Stadtteilgespräch: Mehr Unterstützung durch Ehrenamtler notwendig

Von: mas
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Die Mitarbeit auf ehrenamtlicher Basis wird schwieriger, weil sich nicht genügend Interessenten mehr finden:. Darüber diskutierte Bürgermeister Alfred Sonders (l.) mit Bürgern. Foto: Sigi Malinowski

Alsdorf. Die Bitte kommt salopp formuliert herüber. Aber sie hat einen ernsten, zukunftsweisenden Hintergrund – in der festen Absicht viele zu erreichen. „Mischen Sie sich ein“, bat Alfred Sonders Bürger. Vor allem die aus Schaufenberg und Bettendorf waren dabei speziell angesprochen. Der demografische Wandel wird auch diese Alsdorfer Stadtteile empfindlich treffen, wenn nicht gegen gerudert wird.

 In welchem Umfange, das sagen Prognosen aus. Und diese Prognosen sowie die möglichen Resultate und Gegenmaßnahmen daraus mochten Sonders und ein Stab von Mitarbeitern der Stadtverwaltung mit den Betroffenen diskutieren. Im Heim des Invaliden- uns Seniorenvereins kamen etwa 40 Bürger der Bitte der Stadt nach. Zum „Stadtteilgespräch“ stellte der Ratsvorsitzende Fragen, die zusammen mit den Bürgern beantwortet werden sollen. „Wie soll mein Stadtteil in Zukunft aussehen, wo liegen die Probleme, was brauchen wir in Schaufenberg/Bettendorf. Was kann man tun?“

Seinen Vortrag begann Sonders mit der Formel „weniger, bunter, älter“. Statt zu wachsen, schrumpft die Bevölkerung. In den betroffenen Stadtteilen leben derzeit etwa 4000 Bürger in Schaufenberg und 400 in Bettendorf. Dank des medizinischen Fortschrittes und des Wohlstandes werden die Menschen älter, aufgrund langjähriger Zuwanderungen von außen auch immer internationaler. Das bedingt in Zukunft, „jung hilft alt, alt hilft jung“.

Dabei ist auch „Ihr Engagement wichtig“, betonte Alfred Sonders. „Wir suchen Menschen, die Verantwortung übernehmen. Denn in den nächsten 20 Jahren verändert sich sehr viel, auch bei uns“. Leider wird „die Tendenz schwächer, Ehrenamtler zu bekommen“, hat der Bürgermeister auch erkannt. In den Mittelpunkt müsse gerückt, „dass wir ein Bewusstsein brauchen uns auf die Dinge einzustellen, die da kommen“. Dabei ließ Sonders auch die finanzielle Situation Alsdorfs nicht aus. „Wir machen jedes Jahr ein Minus von 15 Millionen. Spaß macht das nicht, unter diesen Voraussetzungen zu arbeiten, aber wir werden in den nächsten Jahren die Weichen stellen, dass wir zukunftsfähig sind“. Dazu müsse man aber auch „das Interesse an aktiver Vereinsarbeit steigern und ein Netz aufbauen, dass jeden Bürger hält“.

Das Sicherheitskonzept der Stadt stellte Frank Dohms im Anschluss vor. Sechs Mitarbeiter sind dort tätig, die auch Aufgaben der Polizei übernommen haben und ein hohes Maß an Flexibilität und Verantwortung tragen.

„Strukturell noch in Ordnung“

Wolfgang Schleibach, Leiter des Sozialamtes beleuchtete die Entwicklung der betroffenen Stadtteile in den nächsten Jahren. Zwar seien die beiden Stadtteile „strukturell noch in Ordnung“, aber man müsse sich auch darauf einstellen, dass bis 2030 ein 90-prozentiger Zuwachs an 80-jährigen Mitmenschen zu verzeichnen ist. „Wir müssen die Zukunft gemeinsam gestalten. Geben Sie uns Anregungen, es ist unsere gemeinsame Zukunft“, merkte Schleibach unter anderem an. Er nahm die Gelegenheit wahr, das Alsdorfer Generationenbüro vorzustellen.

Auf die Frage von Sonders, welche Erfahrungen die Bürger gemacht haben, antwortete beispielsweise die Bettendorferin Wilma Sieben: „Wir empfinden uns in Bettendorf in etwa in der Rolle als Vorreiter und praktizieren die Zusammenarbeit bereits. Wir brauchen aber ein bisschen mehr Unterstützung durch Ehrenamtler“, befindet sie.

Woran es liegt, dass man kaum noch Hilfe findet? Darauf antwortete Erich Simons: „Wir haben jetzt schon zu viele alte Leute. Man findet kaum noch Jüngere, die bereit sind ehrenamtlich zu arbeiten.“

In dieser Hinsicht hat Walter Etschenberg andere Erfahrungen gemacht, die er aus seiner Arbeit im Aachener Stadtteil Aachen-Brand vermittelte. Etschenberg empfiehlt: „Wir müssen Überzeugungsarbeit leisten, dann kommen auch die Ehrenamtler.“ Alfred Sonders bemerkte dazu: „Wir brauchen viele kleine Lösungen vor Ort und müssen über das Thema reden. Es muss ein Problembewusstsein entwickelt werden.“

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