„Sport trifft Wirtschaft”: Frauen sollen ganz oben mitmischen

Von: Conny Stenzel-Zenner
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Alle Chancen nutzen: (hinten v.l.) Monika Krämer, Geschäftsführerin der Grevenbroicher Firma „Windtest”, Hannelore Ratzeburg, Vize-Präsidentin des DFB, sowie Silvia Moss, geschäftsführende Gesellschafterin der Bäckerei Moss, talkten mit den Alemannia-Spielerinnen Laura Schöbben und Ilona Sieben (v.l.) über Fußball und andere Karrieremöglichkeiten. Foto: Conny Stenzel-Zenner

Nordkreis. Frauen fehlen im Top-Management der Wirtschaft. In Deutschland sind es nur drei Prozent der entsprechenden Stellen, die von Frauen besetzt werden.

Um das zu ändern, muss über diese Ungerechtigkeit geredet werden, muss dieses Ungleichgewicht ins Bewusstsein der Menschen getragen werden. Deshalb wurde jetzt im Würselener Alten Rathaus vor vollem Saal getalkt.

Unter dem Motto „Sport trifft Wirtschaft” stand der Abend, der am Ende viele Unterschriften unter die Nürnberger Resolution zusammengetragen haben sollte.

Auch die Unterschriften der Bürgermeister des Nordkreises, denn die unterstützen die Resolution, die bereits im Oktober 2008 als Initiative von Fach- und Führungskräften aus Nürnberg entstand und inzwischen von Aktionsbündnissen anderer Regionen Deutschlands unterstützt wird.

„Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner sehen die Umsetzung der Forderung als einen Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen in einer globalisierten Wirtschaft”, sagte Silke Tamm-Kanj, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Würselen.

Per Gesetz vorangebracht

Würselens Bürgermeister Arno Nelles entschuldigte seine verhinderten drei Kollegen aus den Nachbarstädten, die unisono nichtsdestotrotz die Gleichberechtigung als wichtig erachten.

„Die Forderungen der Nürnberger Resolution nach mehr Frauen in Aufsichtsräten und Führungspositionen unterstütze ich, da die Wirtschaft von qualifizierten, motivierten Frauen in vielerlei Hinsicht profitieren kann. Die Einführung der Landesgleichstellungsgesetze für den Bereich des öffentlichen Dienstes hat die Frauenförderung vorangebracht”, urteilt etwa Dr. Willi Linkens, Bürgermeister der Stadt Baesweiler.

Sein Herzogenrather Kollege, Christoph von den Driesch, sagt, dass die Gleichberechtigung längst auf einem guten Weg sei: „Erfreulicherweise hat sich vieles gewandelt, und starre Strukturen sind aufgeweicht. Leider ist das trotz allen Selbstverpflichtungen der Wirtschaft nicht in den Aufsichtsräten und den obersten Führungsebenen im gewünschten Maße umgesetzt worden. Deshalb unterstütze ich die Nürnberger Resolution, damit in diesen Bereichen mehr Bewegung erzielt wird.”

Auch Alfred Sonders, Bürgermeister aus Alsdorf und Arno Nelles aus Würselen stimmen nicht nur zu, sondern haben ebenfalls die Resolution unterschrieben. Die fordert, dass entsprechend dem norwegischen Modell im Aktiengesetz festgelegt wird, dass die Aufsichtsräte deutscher Aktiengesellschaften bis 2013 zu mindestens 40 Prozent mit Frauen bzw. Männern besetzt sein müssen, sowie ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen.

Hannelore Ratzeburg, DFB-Vize-Präsidentin, strahlte derweil vom Podium herunter: Denn sie ist nicht nur Schirmherrin der Aktion, sondern auch eine der wenigen Frauen, die es in die oberen Kreise der Männer geschafft hat. Wie?

„Ich hatte ein Ziel. Ich spielte Fußball, ich war Trainerin, und ich wollte Entscheidungen treffen. Als ich es zum DFB geschafft hatte, sollte ich zunächst immer nur an Konferenzen teilnehmen, die sich mit Frauenfußball beschäftigten. Da habe ich gegengesteuert. Ich wollte nicht ausgeschlossen werden”, berichtete Ratzeburg.

Fußball als Wegbereiter

Mit auf dem Podium saßen die Alemannia-Fußballerinnen Ilona Sieben und Laura Schöbben sowie die Geschäftsführerinnen Silvia Moss und Monika Krämer. Sie alle waren sich einig, dass es konkreter Ziele bedarf, um in der Männerwelt bestehen zu können. Und Hannelore Ratzeburg erklärte, warum gerade Fußball Mädchen auch auf eine steile Karriere in der Wirtschaft vorbereiten kann.

„Fußball ist mehr als ein 1:0. Beim Training bedarf es Disziplin, auf dem Spielfeld muss man schnell entscheiden können. Du musst gewinnen und verlieren können, und du musst soziale Kompetenzen haben.” Da von 6,6 Millionen DFB-Mitgliedern schon mehr als eine Million Frauen seien, könnten Frauen daher bald auch zahlreicher in den Top-Etagen der Wirtschaft vertreten sein...
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