St. Josef Straß: Küsterin und Glöckner verabschieden sich

Von: Andrea Thomas
Letzte Aktualisierung:
13799382.jpg
Haben in der Pfarre Akzente gesetzt: Jetzt gehen Franziska Meyer und Glöckner Joachim Gauchel in den Ruhestand. Foto: St. Josef

Herzogenrath. Nein, leicht gefallen ist der Abschied beiden nicht, weder Franziska Meyer noch Joachim Gauchel. Aber es sei der richtige Moment, sagen sie übereinstimmend. Franziska Meyer war 20 Jahre Küsterin in St. Josef Straß, Joachim Gauchel hat sich sogar noch fünf Jahre länger um die Glocken und die Turmuhr der Josefskirche gekümmert. Zum Jahresbeginn haben beide nun ihre Dienste beendet.

Das Amt des „Glöckners“ erfordere neben technischem Verständnis auch körperliche Fitness, sagt Joachim Gauchel. Noch sei die da, aber man werde ja auch nicht jünger. Zu den vier Glocken geht es etliche Stufen hinauf, das letzte Stück über eine steile Leiter. Einmal wöchentlich ist er da zur Wartung hochgeklettert. „Das ist eine schwierige und auch dreckige Arbeit, die mir aber immer auch viel Freude gemacht hat“, erzählt er.

Zu dem Job gekommen ist der Maschinenbauingenieur und ehemalige Professor an der FH Aachen vor 25 Jahren eher zufällig. „Im Frühjahr 1992 stand plötzlich über Wochen die Turmuhr, die sonst zu jeder Viertelstunde und jeder vollen Stunde schlägt. Es hieß, sie sei kaputt und die Gemeinde plante bereits die Anschaffung einer wartungsfreien Funkuhr. Da habe ich dann gefragt, ob ich mir das mal ansehen dürfte.“ Dabei habe sich herausgestellt, die Uhr (die letzte noch mechanische im Umkreis) war gar nicht kaputt, sondern durch mangelnde Wartung verklemmt.

Seitdem hat er sich darum gekümmert Uhr und Glocken funktionsfähig zu erhalten, hat sogar extra eine Ausbildung zum Glockenexperten gemacht. „Wenn ich die Glocken höre, dann habe ich immer das Gefühl, sie sind auch ein Stück meine geworden“, sagt Joachim Gauchel. Persönliche Höhepunkte waren für ihn, wenn er nach der Wartung Probeläuten durfte und mitten in der Woche ein Festgeläut wie sonst nur an hohen kirchlichen Feiertagen erklang. Das werde er wohl sehr vermissen.

Auch Franziska Meyer geht mit Wehmut. Kirche und Sakristei waren viele Jahre fester Teil ihres Alltags. Jeden Samstag und Sonntag, bei Gottesdiensten und Beerdigungen unter der Woche und an den kirchlichen Hochfesten, war sie im Einsatz. Was mitunter recht zeitintensiv und anstrengend war. Zumal zu ihrer Tätigkeit weit mehr gehörte als nur die Messe vorzubereiten und danach die Kerzen auszupusten. „Alles oberhalb der Fußleisten in Ordnung zu halten, ist auch Aufgabe der Küsterin“, erläutert sie.

Dazu kamen noch Blumenschmuck, Opferkerzen auffüllen, Kirche öffnen und abschließen, sich um die Kirchenwäsche kümmern und um die Messdiener. „Die haben sich ganz besonders lieb bei mir verabschiedet, mit einem Bild auf das sie auch sehr freundliche persönliche kleine Sprüche geschrieben hatten.“

Überhaupt habe sie in der Gemeinde viele nette und liebe Menschen gefunden, doch nun mit 80 Jahren müsse auch mal Schluss sein. „Noch zittern mir die Hände nicht beim Kerzen anzünden“, sagt sie und so lange habe sie nicht warten wollen.

Nun hilft sie nur noch aus und freut sich, mehr Zeit für ihren Mann zu haben, dem es gesundheitlich nicht gut geht, und auch mal wieder für sich selbst.

An einer Nachfolgelösung arbeitet die Pfarrei derzeit noch. Die Aufgaben von Franziska Meyer wird sich zukünftig ein Team aus mehreren Gemeindemitgliedern teilen. Für die Glocken- und Uhrenwartung gebe es im Moment zwei Interessenten, die im Februar gemeinsam mit Joachim Gauchel schauten, ob die Übernahme dieses umfangreichen Dienstes vielleicht auch miteinander etwas sei, erklärte Gemeindereferent Wilfried Hammers.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert