Alsdorf - Stellplätze auf dem Denkmalplatz gehören der Vergangenheit an

Stellplätze auf dem Denkmalplatz gehören der Vergangenheit an

Von: Beatrix Oprée
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Wer hier steht, kriegt ein Knöllchen: Der Denkmalplatz ist mit dem neuen Schild „Fußgängerzone“ unter neuem Vorzeichen. Foto: Beatrix Oprée

Alsdorf. Der Ordnungsdienst hat weiterhin gut zu tun auf dem Denkmalplatz: Die Fläche vor der Ladenzeile ist zwar mittlerweile vom verkehrsberuhigten – zum reinen Fußgängerbereich mutiert und damit für normalen Pkw-Verkehr tabu – allenfalls Anlieferer dürfen hier noch fahren, den Fußgängern untergeordnet. Aber geparkt wird hier dennoch munter, auch, weil wohl die Schneedecke verbirgt, dass Markierungen und P-Zeichen in den einstigen „Parktaschen“ entfernt worden sind.

Für Freude hat die Aufgabe der Parkmöglichkeit indes nicht überall gesorgt, besonders bei den anliegenden Geschäftsleuten hält sich die Begeisterung in Grenzen. „Der Chef ist richtig sauer“, sagt eine Verkäuferin. Denn Parkplätze direkt vor dem Geschäft tragen generell zur Attraktivität bei.

Die CDU hat sich der Anlieger und verärgerten Bürger angenommen und fragt, wer den Wegfall der Parkplätze zu verantworten hat, warum diese überhaupt eingerichtet worden seien und ob die Maßnahme Auswirkungen auf die Anliegerbeiträge habe?

„Testweise markiert“

Als Unterstützung für die Einzelhändler waren die Parkmöglichkeiten einst tatsächlich gemeint, angeregt auf einer Bürgerversammlung im Zuge des Planverfahrens für die Umgestaltung des Denkmalplatzes zum „Skulpturenplatz“. „Testweise wurden je zwei Stellplätze am Anfang und am Ende der Einkaufszeile ausgewiesen“, sagt Bürgermeister Alfred Sonders auf Anfrage dieser Zeitung. „Sie ergänzten Hunderte kostenlose Parkplätze auf dem angrenzenden Zentralparkplatz, von wo aus man den Denkmalplatz fußläufig problemlos erreicht.“

Völlig unbeeindruckt von dieser Tatsache entwickelte sich der Skulpturenplatz in Folge allerdings zur wilden Parkfläche. „Die Autos parkten teils bis in den vorderen Bereich vor der Bank – oder quer vor den Schaufenstern.

Auch intensive Kontrollen durch das Ordnungsamt konnten daran nichts ändern“, beklagt Sonders. Dann kam es zu einer schriftlichen Beschwerde einer „kleinen Ratsfraktion“ bei der Bezirksregierung in Köln. Unweigerliche Folge: Der Regierungspräsident machte nochmals zweifelsfrei darauf aufmerksam, mit erhöhten Fördersätzen einen Skulpturenplatz und nicht etwa einen Parkplatz bezuschusst zu haben

„Keine Wahl“

Sonders: „Es drohte die Rückzahlung von Fördermitteln – und der Stadt blieb somit keine Wahl.“ Die „testweisen“ Markierungen mussten entfernt werden, der Denkmalplatz entsprechend der Landesförderung endgültig zur „attraktiven Platzfläche für den Fußgängerbereich“ werden.

Womit auch die ersten beiden Fragen der CDU – nach der Verantwortlichkeit für den Wegfall der Parkplätze, respektive deren Einrichtung – beantwortet sind. Bleiben die Anliegerbeiträge: Auch diese, so erläutert der Bürgermeister, bleiben unverändert. Denn besagte Parkplätze seinen eben nur bei der Bürgerversammlung diskutiert worden. In den Akten fänden sich keinerlei Zusagen für Stellplätze, folglich seien diese auch nicht in Anliegerbeitrags-Berechnungen eingeflossen.

Alfred Sonders bedauert die ganze Entwicklung: „Ich hätte es mir anders gewünscht. Aber ich bin nicht mehr Herr des Verfahrens. Man hätte es den Geschäftsleuten am Denkmalplatz ein wenig erleichtert, ihre Geschäfte zu betreiben.“

Aber die Rückzahlung von Fördermitteln könne man eben nicht riskieren. Schon gar nicht als Stadt im Haushaltssicherungskonzept.

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