Baesweiler - Spielgruppe mit der Extraportion Sprache

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Spielgruppe mit der Extraportion Sprache

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:

Baesweiler. Für die Kinder ist es vor allem ein großer Spaß. Sie sind fröhlich dabei, wenn es mit klimpernden Handschuhen an die Fingerspiele geht, wenn ausgelassen getanzt wird oder auf Mamas Knien lustige Lieder gesungen werden. Dass sie dabei eine ganze Menge lernen, merken die Kleinen nicht.

Doch genau darum geht es im Programm „Griffbereit“: Kinder von Eltern mit Migrationshintergrund sollen in beiden Sprachen möglichst früh sattelfest werden – im Deutschen und in der Muttersprache der Mama.

Freilich könnte es auch die Sprache des Vaters sein, doch in der Regel nehmen die Mütter am Projekt teil, wie aktuell im Familienzentrum „Sonnenschein“ in Baesweiler. Zehn Plätze gibt es in dieser Spielgruppe mit der Extraportion Sprachförderung. Schon am Frühstückstisch, an dem die wöchentlichen Treffen beginnen, wird viel erzählt. Dort sitzen die Kinder – von anderthalb bis drei Jahren – und saugen die Sprache der Erwachsenen auf.

Für die Kleinsten geht es vor allem darum, den Klang der Sprachen kennenzulernen und gleichermaßen ein Gefühl für das Türkische und das Deutsche zu entwickeln. Damit sie später beides beherrschen und auch sauber voneinander trennen können.

„Das Projekt soll der doppelten Halbsprachigkeit vorbeugen“, sagt Timur Bozkir, kommissarischer Leiter des Integrationsbüros der Städteregion, die Trägerin von „Griffbereit“ ist.

Doppelt Halbsprachige: Das sind die, die weder die eine noch die andere Sprache richtig beherrschen, bei denen alles durcheinander purzelt, die häufig nach Wörtern suchen müssen und sie kaum finden.

Damit sich die Sprachen in der Gruppe nicht vermischen, wird darauf geachtet, sie je nach Situation einzusetzen. So werden beispielsweise alle Lieder auf Türkisch gesungen, aber beim Spielen auf dem Teppich wird ausschließlich Deutsch gesprochen. Damit die Kinder klare Unterschiede erkennen.

So sollte es auch daheim sein. Idealerweise spricht dort ein Elternteil konsequent die eine Sprache und der Partner die andere. Nuray Culaydar fährt gut damit. Daheim ist sie für den türkischen Part zuständig, ihr Mann übernimmt das Deutsche. „Ist zwar schwer, die Trennung im Alltag sauber durchzuhalten, aber für die Kinder ist das ideal“, sagt sie. Mit den Zwillingen Izem und Kaan besucht sie schon zum zweiten Mal den Kurs, den Mürvet Ayvaz im Familienzentrum leitet. „Mir gefällt die Verbindung aus Sprachförderung und ganz normalen Erziehungstipps, von der Kombination profitieren Kinder und Eltern.“

Die Nachfrage ist groß bei dem Projekt, das in Baesweiler als Kooperation mit der Volkshochschule läuft und ebenfalls im evangelischen Familienzentrum „Engelshaus“ in Setterich angeboten wird.

Das freut Timur Bozkir. „Wir spüren, dass immer mehr Familien mit Migrationshintergrund erkennen, wie wichtig die Sprachförderung ist, wie viel davon abhängt.“ Nicht zuletzt steigen auch die Bildungschancen mit dem Spracherwerb. Keine schlechte Gelegenheit also, das Ganze bereits auf der Krabbeldecke zu fördern.

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