Baesweiler - Theater als Sprachföderung

Theater als Sprachföderung

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
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Gestatten, wir sind die „Schlamper“: Als Schmuddelwesen treten die Martinusschüler morgen in Baesweiler Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Baesweiler Martinusschüler stehen erstmals bei den Schultheatertagen der Städteregion Aachen auf der Bühne. Ein wenig Mut gehört dazu, ganz klar. Für Kinder, denen Wörter nicht so leicht über die Lippen kommen, ist der Schritt auf eine Theaterbühne ein ganz schön großer. Aber es sieht so aus, als werden die Schüler ihre Sache richtig gut machen.

Erstmals wird sich die Baesweiler Martinusschule bei den Schultheatertagen in der Städteregion Aachen präsentieren. Derzeit läuft die Vorbereitung während einer Projektwoche, in der sich alles rund ums Thema „Märchen“ dreht.

Seit Montag sind Rotkäppchen, Aschenputtel & Co. die Inspiration für viele Kreativaktionen. Eine Gruppe dreht einen Zeichentrickfilm zum „Gestiefelten Kater“, indem sie ausgeschnittene Figuren auf die altmodische Weise Filmbild pro Filmbild ein Stück verschiebt. Eine andere kocht, denn zum Märchen „Der süße Brei“ wollen die Kinder so einen leckeren Brei schließlich gern kosten.

An die Oberfläche

Herzstück des Ganzen ist die Theatergruppe. Gut 20 Kinder machen mit, quer durch alle Altersklassen der Sprachförderschule. „König Schlampis Beschluss“ heißt das Stück, in dem schmuddelige Wesen, die unter der Erde hausen, sich erstmals auf den Weg an die Oberfläche machen. Dort erfahren sie, dass es neben Schmutz auch Dinge wie Buchstaben und Zahlen gibt. Und weil diese Dinge so hilfreich sind, nehmen sie ihr neues Wissen gern mit in ihre Welt.

Ein lehrreiches Stück – in vielerlei Hinsicht. Denn die Teilnehmer üben sich spielerisch im Umgang mit der Sprache. Es geht um Betonung, langsames Sprechen, Sprachpausen – all die Dinge, auf die es auf der Bühne ankommt. Die Lehrerinnen Sophia Klein und Isabelle Kaiser, die die Proben betreuen, werden auch von der Theaterpädagogin Mira Loos unterstützt. Den Schülern bringt das viel, zumal sie als „Schlamper“ im Stück teilweise ganz seltsame Wörter wie „Schlatschibambes“ rausbrüllen müssen. Isabelle Kaiser: „Das animiert unsere Schüler sehr, kreativ mit der Sprache umzugehen und sich auch mal etwas mehr zu trauen.“

Ob sich eine Theatergruppe, die es bislang nicht an der Schule gab, über die Projektwoche hinaus halten kann, wird sich zeigen. Den Versuch ist es wert. Denn scheu sind die Kinder nicht bei den Proben. Im Gegenteil. Mit kräftigen Stimmen tragen sie ihre Texte vor, was auf dem Schulhof oder im Alltag selten der Fall ist. Heute findet die Generalprobe statt, morgen ist Premiere. Nervös sind die Kinder zwar – aber ihren Text haben sie prima im Griff.

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