Sous macht seine Baustelle zum Kunstwerk

Von: Georg Pinzek
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Ein echter Hingucker: Das Haus der Familie Sous ist mit einer Gerüstplane verhüllt. Zu sehen sind großformatige Bilder des Centre Pompidou. Foto: Georg Pinzek
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Ein Mann der Tat: Albert Sous setzt als Künstler auch zu Hause Akzente. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Nanu! Hat das Centre Georges Pompidou jetzt eine De­pen­dance im Miniformat in Würselen? Natürlich nicht. Aber der Pariser Kunst- und Kulturtempel ist auf einer Gerüstplane an der Ecke Ravelsberger Straße/Am Wisselsbach zu sehen – ein schöner Hingucker.

Das war die Immobilie des Goldschmieds und Metallbildhauers Albert Sous allerdings schon immer. Jedoch ist das Gebäude in die Jahre gekommen. Immerhin ist es schon ein halbes Jahrhundert alt. „Wärmedämmung war für Häuser aus dieser Zeit ein Fremdwort“, weiß Hausherr Sous. Das galt auch noch für die 70er Jahre. Doch schon damals verpasste Familie Sous dem Atelierhaus im Bauhausstil eine Wärmedämmung von außen. Auf vier Zentimeter dicken Steinwollematten und weiteren vier Zentimetern Belüftung wurden geschosshohe weiße Glasalplatten angebracht. Gut zehn Jahre später bemalte Tochter Vera in ihrer Studienzeit das Haus. Die Skulpturen ihres Vaters, deren Herstellung sie als Kind erlebt hat, übertrug sie in eigene Bilder und Formen. Den Kugelbrunnen malte sie zum Beispiel als Artischocke. Die Wärmedämmung hat sich inzwischen aufgelöst, von der Bemalung sind nur noch Fragmente sichtbar. „Dies veranlasst uns 50 Jahre später eine Sanierung nach den heutigen Erkenntnissen vorzunehmen“, erklärt Albert Sous. Und er hat sich für eine „unterhaltsame Verhängung“ der Baustelle entschieden. Sous: „Vor mehr als 30 Jahren sah ich erstmals eine Verhüllung des Dogenpalastes in Venedig. Zu sehen war der Endzustand nach der Sanierung.“ Heute sind Motivplanen auf Baustellen eher in großen Städten häufiger zu sehen – mit mehr oder weniger kunstvollen Motiven.

Interessante Architektur

„Ich wollte auf unserer Verhüllung eine interessante Architektur sichtbar machen“, begründet Sous, warum die Wahl auf das Centre Pompidou fiel. Für ihn ist es das spannendste Kunst- und Kulturzentrum, das er schon in der Bauphase mehrfach erlebte und später immer wieder bewunderte. Nach fünfjähriger Bauzeit wurde der Komplex am 31. Januar 1977 als staatliches Kunst- und Kulturzentrum im 4. Arrondissement von Paris eröffnet, dort nennen es die Hauptstädter auch „La Raffinerie“. Sous: „Nach meinem letzten erlebnisreichen Besuch in den jetzt neu gestalteten Ausstellungsräumen entstand schließlich die Idee, eine Hommage an das Centre Pompidou und dessen Architekten Renzo Piano und Richard Rogers auf der Verhüllung sichtbar zu machen.“ Gesagt, getan: Das Ergebnis kann sich nun sehen lassen.

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