Baesweiler - Stichwort „familienfreundlich”: Baesweiler gibt Handbuch heraus

Stichwort „familienfreundlich”: Baesweiler gibt Handbuch heraus

Von: Silvia Kurth
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Auch im Handbuch zu finden: das Angebot der Kita „Regenbogenland” an der Alexanderstraße. Foto: Silvia Kurth

Baesweiler. Ein Etikett kann man sich leicht verpassen, und so schmücken sich Städte mit allem Möglichen, auch wenn manchmal nicht ungewöhnlich viel dahinter steckt. Der Titel „familienfreundlich” steht ganz oben auf der Hitliste solcher Attribute.

Aber wie wird gemessen, wieviel Substanz hinter der schönen Selbstdarstellerei steckt? Zum Beispiel mit einer Fleißarbeit, bei der ein Kompendium für angehende Stadt- und Gemeindemanager herauskommt - und ein Handbuch, in dem die Bevölkerung alles findet, was sich unter dem Stichwort „familienfreundlich” zusammentragen lässt von Kindergärten bis hin zum Seniorenforum.

Auf 40 Seiten hat die Stadt Baesweiler dokumentiert, dass sie „als mittlere kreisangehörige Stadt vieles zu bieten hat”, wie Bürgermeister Dr. Willi Linkens mit Stolz vermerkt.

Alle Angebote fein säuberlich schwarz auf weiß zusammenzutragen bedeutet jetzt aber nicht: Deckel drauf, Akte zu. „Das ist die Basis für die Fortsetzung der Arbeit in den weiteren Jahren”, betont Linkens, dass der Wohlfühlfaktor Familienfreundlichkeit „kein statisches Thema” sei.

Und „dass es nicht entscheidend ist”, kein eigenes Jugendamt zu haben, verteidigt der Bürgermeister den Status quo, dass Baesweiler vom Jugendamt des Kreises Aachen mit verwaltet wird.

„Die rechtliche Seite kann für mehrere Kommunen ausgeübt werden. Genauso wichtig ist die freie Jugendarbeit.” Für die schmiedet die Verwaltung schon an Ausbauplänen. Aus gutem Grund.

„Das sollte man nicht mit Sicherheit verwechseln”, kommentiert Dezernent Frank Brunner, dass die renommierte Bertelsmann-Stiftung Baesweiler eine stabile demographische Ausgangslage ohne großen Handlungsdruck attestiert hat.

In Planung sind zum Beispiel das „Jahr der Familien”, in dem es jeden Monat eine andere Aktion gibt, und ein Fotowettbewerb zum Thema Familienfreundlichkeit.

Brunner, Willi Eckers vom Sozialamt und Jugendbeauftragte Kathrin Poganski möchten aber auch verstärkt auf bürgerschaftliches Engagement setzen, wie es jetzt schon bei vielen Angeboten funktioniert. Sie denken dabei zum Beispiel an Familienpaten und möchten auch die Großelternbörse wieder stärker ins Licht rücken.

Die Erfahrungen, die mit der Streitschlichtung an Schulen gemacht worden sind, sollen für eine Schulwegbegleitung genutzt werden. Mehr Sponsoren für die Arbeit der Vereine zu gewinnen steht ebenfalls auf der Liste der Aufgaben, die sich die Stadt gestellt hat.

„Das zeigt, dass wir nicht stillstehen”, sagt Brunner. Und dass „der Erfolg hier viele Väter und Mütter hat”, wie Willi Linkens allen Akteuren von den Vereinen bis hin zu den Kirchen seinen Dank ausspricht.

Auf dem kurzen Dienstweg

Familienfreundlichkeit wird mittel- und langfristig aber nicht nur an Kinder- und Jugendarbeit zu messen sein. Auf die wachsende Bevölkerungsgruppe der „50 plus” machte im Sozialausschuss Rolf Beckers (Grüne) mit Stichworten wie barrierefreie Stadt, kurze Wege, neue Wohnformen im Alter aufmerksam.

Auch solche Zukunftsplanung nimmt konkrete Züge an, zum Beispiel, was die Nahversorgung betrifft. „Wir können keinen dazu zwingen, in Loverich ein Geschäft aufzumachen”, sagt Linkens.

Aber: „Wir sind in intensivem Kontakt zu Lebensmittelhändlern, um einen Bringdienst einzurichten.” Auch in Sachen Tagespflege soll sich in Baesweiler bald etwas tun.

Zu Barrierefreiheit, zum Beispiel durch Gehwegabsenkungen an kritischen Stellen, führe der kurze Dienstweg. „Wir machen das nicht mit einem großen Gremium.”
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