Die werden auf der Bühne nicht tanzen, sondern Tricks mit Rollern vorführen und andere sportliche Einlagen. Dafür ist sicher Platz in der Geschichte, die ein halbes Stündchen dauern wird.

Nicht zuletzt ist das Ganze für Kinder auch eine wertvolle Erfahrung in Sachen Gruppendynamik. Wer welche Rolle bekommt, wie das Bühnenbild aussehen soll – alle diese Fragen werden diskutiert. „Das haben die richtig gut im Griff, da werden ganz schnell Lösungen gefunden“, freut sich Otten. Kann also nichts schief gehen – falls die sagenhafte Beam-Maschine da nicht doch noch für eine gehörige Portion Verwirrung sorgt…

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