Stammgast: Comedian Knacki Deuser wieder auf Burg Wilhelmstein

Von: Stefan Schaum
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Würselen. Der Mann ist nicht bloß ziemlich lustig. Comedian Knacki Deuser ist auch eine richtig treue Seele. Schon seit sieben Jahren ist er Stammgast auf der Burg Wilhelmstein. Und die besucht er auch in diesem Jahr – als einzige Bühne, auf der er ein ganzes Paket aus Comedians präsentiert.

Im Wochenend-Interview erzählt der stets adrett gekleidete Mann, was er an der Comedy im Allgemeinen und der Burg Wilhelmstein im Besonderen schätzt.

Immer wieder Wilhelmstein. Was zieht sie bloß so oft zurück nach Würselen?

Deuser: Na ja, bisher war das Wetter immer super, wenn wir da waren (lacht). Aber im Ernst: Wir haben uns da im Lauf der Zeit eine ganz treue Fangemeinde aufgebaut, die sich immer freut, wenn wir kommen. Und wir freuen uns dann auch. Macht einfach Spaß auf der Bühne, wenn das Publikum davor total gut drauf ist. Da sitzen in der Regel 1000 Leute – also muss man schon eine richtig große Show abfackeln, damit das richtig kracht. Und in Würselen kracht es immer. Ich geb mir auch ganz viel Mühe, für Wilhelmstein ein besonders gutes Paket aus Comedians zu schnüren.

Was muss denn drin sein im Paket?

Deuser: Eine Mischung. Man braucht ein paar Top-Namen aber auch Newcomer, die bei so einem Publikum die Gelegenheit haben, sich zu beweisen. Im Grunde gilt bei mir immer, dass ich mitnehme, wen ich selbst super und lustig finde.

Also geht es nicht nach Quote?

Deuser: Bloß nicht. Find‘ ich ganz furchtbar. Ich will immer den Talenten eine Chance geben, die eben noch nicht so bekannt sind, bei denen ich aber sicher bin, dass sie es mal sein werden. Und dann können die Würselener sagen: Hey, wir waren schon damals dabei! Ich finde es blöd, irgendwelchen Vorgaben gerecht zu werden. Ich muss nicht auf Teufel komm raus versuchen, eine 17-jährige Blondine zu finden, die schon 30 Jahre Berufserfahrung mitbringt. Ich fördere auch einen 70-Jährigen, wenn ich den gut finde.

Das braucht aber langen Atem, oder?

Deuser: Ja. Aber wenn einer wie ich 13 Jahre lang „Nightwash“ durchhält, dann hat der auch einen langen Atem.

Gibt es denn bestimmte Themen, die Sie bevorzugen?

Deuser: Nee, auch nicht. Vor zehn Jahren war Homosexualität ein Riesenthema. Da gab es ganz viele schwule Comedians, die auch darüber sprachen. Aber da sag‘ ich: Ich will nicht einen auf die Bühne bringen, bloß weil er schwul ist. Lustig muss er sein! Das gilt übrigens auch für Frauen oder Comedians mit Migrationshintergrund. Aber es ist schon wichtig, dass Comedy immer versucht, den Zeitgeist zu treffen und kritisch zu sein. Wir leben zwar in einem Land, in dem es vielen ganz gut geht. Aber perfekt ist es halt auch nicht. Da kann man als Komiker durchaus mal Stellung beziehen.

Ist das denn nicht Sache der Kabarettisten?

Deuser: Jetzt hören Sie besser mal auf, da werd‘ ich nämlich ganz schnell zum Berserker. Ich wehre mich mit Händen und Füßen gegen die, die Comedy nur als leichte Unterhaltung sehen. Gerade wir beobachten die Leute ganz genau und persiflieren, nehmen Sachen aufs Korn. Es ist insgesamt vielleicht weniger politisch, aber sicher nicht weniger wichtig.

Sind Sie nach so langer Zeit der Comedy nicht überdrüssig? Gibt es überhaupt noch genug Neues?

Deuser: Ja gibt es. Und ich habe immer noch einen Riesenspaß an der ganzen Sache. Das wird in Würselen wieder ein Knaller, wir zimmern da eine Riesenshow hin. Nur bei diesem Auftritt habe ich „Die Band“ Axel Flucht dabei. Und Neulinge wie C. Heiland. Der ist total schräg, so einen gibt es nicht noch mal. Nur für Würselen bring‘ ich auch die „Pink Poms“ wieder mit. Die sind schwul – und gut. Männer-Cheerleader in rosafarbenen Kostümen – das kommt einfach immer an. Ich bin sicher, dass das eine ganz tolles Ding wird. Eben wie immer in Würselen.

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