Spedition Schumacher schafft 250 neue Arbeitsplätze

Von: Karl Stüber
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Die Bauarbeiten schreiten schnell voran: An der Monnetstraße im Gewerbegebiet Kaninsberg in Würselen ist das Ausmaß der erheblichen Investitionen der Spedition Josef Schumacher zu erkennen, die ihre Lager- und Umschlagkapazitäten ausweitet. Foto: Stüber/Krentz
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Er will der Nachfrage nach Dienstleistungen im Bereich Logistik gerecht werden und sucht dafür dringend zusätzliche Mitarbeiter: Firmenchef Josef Schumacher. Foto: Stüber/Krentz

Würselen. Mächtige Hallen werden derzeit an der Monnetstraße im Gewerbegebiet Kaninsberg hochgezogen. Auch an der Carlo-Schmid-Straße entsteht neue Lagerkapazität im großen Stil. Das internationale Transportunternehmen Spedition Schumacher mit Hauptsitz an der St.-Jobser-Straße, spezialisiert auf die Bereiche Kühltransport, Lagerlogistik und das Umschlagen sowie Disponieren von Kühlgut, erweitert seine Kapazitäten erheblich.

Firmenchef Josef Schumacher spricht auf Nachfrage unserer Zeitung von einem Komplettinvestment in Höhe von rund 40 Millionen Euro. Bis zu 250 Arbeitsplätze sollen zusätzlich geschaffen werden.

Tausende Paletten mehr

Schumacher rechnet in genormten Palettenstellplätzen. An der Carlo-Schmid-Straße entsteht eine Lagerstätte für Temperaturabhängige Produkte (Lebensmittel und entsprechende Grundstoffe von 4 bis 18 Grad) mit Stellflächen für 50.000 Paletten auf Hochregal- und Durchlauflagern.

Geplant ist die Fertigstellung für Dezember. An der Monnet-/Schumannstraße soll ein erster Bauabschnitt für 60.000 Palettenstellplätze im März 2018 in Betrieb genommen werden. Dort besteht die Option auf eine Erweiterung um weitere 60.000 Plätze, wenn sich Markt bzw. Nachfrage entsprechend weiterentwickeln, wie Schumacher sagt.

Weitere Lagerkapazitäten nutzt die Spedition, die vor allem in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Italien, Spanien, Frankreich und England unterwegs ist, am Rotter Bruch in Aachen, an der Ernst-Abbe-Straße in Eschweiler und in Kerpen.

Waren werden veredelt

Grund für die Expansion am Standort Würselen ist die wachsende Nachfrage nach Dienstleistungen, die weit über das reine Transportieren von Waren hinausgehen, wie Schumacher erläutert. Die „Veredelung“ von Waren, also das Konfektionieren, ja Weiterverarbeitung und Distribution nehmen immer größeren Raum ein. Immer mehr Ketten erledigen diese Aufgaben nicht mehr selbst, sondern vergeben solche Aufträge an externe Anbieter.

„Es wird erwartet, dass wir zwischen Abholen und Ausliefern der Waren die verschiedensten Arbeiten erledigen.“ Und das kann sehr personalintensiv sein. Auch organisatorisch hat Schumacher marktgerecht reagiert, die Geschäftsfelder aufgeteilt und mit Wirkung ab 1. Juli eine neue Firma gegründet, die Lager Logistic GmbH.

Im Zuge der Kapazitätserweiterung stößt der dynamische Unternehmer aber personell an die Grenzen des Arbeitsmarktes. Schumachers Unternehmen arbeitet an sechs Tagen die Woche in drei Schichten, um die Aufträge abwickeln zu können. Für die geplanten 250 zusätzlichen Stellen hat er zwar bereits 50 neue Mitarbeiter einstellen können, aber die Suche nach weiteren geeigneten Kräften erweist sich als schwierig, wie er sagt. Angesichts des zu großen Aufwands, den sein Unternehmen leistet, um an passende Mitarbeiter zu kommen, leistet er selbst „Basisarbeit“ und führt Einstellungsgespräche.

Anemone Zabka, Assistentin der Geschäftsleitung, erinnert dazu passend daran, dass für den nächsten Tag fünf solcher Gespräche für ihn anstehen. Erfolgsaussicht ungewiss. „Letzte Woche hatten wir 65 offene Stellen“, sagt Zabka mit Blick auf das Gesamtunternehmen. „Wir bilden im kaufmännischen Bereich selbst aus.“ Aber entsprechend qualifizierte Bewerber seien rar gesät. Intensiv werde mit der Agentur für Arbeit zusammengearbeitet, um die Lücken zu füllen.

Aber ein Unternehmen, das bislang rund 320 Mitarbeiter zählte, innerhalb kurzer Zeit fast um das Doppelte aufzustocken, sei schwierig, ergänzt der Chef. Was ist mit den Branchenkollegen der Alsdorfer Firma Cinram, die im Insolvenzverfahren steckt, die Produktion von CDs, DVDs und Blu-rays auslaufen musste und deren Logistik- und Distributionsbereich verkauft werden soll? Können nicht Mitarbeiter aus dieser Firma oder der extra für die dort bereits Entlassenen gegründeten Transfergesellschaft zu Schumacher wechseln?

„Die bislang dort engagierten Zeitarbeitsfirmen bieten bereits ihre Leute hier an“, sagt Schumacher. Darüber hinaus sei es noch schwierig, da entsprechende (bislang feste) Arbeitskräfte dort noch gebunden seien und die Qualifikation stimmen müsste. Und wie steht es mit der traditionellen Kernkompetenz Transportgeschäft bei Schumacher? Schließlich wurde die Spedition Josef Schumacher, Tiefkühl-Frischedienst-Logistik e.K., im Jahre 1931 in Aachen als Transportunternehmen gegründet.

Der Großvater des aktuellen Firmenchefs hatte noch persönlich die Milch bei Bauern mit seinem Lastwagen abgeholt und an der Aachener Robensstraße ein Milchgeschäft. Heute zählt die Spedition rund 150 eigene Fahrzeuge, 150 weitere stellen je nach Auftrag externe Unternehmen. Wann will Schumacher weiter expandieren? Der Firmenchef ist da zurückhaltend. „Das will alles noch beherrschbar sein. Wir sind ja kein Konzern.“ Zudem müsste er dann in ganz anderen finanziellen Dimensionen denken, was ohne Partner nicht zu stemmen wäre.

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