Alsdorf - Studenten machen Schüler fit

Studenten machen Schüler fit

Von: Daniel Gerhards
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Jetzt ist Teamwork gefragt: Di
Jetzt ist Teamwork gefragt: Die ganze Gruppe muss durch das Netz. Dazu müssen Absprachen her. So trainiert man in der Erlebnispädagogik Zusammenarbeit. Foto: Daniel Gerhards

Alsdorf. Gruppen-Erfahrungen nutzen, um die Persönlichkeit und soziale Kompetenzen zu entwickeln - das ist das Ziel in der Erlebnispädagogik. Mit der Unterstützung der Katholischen Hochschule (KatHO) Aachen lernen 35 Schüler der Gustav-Heinemann-Gesamtschule Alsdorf, wie man durch Spiele und Gruppenaufgaben die individuellen Fähigkeiten und Sozialkompetenzen erhöht.


Entstanden war die Idee, als Simon Braunleder, der an KatHo studiert, ein Praxissemester im Bereich Erlebnispädagogik in Kanada machte. „Ich glaube, dass man sowas sehr gut an einer Schule machen kann. Mein Vater ist Lehrer an der Gesamtschule. Und zusammen mit Professor Uli Deller haben wir die Kooperation schnell auf die Beine gestellt”, erklärt Braunleder. Sieben seiner Kommilitonen waren sofort bereit, mitzumachen.

Die Studierenden brachten den Zwölfer-Schülern in zwei Tagen die Grundlagen der Erlebnispädagogik bei. Diese Schüler werden im kommenden Schuljahr das Gelernte bei den neuen fünften Klassen einsetzen. Das soll den Schülern, die gerade von der Grundschule kommen, helfen, in ihre neue Gruppe hineinzufinden. So soll ein größeres Wir-Gefühl geschaffen werden. „Manche Schüler sprechen gar nicht miteinander, obwohl sie Jahrelang in einer Klasse sind”, sagen die Studenten Matthias Lürken und Lukas Hehn.

In der Erlebnispädagogik werden sie dazu gezwungen, zu kommunizieren. Sonst können sie die Aufgaben nicht erfüllen. Sie müssen beispielsweise durch ein aufgespanntes Netz durch. Dabei darf jeder Zwischenraum zwischen den Schnüren nur einmal benutzt werden. Am Ende müssen sich die Schüler durchheben. Oder sie müssen in der Gruppe über ein fiktives Moor kommen. Dabei brauchen sie Teamwork, da sie nur ein paar Steine haben, auf die sie treten können.

Bisher mussten die Lehrer neben dem normalen Unterricht immer auch dafür sorgen, dass die Gruppe von neuen Schülern sich findet. Dabei bekommen sie nun Unterstützung. „Das ist eine einmalige Chance für uns. Wenn die Jugendlichen solche Dinge mit den neuen Klassen machen, ist die Akzeptanz auch viel höher”, sagt Martin May, didaktischer Leiter der Schule. Damit werden auch die Voraussetzungen für gute schulische Leistungen und eine gutes Klassenklima gelegt. „Sozialkompetenzen und eine positive Atmosphäre sind die Basis für gutes Lernen”, sagt May.

May möchte die Erlebnispädagogik zukünftig noch stärker in der Schule verankern. Er könne sich Projekttage und -wochen oder Klassenfahrten mit diesem Hintergrund sehr gut vorstellen.
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