Baesweiler - Starker Regen lässt Umzug ins Wasser fallen

Starker Regen lässt Umzug ins Wasser fallen

Von: Sigi Malinowski
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Knochenarbeit: Erst schleppten
Knochenarbeit: Erst schleppten die Junggesellen den mächtigen Maibaum durchs Dorf, dann wuchteten sie das Ungetüm unter dem Kommando von Martin Hermanns (sitzend) in die Vertikale. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. „Ja, genau das ist es”, schluckte eine junge Frau. Ihr rannen Tränen übers Gesicht. Inmitten von (mindestens) 500 Zuschauern, die Freitagabend allein schon auf der Tribüne des Stadions in Baesweiler saßen.

Der große Zapfenstreich war gerade beendet, da ließ der Junggesellenverein 1872 Baesweiler ein Feuerwerk der Extraklasse hoch jagen. Mit einem abschließenden Song, der nochmals Schauer am Körper produzierte. „An Tagen wie diesen . . .”.

Es mag vielleicht schwer in Einklang zu bringen sein, aber die Punkrocker der „Toten Hosen” hatten mit ihrem mitreißenden Song das Motto und das Gefühl dieses Abends auf vier Worte gebracht. Tradition und Rock: Das passte. Und in der Summe hatte es den einen oder die andere einfach mitgerissen.

Die traditionellen Töne des Zapfenstreichs, die unglaublich schönen Farben und Bilder, die sich am Himmel zeichneten, die Eintracht, mit der ein Dorf seine Kirmes feierte: Wer immer noch nicht die Alltagslasten abgeschüttelt hatte sah sich nun plötzlich drin. Mitten in der Prunkkirmes, die ja gerade erst angefangen hatte.

Junges Volk feiert Fete

Ein kleiner Begleitzug aus Junggesellen und Trommler- und Spielverein Baesweiler hatte die Majestäten und die Jubilarpaare ins Stadion gebracht, in dem JVB-Veteran Heinz Claßen die repräsentativen Hauptdarsteller der Kirmes vorstellte und kleine Geschichten dazu erzählte. Beispielsweise, dass der Zapfenstreich von den „Alt”-Junggesellen Leo Schaffrath, Uli Wählen und Jürgen Baues auf den Weg gebracht wurde - an einem Abend wie diesem, den ganz viele Leute erst am nächsten Morgen beenden mochten.

Das „junge Volk” im Zelt, wo die „Extreme”-Fete kochte, die anderen vor dem Zelt, wo ganz plötzlich Baesweilers größter Kommunikationspunkt für eine äußerst gesellige Nacht geschaffen war. Keinen ganzen Tag später würde der Volkspark erneut überlaufen. Der vom Vorsitzenden Marc Horbach und seinem Vize Lucas Plum geführte JVB schleppte seinen tonnenschweren Maibaum seitlich ans Zelt und spuckte in die Hände. „Maibaum hoch”, brüllte Kommandant Martin Hermanns. Und die Burschen gehorchten.

Mit Stahlseil, Muskelkraft und Leitern und unter Mithilfe der Feuerwehr wurde der „Kaventsmann” in gut eineinhalb Stunden in die Vertikale gebracht. Da schauten auch gerne die Franzosen aus Montesson zu, die sich zur Kirmes bei den Städtepartnern einquartiert hatten und ihre „Miss” mitbrachten. Das war das Riesenglück für Marc Horbach, der Miss Montesson - Stephanie Marinho - begleiten durfte, und für seinen Kumpel Lucas Plum. Er hatte die Vize-Miss Helga Sena Lopes Cardozo eingehakt.

Kirmesball und Frühschoppen waren weder dem Festkomitee, den Junggesellen oder dem Königspaar Patrick Errens mit Babett Essrich sowie den Maipaaren Jochen Hoffmann und Sabine Prall und Martin Fuß und Eva Schnellecke an die Kondition gegangen. Allerdings zog der Sonntag einsetzende Dauerregen Sorgenfalten tief in die Gesichter.

So unbeschwert und heiter die Junggesellenkirmes in Baesweiler auch begonnen hatte - Sonntagmittag gabs einen dicken Tropfen Wermut. Der Festzug wurde abgesagt, die Einwohner im Stadtkern per Pkw und Megaphon informiert. „Angesichts des Regens, der wohl auch vorläufig nicht mehr aufhören wird, haben wir uns dazu entschlossen”, sagte Chef Marc Horbach. „Das können wir weder den Vereinen, noch unseren Paaren und den Jubilaren zumuten”.

Ob es einen „Ersatzumzug” in der verbleibenden Zeit bis Montagabend noch geben würde, war nicht klar. Marc Horbach wusste am Nachmittag nur, wie man den Sonntag weiter gestalten würde. „Gegen 21 Uhr machen wir einen Einmarsch ins Zelt, aber ob und in welcher Form es einen Umzug am Montag geben wird, darüber sind wir uns nicht im klaren”. Denn mit Blick auf die Wetterprognosen gingen die Junggesellen eher von einer Kirmes ohne Festzug aus.

Dennoch freuten sich Horbach und Co. auf den traditionellen Montagsfrühschoppen, der auch ein Höhepunkt der Kirmes ist und bei dem schon am Morgen die Planken des Zeltes beben.

Maikönig Patrick Errens konnte seine Enttäuschung nicht verbergen: „Du siehst, wie sich die Frauen mit ihren Kleidern und Frisuren so intensiv vorbereiten, weißt, dass das heute das Highlight ist - und dann fällt der Umzug aus”. Königin Babett Essrich fügte hinzu: „Ich habe es irgendwie heute Morgen schon im Gefühl gehabt.” Sie ließ sich ins Herz schauen: „Es warten keine Leute auf uns - und du weißt, dass du diesen Moment vielleicht nie wieder kriegen wirst.”

Trotzdem schworen die Sechs einander: „Jetzt lassen wir es eben zum Königsball und Montag beim Frühschoppen krachen”.

Die Jubilare der Prunkkirmes

1952/60 Jahre: Königspaar Josef und Rosemarie Vomberg, Maimädchen Maria Hermann, Maijunge Hans Plum.

1962/50 Jahre: Königspaar Willi und Gisela Kick, Maimädchen Ursula Schrader, Maijunge Gerd Steffens.

1972/40 Jahre: Königspaar Rudolf May und Ingrid Smeijsters, Maijunge Willi Katzenberger begleitet von Ehefrau Ursula, Maipaar Dieter Sieben und Helga Unger.

1987/25 Jahre: Maikönig Andreas Kick, begleitet von Stephanie Prall, Maipaare Joachim Müller und Stephanie Breuer sowie Dietmar und Brigitte Petschel.
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