Suren und Verse: Geschichtsverein besucht Würselener Moschee

Von: ehg
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Wunderbar ausstaffiert: Kacheln, Kronleuchter und Teppiche schmücken viele Moscheen in den türkischen Gemeinden Deutschlands. Foto: Gier

Würselen. Der Geschichtskreis der Pfarre St. Sebastian hat die Türkisch-Islamische Gemeinde in ihrer Moschee an der Schweilbacher Straße besucht. „La ilaha illa Allah, Muhammadun Rasulullah“ (Es gibt keinen anderen Gott außer Allah, und Mohammend ist sein Prophet): Auf dieser Grundaussage, der ersten Säule des Islam, basierte das Gespräch, das die Interessenten mit dem Imam der Gemeinde Würselen, Ziyadtin Ciplak, führten.

Zunächst einmal waren sie von den umfangreichen Baumaßnahmen überrascht, wo doch in den christlichen Gemeinden eher von Rückbau die Rede sei. Wie berichtet baut die Türkisch-Islamische Gemeinde einen neuen und größeren, vor allem aber schöneren Gebetsraum für die Frauen. Die Rolle der Frauen im Islam, die Öffnung zu den kulturellen Angeboten der Stadt, das Fastengebot, die Ausbildung und Einsetzung eines Imam, die Finanzierung der Gemeinde, die Bedeutung des Freitagsgebets, der ab September stattfindende einmal wöchentliche Ruf des Muezzins, die Strömungen innerhalb der Religion und viele weitere Themen wurden bei einem Glas Tee im Gastraum der Gemeinde angesprochen.

Breiten Raum nahm die Entstehung, Auslegung und Bedeutung der im Koran aufgeführten Suren (114) und der Verse (6666) ein. Alle Besucher beteiligten sich rege an dem offenen Meinungsaustausch.

Der zweite Teil des interessanten Besuchs fand im Gebetsraum des Gemeindezentrums statt. Aus Respekt zogen die christlichen Frauen und Männer am Eingang ebenfalls die Schuhe aus. Hier erfuhren sie, dass Jesus als einer der Propheten anerkannt wird. Mohammed sei für die Muslime das „Siegel der Propheten“. Die Gebetsvorschriften beinhalten die persönlichen Gebete sowie die gemeinsam gesprochenen Gebete in der Moschee, jeweils freitags und an hohen Festtagen.

Dabei wird aus der Sammlung der Lobpreisungen Gottes, den Gleichnissen, Gesetzestexten und Aufforderungen sowie dem Koran zitiert. Politik habe im Gebetsraum keinen Platz. Die anwesenden islamischen Gemeindevertreter sehen im Propheten den Leuchtturm ihrer Lebensführung und versuchen die „fünf Säulen des Islam“ zu befolgen: das Glaubensbekenntnis, die fünf täglichen Gebete in Richtung Mekka, die Armensteuer, das Einhalten des Fastenmonats Ramadan und die Pilgerfahrt nach Mekka.

Der Ausblick auf das Leben in einer anderen Welt stellte dann wieder den Bezug zur eigenen christlichen Religion her. Der Imam verglich das Leben auf der Erde im Verhältnis zum ewigen Leben in der anderen Welt „mit einer Kaffeepause“.

So wie man nach einem langen Arbeitsleben eine auskömmliche Rente beziehen sollte, so werde nach einem guten Leben auf Erden im Jenseits „die Ernte eingefahren“. Für das informative Gespräch und die herzliche Aufnahme bedankte sich der Leiter des Geschichtskreises, Hubert Wickerath, bei den Gastgebern. Die Begegnung soll fortgeführt werden.

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