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SuS Herzogenrath: 100.000 Euro Schulden, aber keine Auflösung

Von: Beatrix Oprée
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Herzogenrath. Es war ein langes Ringen mit emotionsgeladenen Wortgefechten. Am Ende ging der Sport- und Spielverein vom Fuchsberg aber doch noch mit einem neuen geschäftsführenden Vorstand aus der Generalversammlung hervor - wodurch seine drohende Auflösung vorerst abgewendet ist.

„Der Verein schreibt schwarze Zahlen.” Und: „Wir haben den Karren aus dem Dreck gezogen, jetzt sind Jüngere dran”, hatte der kommissarische Vorsitzende Dieter Kreutz für sich sowie Kassiererin Gertrud Eisenmann und Geschäftsführer Manfred Handels gleich zu Beginn ein klares Zeichen gesetzt.

Alle drei, die nach ihren Berichten von der Versammlung klar entlastet wurden, waren vom Amtsgericht kommissarisch eingesetzt worden.

Der alte Vorstand war 2005 zurückgetreten. Mit Schulden von insgesamt 100.000 Euro war und ist der Verein belastet. Dazu gehört eine Summe von seinerzeit 100.000 Mark, die als Grundschuld auf das neu gebaute Vereinsheim eingetragen worden war.

Die Vorstandsmitglieder von damals bürgen bis heute mit hohen Summen dafür. Die Witwe eines der Bürgen hat zwischenzeitlich aber erklärt, nicht mehr in der Lage zu sein, den entsprechenden Verbindlichkeiten nachzukommen.

Wozu die Darlehen seinerzeit dienten, darüber wurden bei der Generalversammlung nur Vermutungen geäußert. „Es hatte doch immer geheißen, das Heim sei schuldenfrei...?” Dieter Kreutz betonte daraufhin: „Eines ist klar: Niemand hat in die eigene Tasche gewirtschaftet!”

Aufmerksame Beobachterin des Geschehens war die städtische Beigeordnete Birgit Froese-Kindermann. Aus gutem Grund: Da der SuS mittlerweile über Jahre hinweg keinen geschäftsführenden Vorstand hatte, war jetzt die ultimative Aufforderung des Rechtspflegers erfolgt, einen letzten Versuch zu unternehmen, den Verein in ordentliches Fahrwasser zu bringen, da er ansonsten nach Ablauf einer Dreimonatsfrist aufgelöst werden müsse.

Per Endschaftsregelung würde in diesem Fall das Vereinsheim an die Stadt fallen, mit der förderpolitischen Bindung, es für weitere rund 20 Jahre sportlichen Zwecken zur Verfügung zu stellen. Automatisch mit im Erbe: eben jene 100.000 Euro Schulden. Aus Sicht der Stadt gilt es natürlich, dieses Szenario tunlichst zu verhindern.

Obwohl die Juristin betont hatte, dass neue Vorständler nicht persönlich für die Schulden des damaligen Vorstands herangezogen werden können, war zunächst niemand bereit, sich mit der Aufarbeitung der Vergangenheit sowie einer Schuldentilgungsstrategie auseinanderzusetzen.

Einigen Mitgliedern kam der von Dieter Kreutz daraufhin festgesetzte Auflösungstermin samt „Schuldenverlagerung” auf die Stadt sogar ganz recht. Nachdem Beigeordnete Froese-Kindermann nochmals goldene Brücken gebaut hatte, waren schließlich mit Detlef Unverzagt und Heike Quaden ein Vorsitzender und eine Geschäftsführerin gefunden. Aber erst zwei Vorschlagsrunden später wurde mit Dieter Hensel, dem Trainer der ersten Mannschaft und künftig auch noch Kassierer, der Vorstand komplett.

„Ich freue mich, dass ein neuer Vorstand gefunden worden ist und gratuliere zur Wahl”, sagt Birgit Froese-Kindermann im AZ-Gespräch. „Zufrieden bin ich aber erst, wenn alles geregelt ist.”
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