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Sprung nach Düsseldorf im ersten Anlauf

Von: Georg Pinzek und Beatrix Oprée
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Sieg und Niederlage: Der strahlenden frischgebackenen Landtagsabgeordneten Eva-Maria Voigt-Küppers gratuliert Unterbezirksvorsitzender Martin Schulz (l.). Foto: Ralf Roeger

Nordkreis. Reimund Billmann (CDU) hat den Wahlsieg von vor fünf Jahren nicht wiederholen können: Eva-Maria Voigt-Küppers (SPD) hat das Direktmandat erzielt. 26.640 Wähler im Nordkreis gaben ihr die Erststimme (49,5 Prozent).

Für Billmann stimmten 24.740 Wähler (37,6 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei nur 57,8 Prozent (2005: 62,3 Prozent). Bei den Zweitstimmen erzielte die CDU 34,9 Prozent (-9,3 Prozent). Die SPD kam auf 36,7 Prozent (-1,2 Prozent). Die Grünen legten um 4,3 Prozent zu auf 9,3 Prozent. Die FDP verzeichnet 5,9 Prozent (+0,8 Prozent). Die Linke kam auf 6,2 Prozent (+2,3 Prozent). 1,9 Prozent wählten die Piratenpartei, 1,2 Prozent entfielen auf Sonstige.

Als überglückliche Wahlsiegerin ließ sich Eva-Maria Voigt-Küppers im Aachener Städteregionshaus feiern. Später stießen die Sozialdemokraten in der Elchenrather Kunst-Kneipe Hendriks auf den Erfolg an. Mit einem „guten Gefühl” hatte Voigt-Küppers der Auszählung entgegengesehen. „Ich habe die Stimmung im Wahlkampf bei den Leuten gespürt und daran geglaubt, dass es klappt”, sagte sie. „Der Wähler hat mir offensichtlich abgenommen, dass ich Ahnung von den Themen habe, von denen ich rede, und dass ich es ernst meine. Spitzenkandidatin Hannelore Kraft hat eine überzeugende Figur gemacht”, freut sich Voigt-Küppers, „dass durch das Wahlergebnis die Bundespolitik abgestraft worden ist.”

Bittere Pillen musste CDU-Kandidat Reimund Billmann in seiner eigenen Stadt und da auch noch in seinem eigenen Stimmbezirk in Klinkheide schlucken: Die Zahl der Erststimmen für ihn lag in Roda mit 35,3 Prozent unter dem Gesamtergebnis des Nordkreises (37,6 Prozent). In Klinkheide war die Diskrepanz noch prominenter: Hier erhielt Billmann nur 29 Prozent: „Ich dachte, meine Arbeit wäre besser gewürdigt worden. - Wir wissen aber auch, dass sehr viele nicht gewählt haben.” Völlig gegen den Trend war hingegen Baesweiler, wo Billmann mit 47,6 Prozent bemerkenswert weit vor der Kontrahentin lag, die 33,8 Prozent erzielte.

Das schlechte Abschneiden in der eigenen Stadt vermag Billmann nicht zu interpretieren: „Das verstehe wer will, besonders, wo wir bei der Kommunalwahl ein gutes Ergebnis hatten und dazwischen nichts Entscheidendes passiert ist.” Das für ihn wahlkreisweit schlechteste Ergebnis aus Alsdorf (33,7 Prozent) sieht er in der Krise der dortigen CDU begründet.

Insgesamt aber führt er seine Niederlage, mit der er „nicht unbedingt” gerechnet hat, auf die Dominanz der bundespolitischen Themen zurück: „Griechenland, Steuersenkungen, Banker und Boni” seien vornehmlich diskutiert worden, kaum hingegen Landes- respektive Wahlkreis-Themen: „Damit konnten wir einfach nicht durchdringen, trotz des intensiven Wahlkampfes, der von allen kräftig unterstützt worden ist.” Für sein weiteres Wirken kündigt Billmann die Konzentration auf Städteregion und Stadtrat an: „Die SPD wird sich noch wundern!”
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