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Stehende Ovationen für Königin des Flamenco

Von: Conny Stenzel-Zenner
Letzte Aktualisierung:
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Rassig in Rot: Maria Serrano und ihre Compañia ließen tänzerisch keine Wünsche offen. Foto: Stenzel-Zenner

Würselen. Natürlich gab es stehende Ovationen. Natürlich applaudierten die Zuschauer frenetisch, nachdem sie Maria Serrano als „Carmen“ erlebt hatten. Mehr als zweieinhalb Stunden begeisterten die Königin des Flamenco und ihre Compañia auf der Freilichtbühne Burg Wilhelmstein. Vor einer Kulisse aus Diaprojektionen.

Die Körperhaltung der Tänzer, das anmutige Spiel ihrer Hände, die Schnelligkeit ihrer Füße zogen alle in den Bann.

Nur wenig – spanischer – Text begleitete die Geschichte um die junge Zigeunerin aus George Bizets Oper, von der Compañia zeitgenössisch übersetzt: Die Arbeiterinnen einer Fabrik im Sevilla der Gegenwart, einer Stadt in der Krise, haben Pause. Sie flanieren auf der Straße und flirten. Carmen hat es auf den Polizisten José abgesehen. Als ein Streit ausbricht, verletzt sie eine Kollegin mit dem Messer. José muss sie festnehmen. Sie überredet ihn, sie laufen zu lassen, weshalb er selbst verhaftet wird. Tage später wartet Carmen in einem Schmugglerversteck auf die Rückkehr Josés. Endlich kommt er, beide sind glücklich, bis er gehen muss. Carmen wirft ihm vor, sie nicht zu lieben. Da taucht Josés Vorgesetzter auf und macht Carmen schöne Augen. Rasend vor Eifersucht verletzt José ihn mit dem Messer. Er muss fliehen, findet bei den Schmugglern Unterschlupf. Carmen wendet sich dem gewissenlosen Politiker Escamillo zu. José schwört Rache. Nochmals gesteht er ihr seine Liebe. Sie lacht ihn aus, er ersticht sie und bricht über ihr zusammen.

Maria Serrano und ihre Truppe lassen neben ihrer Passion die Präzision nicht vermissen. Als Carmen stolz und stark ihren Soloauftritt präsentiert, da ist nicht nur das Publikum gebannt. Da fixieren auch ihre Musiker die Spanierin, die den Flamenco tanzt, als sei dies das einfachste der Welt. Da wird deutlich, dass jeder Akteur auf der Bühne die Leidenschaft fühlt, die sie verbreitet, wenn sie leichtfüßig den Takt auf die Bodenbretter zu streicheln scheint. Das Publikum spürt Gänsehaut.

Am Ende hat der spanische Nationaltanz wieder einmal Liebe und Tod, den Geschlechterkampf, die Anziehung – und den Neid zum Ausdruck gebracht. Mit unglaublicher Körperbeherrschung. Brava Maria Serrano!

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