Herzogenrath - Tapfere Ritter und holde Burgfräuleins

Tapfere Ritter und holde Burgfräuleins

Von: Elisa Zander
Letzte Aktualisierung:
Schwerer Kopfschutz: Den Helm
Schwerer Kopfschutz: Den Helm kann Tobias Taschbach nur mit Hilfe halten. Foto: Elisa Zander

Herzogenrath. Fünf Kilo wiegt die Kettenhaube, die Nils Schonrath gerade auf seinem Kopf balanciert. Ein rot-gelb gestreifter Umhang weht um seine Schultern. Ein Schwert in der rechten und ein Schild in der linken Hand, kniet er vor dem Thron. Jetzt gleich wird er zum Ritter von Merkstein geschlagen.

Prüfungen bestanden

Bevor er die Prüfung auf sich nahm, um diese Ehrung erfahren zu dürfen, hat er sich erst bei zwei anderen Kindern angeschaut, wie das so vor sich geht; zum Ritter „geschlagen” werden, hört sich doch auch ein bisschen komisch an, findet der Vierjährige. Doch die drei Schwertschwenker, bei denen die Fläche Schulter und Kopf berühren, die gehen in Ordnung.

Im Minutentakt werden hier Ritter und Burgfräuleins gekürt, die drei Aufgaben - eine Kugel und einen Apfel mit einer Armbrust herunterzuholen und eine Stoffeule zu fangen - meistern die Tapferen und Schönen einwandfrei. Zum Abschluss darf sich jedes Kind noch einen Edelstein aussuchen - zur Erinnerung.

Das Burgfest in Herzogenrath ist wieder einmal eine Attraktion für alle Besucher. Zwei Tage lang stand die Roda-Stadt ganz im Zeichen ihres Wahrzeichens: Auf und um Burg Rode entstand, organisiert vom Verein Burg Rode, dem Gewerbeverein Herzogenrath und der Stadt Herzogenrath, bereits zum 30. Mal ein mittelalterliches Treiben.

„Total faszinierend”

In mittelalterlichen Gewändern streifen die Menschen über das Fest. Eine Wahrsagerin sitzt vor ihrem Zelt und liest aus Karten einer Frau die Zukunft und gibt Ratschläge, während ein Glockenspiel im Wind leise klingt. Ein paar Meter weiter lassen sich Kinder dampfende Kräuterfladen und süße Zimt-Ballen schmecken.

Mit auf dem Burgfest dabei ist auch die Ritterschaft Limburg, die auf der Burg Rode, die früher eine reine Zollburg war, zu Hause ist. Ihre irischen Wolfshunde liegen in der Sonne und lassen sich den Rücken kraulen, während am Tisch bereits angestoßen wird. „Total faszinierend”, findet Manfred Taschbach die echt wirkende Inszenierung und den aufkommenden Hauch von Mittelalter. „Da fahre ich sonst viele Kilometer bis zur Burg Satzvey, dabei kann ich das auch alles hier vor der Haustür erleben.” Der Würselener ist zum ersten Mal beim Burgfest. Mit dabei ist Sohn Tobias, der begeistert und ohne Scheu alles ausprobiert und mitmacht: ein Schwert halten, dazu das schwere Schild. Dann probiert er die Handschuhe an und bekommt noch einen Helm auf. „Ganz schön schwer”, schnauft er.

Mittelalterliche Stände, Kunsthandwerker, Gaukler, Falkner und sogar ein „Bettler” runden den Eindruck ab. Im Innenstadtbereich auf dem Ferdinand-Schmetz-Platz ist eine Kirmes aufgebaut, die Geschäfte locken mit Angeboten zum verkaufsoffenen Sonntag.

Unterdessen wird auf der Bühne im Burggarten ein großes Programm geboten: Das Jugendorchester des Harmonie-Vereins Cäcilia 1858 Herzogenrath-Afden und die Harmonie St. Marie-Gracht Kerkrade spielen auf. Kinder zeigen Tanzvorführungen und zum Abschluss wird mit dem „Lagerfeuer-Trio” gesungen und getanzt - mit dabei viele Jung-Ritter und -Burgfräuleins.
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