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Spanisches Flair an der Europaschule

Von: Holger Bubel
Letzte Aktualisierung:
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Vollblut-Spanierin, aber gerne in Deutschland: An der Europaschule unterrichtet Monica Bea Ribeiro Schüler in ihrer Muttersprache. Foto: H. Bubel

Herzogenrath. Ihren neuen Namen hat die städtische Gesamtschule bereits seit Monaten: Europaschule Herzogenrath. Jetzt füllt sie den europäischen Gedanken mit einem attraktiven „Neuzugang”.

Monica Bea Ribeiro heißt die spanische Gastlehrerin, die für ein Jahr an der Europaschule ihre Muttersprache Spanisch unterrichten wird. Im Rahmen eines Gastlehrerprogramms, initiiert von den Bundesländern NRW, Baden-Württemberg und Bayern, hat es die 33-Jährige aus Galicien nach Herzogenrath verschlagen.

Nicht ganz unvorbelastet ist die Lehrerin für Deutsch, Spanisch und Galicisch, was ihr Zuhause auf Zeit anbelangt: Bis zu ihrem zwölften Lebensjahr hat sie mit ihrem spanischen Vater und ihrer portugiesischen Mutter in Deutschland gelebt, in einem kleinen Ort nahe Gütersloh, bevor es zurück in die wahre Heimat ging, nach Spanien. „Auch wenn ich einen großen Teil meiner Kindheit in Deutschland verbracht habe, fühle ich mich trotzdem als Vollblut-Spanierin”, sagt sie in fehlerfreiem, fließenden Deutsch, betont aber, dass sie „immer mal wieder sehr gerne nach Deutschland zurückkehrt” - so etwa auch bereits als Erasmusstudentin nach Paderborn und als Fremdsprachenassistentin nach Düsseldorf.

In einem aufwändigen und schweren Auswahlverfahren hatte sich Monica Bea Reibeiro gegen zahlreiche Mitbewerber um einen begehrten Gastlehrerplatz in Deutschland durchgesetzt. Nach einer ersten Auslese hatte sie es mit 150 Bewerbern zu Prüfungsgesprächen in Madrid geschafft und dabei die Kommission von sich und ihren Fähigkeiten als Pädagogin mit ausgezeichneten Sprachkenntnissen überzeugt.

Jetzt ist die Galicierin eine von 18 spanischen Lehrkräften, die ihre Muttersprache in NRW unterrichtet. „Wir freuen uns natürlich sehr und sehen Frau Ribeiro als Bereicherung unseres Lehrkollegiums”, reibt sich Schulleiter Daniel Bick die Hände vor Freude. Immerhin gibt es deutlich mehr interessierte Schulen als Gastlehrer, und die Europaschule hat den Zuschlag erhalten.

Einen großen Unterschied zwischen spanischen und deutschen Schülern kann die Pädagogin bei ihrer Arbeit nicht erkennen: „In meiner Heimat sind die Schüler vielleicht etwas lebhafter als in Deutschland. Aber hier wie dort hat sich die Schülerschaft im Allgemeinen verändert, was Disziplin und Auftreten anbelangt.” Positiv überrascht habe sie aber, dass die Schüler an der Europaschule ihre Lehrer stehend und gemeinsam begrüßen. „Das kenne ich aus Spanien nicht”, sagt sie. Diese Geste freut sie sehr.

Dass sie ihr Weg mit Herzogenrath in eine eher beschauliche Ecke Deutschlands geführt hat und nicht in eine NRW-Metropole, sieht Monica Bea Ribeiro als Vorteil: „Köln und Düsseldorf kenne ich ohnehin schon. Und die Nähe zu den Niederlanden und Belgien lädt geradezu ein, auch diese Länder zu besuchen”, verrät sie. Hier liegt ihre Leidenschaft.

„Aus dem Party-Alter bin ich raus, aber ich besuche sehr gerne Städte und Landschaften. Und von Herzogenrath aus kann ich das wunderbar.” Und jetzt, wo sie eine Wohnung gefunden hat, ganz in der Nähe der Europaschule, stehen ihr in ihrer Freizeit viele Türen offen. Geht es nach Monica Bea Ribeiro auch die des Romanistischen Institutes der RWTH Aachen. Sie will die Zeit in Deutschland nutzen und dort noch den Studienabschluss in Romanistik machen.
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