Würselen - Stadtsportbund und Fraktionsvertreter suchen nach Lösungen

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Stadtsportbund und Fraktionsvertreter suchen nach Lösungen

Von: ehg
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Würselen. Angesichts der allgemeinen finanziellen Lage der Stadt – die nächste Großbaustelle hat sich mit der Sanierung der Halle Parkstraße aufgetan – war mit Wahlversprechen nicht zu punkten.

Das wussten die Vertreter der Fraktionen des Stadtrates beziehungsweise deren Bürgermeister-Kandidaten zu gut, die der Vorstand des Stadtsportverbandes (SSV) zu einem informellen Meinungsaustausch in das VfR-Vereinsheim eingeladen hatte. Und so suchten sie – weitgehend sachlich – gemeinsam nach Lösungen, wie die vielfältigen Probleme im Bereich Sport bis zum Auslaufen des Stärkungspaktes im Jahre 2021 in den Griff zu bekommen sind.

Dabei ging es vorab um den Pakt für den Sport, der seit Jahren schon vom Stadtsportverband gefordert werde. Dass bisher nichts passiert sei, gestanden die Politiker aller Fraktionen ein. Dass aber was passieren müsse, darin waren sie sich mit dem Stadtsportverband einig. Weil dieser Pakt – so FDP-Kandidat Hans Carduck – wichtig geworden sei. Er sei – so SSV-Ehrenmitglied Peter Kremer – die Plattform für die Weiterentwicklung des Sportes in nächster Zukunft. Mehr Druck auf Rat und Verwaltung auszuüben, dazu animierte Carduck die Sportler. Dass auch ohne den Pakt für den Sport gut zusammen gearbeitet worden sei, reklamierte CDU-Kandidat und 1. Beigeordneter Werner Birmanns.

Sanierung der Halle Krottstraße

Dass der Sportentwicklungsplan nicht abgearbeitet, ergänzt oder weiter entwickelt worden sei, ließ der Vorsitzende des zuständigen Ausschusses, Hans-Josef Bülles, so nicht im Raume stehen. Er zeigte auf, welche Möglichkeiten sich angesichts der Grundsanierung der Sporthalle Krottstraße ergeben hätten. Die Gelder hätten nicht dort eingesetzt werden können, wofür sie ursprünglich gedacht gewesen seien. SPD-Fraktionsvorsitzender Christoph Küppers verhehlte nicht, dass durch den Sportentwicklungsplan 2009 Begehrlichkeiten geweckt worden seien, die – das habe man sehr wohl gewusst – nicht finanzierbar gewesen seien. Die Sanierung der Halle Krottstraße und nunmehr die der an der Parkstraße seien Kraftakte, über die hinaus nur noch wenig zu realisieren sei. Birmanns versicherte, dass sich die Stadt bemühe, die vorhandenen Hallenflächen zu erhalten. An eine Ausweitung sei nicht zu denken.

Man müsse mit den Vereinen darüber reden, wie sie ihre sportliche Zukunft sehen, riet Clemens Sojka (UWG). Dabei müsse das heute noch vorherrschende Kirchturmdenken überwunden werden. Es müssten multifunktionale Sporthallen errichtet werden, mit denen den Bedürfnissen der potenziellen Nutzer Rechnung getragen werden könne. „Wir müssen klar definieren, wo wir mit dem Sport hin wollen“, betonte Winfried Hahn (SPD), Vize-Vorsitzender des Sportausschusses.

Konkreter wurde der Meinungsaustausch, als die Zukunft der sogenannten kleinen Hallen zur Sprache gebracht wurde. Dass die Zustände in der ESV-Halle unzumutbar seien, wurde von Hubert Graf (SSV) kritisiert. Dass sie abgerissen werden müsse, daran ließ Carduck keine Zweifel aufkommen, aber erst müsse eine neue Halle gebaut sein. Das gelte auch für die Halle am Markt in Weiden. Christoph Küppers sah sich außerstande, für diese eine Aussage zu treffen. In Erinnerung rief er, dass der Rat den Abriss der ESV-Halle schon vor 30 Jahren beschlossen habe. Beigeordneter Birmanns noch einmal: „Was wir an Hallenflächen besitzen, muss erhalten bleiben.“ Er gab aber auch zu bedenken, dass es billiger sei, Sporthallen zu sanieren als neue zu bauen. Wie ihre Sanierung finanziert werden könne, vermöge er nicht zu sagen.

Dazu Ausschussvorsitzender Bülles: „Wir brauchen in Weiden ortsnah eine multifunktionale Halle.“ Er sorgte sich, dass das kulturelle Leben in diesem Ortsteil bald den Bach heruntergehen werde.

Was die Sanierung der großen Halle an der Parkstraße anbetrifft, bezog sich Bülles auf Aussagen des Technischen Beigeordneten Till von Hoegen. Demnach soll in nächster Zeit schon erste Hand an ihr angelegt werden. Eine Generalschließung werde es – so von Hoegen – nicht geben. Zuversichtlich sei er, dass die Arbeiten in einem Jahr abgeschlossen sein werden. Mit vorübergehenden Einschränkungen werden Schul- und Vereinssport in dieser Zeit leben müssen. SSV-Vorsitzender Günter Kuckelkorn mahnte, nicht noch einmal so ein Szenario wie bei der Grundsanierung an der Krottstraße erleben zu wollen.

Thematisiert wurde eine Neuberechnung der Nutzungsgebühren. Dass es keine gerechte, sondern „nur“ eine solidarische Umlage der Kosten geben könne, gab der Bündnisgrüne-Kandidat Bernd Parschmann zu bedenken. Es gehe nicht an, dass Vereinsmitglieder zur Kasse gebeten werden, die die Hallen gar nicht nutzten, warf Peter Kremer ein. Nicht nach den Meldungen für den Landesportbund, sondern nach der Nutzungsdauer die Gebühr umzulegen, brachte Christoph Küppers ins Spiel. Wichtig sei, „dass die Leute sich auch künftig Sport in den Verein noch leisten können“.

Eine Herkulesaufgabe wartet auf den am 25. Mai neu zu wählenden Rat.

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