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Sprachcamp der Falken macht Lust auf Lernen

Von: mabie
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Masken basteln: Tim Guo lässt sich von Sarah Hammerschmidt zeigen, wie es geht. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Selecan Topcu schwingt kurz den Bleistift, sagt eine beschwörende Zauberformel – und ruckzuck sind die beiden Schoko-Schaumküsse in ihrem Besitz. Diese Szene aus dem Naturfreundehaus in Merkstein ist in diesen Tagen nicht ungewöhnlich. Wohl aber die Aktion, an der die junge Dame teilnimmt.

Denn die Falken bieten hier ein Sprachcamp an, dass schon in den vergangenen vier Jahren Erfolg hatte. „Wir schaffen damit die Verbindung zwischen Deutschlernen in der Freizeit, Spielen und der Möglichkeit, sich etwas wie Weltwissen anzueignen“, sagt Beate Kuhn, die das in der Region einzigartige Projekt betreut. Sie ist überzeugt, dass Kinder sich heutzutage zu viel zu Hause aufhalten, nur wenig von der Welt kennen und so auch die Möglichkeiten ihrer Sprachförderung, gerade in Familien mit Migrationshintergrund, verschenken. „Bei uns liegt der Schwerpunkt aber nicht auf Grammatik, sondern auf Lesen“, sagt Kuhn.

Einige der 25 teilnehmenden Kinder, fast alle aus Herzogenrath, bekommen hier ihr erstes Buch. „Eliot und Isabella und die Abenteuer am Fluss“ von Ingo Siegner dient als Grundlage eines Theaterstücks, das die Kinder zum Abschluss auf die Bühne bringen. Dazu entwickeln sie in kleinen Gruppen nicht nur die Masken, das Bühnenspiel und die Charaktere, sondern fördern ganz nebenbei ihr Deutsch. „Wir haben eine gemischte Gruppe, bei der Kinder mit und ohne Migrationshintergrund ohne Berührungsängste miteinander umgehen“, freut sich Kuhn. Da wird beim gemeinsamen Deutschlernen das Buch gelesen, da werden Zaubertricks ausprobiert und zusammen mit Theaterpädagogin Jessica Höhn die ersten Gehversuche auf der Bühne unternommen.

Die Bühne ist der Falken-Raum im Bürgertreff Merkstein. Am Anfang stehen Kennenlernspiele, bei denen es vor allem um Aufmerksamkeit geht. Ganz nebenbei wird das Sprachcamp so zu einer spannenden Version von Schule. In den Ferien wohlgemerkt, wie sich Beate Kuhn als ausgebildete Lehrerin freut: „Jedes Kind lernt gerne, denn der Mensch an sich ist neugierig, an diesem Punkt setzen wir an.“ Das Spiel kommt natürlich nicht zu kurz, so ist in der Pause im Garten des Naturfreundehauses richtig was los. „Einfach alles macht mir hier Spaß“, sagt Kevin Mühlbauer, wobei dem Elfjährigen Deutsch und Tanzen besonders liegen. Altersgenosse Tim Guo, der erst vor einem Jahr mit seiner Familie aus China gekommen ist, legt sich beim Basteln ins Zeug. „Da braucht man nicht viel zu lernen, sondern macht einfach was“, sagt er lächelnd. Und die zehnjährige Sabina Kapyrina hat viel Spaß an der Kreativität. „Man kann sich viel bewegen“, schwärmt sie.

Sarah Hammerschmidt (18) ist als Betreuerin mit Herz und Seele dabei: „Die Kinder lernen hier etwas und sehen, dass das Spaß macht.“ Das alles ist keine Zauberei, sondern ein durchdachtes Konzept, das durch Landesmittel und die Stadt Herzogenrath umgesetzt werden kann. „So kann der Teilnahmebeitrag bei 20 Euro für zwei Wochen bleiben“, schließt Beate Kuhn.

Wer sich das Ergebnis des Sprachcamps auf der Bühne ansehen will, ist bei freiem Eintritt am Samstag, 31. August, um 15 Uhr ins Forum der Europaschule in Merkstein eingeladen.

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