Herzogenrath - Stadtrat äußert Kritik an Offenen Ganztagschulen

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Stadtrat äußert Kritik an Offenen Ganztagschulen

Von: Katrin Fuhrmann
Letzte Aktualisierung:

Herzogenrath. Der Stadtrat hat am Dienstag einstimmig beschlossen, eine Petition an das Land NRW zu richten. Das Anliegen sind die ungleichen Bedingungen der Offenen Ganztagsschulen.

Zum Hintergrund: Unter dem Motto „Gute OGS darf keine Glückssache sein!“ haben die Freien Wohlfahrtsverbände des Landes NRW vor den Sommerferien eine große Kampagne gestartet. Darin wurde zum Beispiel eine zukunftssichere, verlässliche Finanzierung der OGS, verbindliche und einheitliche Standards bezüglich Qualitätsanforderungen, Raumgrößen, Anzahl der Kinder pro Gruppe, Ausbildung des Personals und ein klarer, gesetzlicher festgeschriebener Auftrag für die OGS analog zu den Kindertagesstätten, gefordert.

Der Rat der Stadt Herzogenrath ist sich einig darüber, dass die ungleichen Rahmenbedingungen zu ungleichen und ungerechten Bildungschancen, je nachdem in welcher Stadt ein Kind wohnt, führen.

Darüber hinaus merkte der Rat an bei seiner Situng an, dass festzustellen ist, dass verbindliche Richtlinien bezüglich Raumausstattung und Größe fehlen.

Zum Vergleich: Der Stadt Herzogenrath stehen weniger finanzielle Mittel für die OGS zur Verfügung als beispielsweise der Stadt Aachen. Dementsprechend käme es zu unterschiedlichen Investitionen. Infolgedessen wäre nicht auszuschließen, dass die Bildungschancen nicht die gleichen sind.

Kai Baumann, Fraktionsvorsitzender der Piratenpartei, fordert ein Gesetz, das gleiche Rahmenbedingungen schafft. Alles andere sei unfair den Kommunen gegenüber. „Wir müssen ein Signal ans Land senden“, sagte er. Das Problem könnten die Kommunen nicht alleine lösen.

Renate Gülpen, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, sieht das genauso. „Wo Schule draufsteht, muss auch Schule drin sein“, sagte sie. Und ergänzte: „Wir unterstützen die Schulen, wann immer wir das können. Aber mehr geht einfach momentan nicht“. Es ständen nicht mehr finanzielle Mittel zur Verfügung.

Als Beispiel wurde die OGS der Katholischen Grundschule Straß der Stadt Herzogenrath genannt. Wegen der fehlenden Richtlinien, hat die Schule Probleme ihre OGS vernünftig zu gestalten.

Die Schule hat sich auf die Fahne geschrieben, ausschließlich Fachpersonal zu beschäftigen. Ein Kostenaufwand. Denn: „Es gibt Schulen, die stellen auch ungelerntes Personal ein. Das ist natürlich günstiger. Aber das wollen wir nicht“, sagt Julia Kranz, Leiterin der OGS der Katholischen Grundschule. Die Kommunen hätten außerdem unterschiedliche Voraussetzungen. Heißt konkret: In Herzogenrath müssen die Schulen alle Schüler aufnehmen, ablehnen dürfen sie nicht. Eine Einrichung in einer anderen Kommune, die ablehnen darf, hat dementsprechend andere Möglichkeiten.

„Die OGS wirbt immer mit Gleichberechtigung und Chancengleichheit. In der Praxis ist das aber nicht so“, sagt Kranz. Wenn Kommunen mehr Geld haben, können sie auch mehr leisten.

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