Suche nach neuen Maipaaren ist erfolglos

Von: Sigi Malinowski
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Glückliche Maipaare in Amt und Würden: Ein Bild, das es in diesem Jahr wahrscheinlich nicht geben wird. Beim Junggesellenverein Baesweiler ist die Nachfolger-Suche für die 2012er-Spitze (Bild) bislang ohne Erfolg geblieben. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Die Situation ist bedrückend. Und einmalig ist sie auch. Wenn nicht noch ein kleines Wunder geschieht, wird Baesweilers Junggesellenverein (JVB) erstmals in seiner 141-jährigen Geschichte ohne Maipaare, ohne komplette repräsentative Spitze dastehen. Noch ist es nicht soweit, aber es zeichnet sich ab.

„Vor zwei, drei Monaten war das noch undenkbar, aber nun wird dieses Szenario immer wahrscheinlicher“, sagt JVB-Vorsitzender Marc Horbach. Auch in diesen Tagen mühen sie sich, laufen sich die Hacken ab, führen Gespräche, aber bislang hat – bis auf einen Maijungen – niemand zugesagt.

Bis zum vergangenen Jahr war es immer eine Ehre für jeden jungen Menschen in Baesweiler, einmal Maikönig, Maijunge, -mädchen oder auch Königin zu sein. Aber nun scheint das nicht mehr zu ziehen.

Der gesamte Vorstand, im Grunde der komplette Junggesellenverein einschließlich der Inaktiven, ist deshalb mobilisiert. Aber ein positives Ergebnis haben sie bislang nicht. „Das ist noch nie vorgekommen“, wirkt Marc Horbach etwas niedergeschlagen und auch traurig. „Wir finden das unendlich schade.“ Er sieht die Entwicklung aber nicht in der allgemeinen Vereinsmüdigkeit begründet, die um sich greift und nun auch einen der ältesten Vereine Baesweilers erreicht haben könnte. Horbach nennt als hauptsächliche Gründe eher „berufliche Verpflichtungen, Schule oder auch das Studium“. Kurzum: „Man hat einfach weniger Zeit.“

So ganz haben Marc Horbach, sein Stellvertreter Lucas Plum und all die anderen ihre Hoffnungen aber noch nicht begraben. „Vielleicht findet sich ja auf den letzten Drücker oder sogar noch in der Mainacht spontan ein Team oder ein Königspaar“, denkt Marc Horbach an die vergangenen Jahre. Da hatte man auf einer Position – etwa einen Maijungen oder ein Maimädchen zu aktivieren – vielleicht schon mal ein Problemchen. Das kurz vor den Kirmestagen dann aber auch immer ausgeräumt wurde.

Dass es in diesem Jahr so extrem schwierig ist, liegt laut Horbach auch daran, „dass es nicht mehr leicht ist, ein Team zu finden, bei dem alles passt“. Bislang sei es so gewesen: Wenn sich ein Königskandidat gemeldet hatte oder auch – wie in früheren Jahren – aus mehreren Kandidaten ausgewählt wurde, stand meist auch die Mannschaft um die Majestät. Die traditionelle Vorgehensweise war eben, dass nach der Benennung des Königs dieser sich auch seine Maijungen aussuchte.

Bei der Suche nach den Gründen der Entwicklung verweist der Vorsitzende auf einen zusätzlichen Umstand. „Wir befinden uns gerade in einem Generationswechsel.“ Die jungen Leute seien noch dabei, sich im Verein zu finden. „Sie suchen sich gerade ihren Weg und sind auch altersmäßig noch nicht ganz so weit, die Repräsentation an der Spitze zu übernehmen.“ Man könnte es mit dem Fußball vergleichen: Die A-Junioren müssen noch an die „Erste“ herangeführt werden.

Trotzdem wird gefeiert

Marc Horbach betont: „Wir hoffen zugegebenermaßen jeden Tag, dass noch eine spontane Reaktion erfolgt.“ Wenn diese ausbleibt, hat der JVB aber einen Plan B in der Schublade. Den will man nur noch nicht herausholen, „weil am letzten Tag abgerechnet wird“. Auch wenn es keine Majestäten in diesem Jahr geben sollte, bleiben die Feier in der Mainacht und auch die Prunkkirmes unangetastet. Es wird lediglich programmatische Änderungen geben.

Noch ein wenig Hoffnung

Aber soweit ist es noch nicht. „Das Jahr 2013 soll nicht so in die Annalen unseres Vereins eingehen“, stellt sich Marc Horbach vielmehr eine andere Schlagzeile vor. Die da lauten könnte: „Vom Entschluss bis zur Proklamation in einer Stunde!“ Oder so ähnlich. Geht da noch was...?

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