Stadtrat gibt grünes Licht: Gesamtschule ist beschlossene Sache

Von: ehg
Letzte Aktualisierung:
Mit Transparenten vor das Wür
Mit Transparenten vor das Würselener Rathaus gezogen: Realschüler befürchten, dass durch die Zweizügigkeit das Angebot in Zukunft nicht mehr so attraktiv sein wird. Foto: Anja Klingbeil

Würselen. Aus der bangen Sorge heraus, dass ihre Realschule dasselbe Schicksal wie die Hauptschule ereilen könnte, liefen Schülerinnnen und Schüler, aber auch Eltern und Lehrer - wie schon im Ausschuss für Bildung - im Rat massiv Sturm gegen die Einrichtung einer Gesamtschule.

40 Minuten lang löcherten sie - allen voran der Schulpflegschaftsvorsitzende Michael Holtz - Bürgermeister Arno Nelles und damit indirekt auch den gesamten Rat mit bangen Fragen. Dabei legten sie eine demokratische Kultur an den Tag, die ihnen nicht nur beim Bürgermeister, sondern auch bei allen Fraktionsvorsitzenden Lob und Anerkennung einbrachte. Die Fragestunde verdeutlichte nach Worten des CDU-Fraktionsvorsitzenden Karl-Jürgen Schmitz, dass eine Reihe von Fehlinformationen kursierten. Sie aus der Welt zu schaffen, war der Rat in Gänze bemüht. Ob das aber gelungen ist, muss dahin gestellt bleiben.

Nelles stellte vorab klar: „Die Entscheidung, die wir heute fällen, betrifft die Schüler, die in Zukunft die Realschule besuchen werden.” Alle Schüler, die derzeit die Schule am Wisselsbach besuchten, würden so lange dort beschult, bis sie ihr Bildungsziel erreicht hätten. Insofern gebe es „Zukunftssicherheit”. Der Bürgermeister verwahrte sich gegen den Vorwurf, es werde eine gut funktionierende Schule zerstört. „Wir wollen mit der Gesamtschule lediglich das Bildungsangebot erweitern.” Die Politik stehe bei den Eltern in der Pflicht, die ihre Kinder an einer Gesamtschule anmelden möchten. Dass dafür eine Menge Geld in die Hand genommen werden müsse, daran ließ Nelles keine Zweifel.

„Die Eltern haben mit den Füßen gegen die Hauptschule abgestimmt”, gab SPD-Fraktionsvorsitzender Stefan Mix zu bedenken. Die Realschule sterbe nicht, sondern die Hauptschule, was bedauerlich sei. Der Rat setze das in Würselen um, was die Eltern ihm bei ihrer Befragung für die Zukunft auf den Weg gegeben haben.

Ganztagsschule wichtig

CDU-Fraktionschef Karl-Jürgen Schmitz: „Wir sprechen uns heute sowohl für die Realschule als auch für die Gesamtschule aus.” Ob die geplante vierzügige Gesamtschule eingerichtet werde, hänge davon ab, ob 100 Schüler an ihr angemeldet werden. Alle Würselener Kinder sollen - so Schmitz - auch in ihrer Stadt in die Schule gehen können. Wichtig war dem Christdemokraten, dass alle weiterführenden Schulen zu Ganztagsschulen ausgebaut werden. Die Elternbefragung habe Begehrlichkeiten geweckt, deren Folgen die Realschule zu tragen habe, meldete sich UWG-Fraktionsvorsitzender Theo Scherberich zu Wort. Er zweifelte an, „dass eine vierzügige Gesamtschule neben Realschule und Gymnasium auf Dauer Bestand haben wird”. FDP-Fraktionsvorsitzender Hans Carduck gestand ein, die Freien Demokraten hätten ihre Probleme mit dem Ja zur Errichtung einer Gesamtschule in Würselen gehabt. Sie respektierten jedoch den Elternwillen. Er betonte, dass 100 Würselener (!) Schüler angemeldet werden müssten. „Wir Grüne halten die Gesamtschule für eine gute Schulform”, votierte auch Ute Wendt (Bündnis/90/Die Grünen) für deren Einrichtung. Dagegen sprachen sich die beiden CDU-Stadtverordneten Gesine Breuer-Väisänen und Peter Havers aus.

Der Rat beschloss mehrheitlich, zum Schuljahr 2013/14 eine vierzügige Gesamtschule im Gebäude am Wisselsbach einzurichten, die Hauptschule mit Ablauf des Schuljahres 2012/13 aufzulösen und die Realschule ab 2013/2014 mit zwei Zügen am heutigen Standort weiter zu führen. Den Ganztagsbetrieb für Realschule und Gymnasium zu Beginn des Schuljahres 2013/2014 bei der Bezirksregierung zu beantragen, dazu wurde die Verwaltung beauftragt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert