Nordkreis - Sonders und Nelles behaupten sich klar

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Sonders und Nelles behaupten sich klar

Von: Bea Oprée, Georg Pinzek, Stefan Schaum und Karl Stüber
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Die Alsdorfer haben auf Kontinuität gesetzt: Bürgermeister Alfred Sonders (SPD) – hier feiernd im Kreise seiner Parteifreunde mit Ehefrau Claudia und Tochter Luisa – wurde beeindruckend im Amt bestätigt. Auch die SPD-Fraktion legte kräftig zu. Allerdings ließen ehemalige Kooperationspartner wie ABU und FDP kräftig Federn. Foto: Karl Stüber
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Fairer Verlierer: Der unterlegene Werner Birmanns (CDU, l.) gratulierte Bürgermeister Arno Nelles, der sich hier mit seiner Enkelin Frieda über seine Wiederwahl freut. Foto: Wolfgang Sevenich

Nordkreis. Bürgermeister in Alsdorf bleibt Alfred Sonders (SPD). Der bisherige Amtsinhaber übertraf noch sein Wahlergebnis im Jahre 2009 (knapp 69 ) und holte 72,42 . Der CDU-Kandidat Franz Brandt kam nur auf schmale 17,07.

Chancenlos blieben der Kandidat der Grünen, Horst-Dieter Heidenreich (4,25), Oliver Schmidt-Schwan von der Partei Die Linke (3,35) und die Republikanerin Petra Baumann (2,91).

„Die Alsdorfer haben ein klares Urteil gefällt und wollen, dass es so weiter geht“, sagte der überglückliche Gewinner Sonders, der in seiner Fraktion und mit seiner Familie den Triumph ausgiebig feierte. Auch im Stadtrat kehren fast schon wieder Mehrheitsverhältnisse wie in den 1980er und 1990er Jahren ein. Während die SPD-Fraktion ihre Mandate von 16 auf 20 steigerte, kam die CDU noch auf 9, die Grünen auf 3 Sitze.

Der unterlegene CDU-Spitzenkandidat Franz Brandt gratulierte Alfred Sonders zum Erfolg, zeigte sich aber vom eigenen Abschneiden und dem seiner Partei tief enttäuscht. „Im Stadtrat wird es da keine starke Opposition mehr geben. Aber wir werden unser Möglichstes tun.“ Ausgelotet werden sollen die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit anderen politischen Kräften. Erstmals stellte sich die ABU dem Wählerwillen und schmolz von ehemals fünf der CDU „abgeknöpften“ Mandaten auf nur noch auf eins. Bernd Mortimer kündigte als Reaktion inhaltlich starke Oppositionsarbeit gegenüber der SPD an.

Als der amtierende und neue Bürgermeister am späten Wahlabend den Würselener Ratssaal betrat, war Arno Nelles der Wahlerfolg nicht mehr zu nehmen. Obwohl noch nicht alle Bezirke ausgezählt waren, stand fest, der Sozialdemokrat hat mit einem eindeutigen Ergebnis sein Amt als Verwaltungschef und Ratsvorsitzender verteidigt. Unter den ersten Gratulanten waren die unterlegenen Kandidaten, Werner Birmanns (CDU) und Hans-Bernd Parschmann (Grüne). Arno Nelles wurde mit 57,34 wiedergewählt.

Der CDU-Herausforderer Werner Birmanns, Erster Beigeordneter, konnte lediglich 26,86 erzielen. Der Kandidat der FDP, Hans Carduck, holte 8,2 Prozent und 7,6 der Kandidat der Grünen, Hans-Bernd Parschmann. In seinem Amtszimmer hatte Nelles zuvor im Kreis seiner Familie und Parteifreunden die einlaufenden Ergebnisse verfolgt. Als er als Sieger feststand, reagierte er mit Freude und Erleichterung: „Ich bin froh, dass keine Stichwahl nötig ist. Mit diesem klaren Ergebnis kann ich gemeinsam mit dem Rat und meinem Team im Rathaus die Arbeit nun fortsetzen.“

Arno Nelles wertete das klare Votum als „großen Vertrauensbeweis, für den ich mich bedanke. Ich bin mir darüber im Klaren, dass dies ein Wählerauftrag ist, den eingeschlagenen Kurs einzuhalten. Wir haben in der vergangenen Wahlperiode im Rathaus die Dinge gemeinsam vorangebracht. Egal, welche politische Konstellation im Stadtrat sich ergeben wird, ich bin fest gewillt, mit allen politischen Kräften zum Wohle der Stadt zusammenzuarbeiten.“

Auch wenn die FDP in Herzogenrath mit 5,74 städteregionsweit das beste Ergebnis eingefahren hat, so brachte der Wahlabend doch eine gehörige Portion Frust mit sich: Denn im letzten ausstehenden Stimmbezirk, der Stadtbücherei, kippte aufgrund von drei fehlenden Stimmen doch noch der dritte Ratssitz für die Liberalen. Die Linke unterdessen freut sich über den Erhalt der vor fünf Jahren auf Anhieb errungenen drei Mandate. Aus dem Stand eine Punktlandung machten die Piraten, die, wie Spitzenkandidat Kai Baumann betonte, in Roda nun gegen den Bundestrend eine Fraktion etabliert haben. Sie wird von Stefan Kuklik komplettiert, der im Januar als Bürgermeisterkandidat angetreten war. Eindeutiger Sieger des Abends ist mit einem Plus von 5,71 die SPD (38,79 ).

Martin-Schulz-Bonus?

Nicht etwa einen Martin-Schulz-Bonus im Zuge der Europawahl, sondern vielmehr die Politik des rot-grün-roten Bündnisses in Herzogenrath machen Fraktionschef Gerd Neitzke und Stadtverbands-Vorstand Bruno Barth für den Stimmenzuwachs verantwortlich. Schon am Montag will man sich mit den bisherigen Partnern, Grüne und Linke, zusammensetzen.

Genau andersherum bewertet die CDU die Lage, die mit einem Minus von 3,06 fertig werden muss. „Die Person Schulz hat gezogen“, ist der stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende Dieter Gronowksi überzeugt, der ankündigt, nun auch Gespräche führen zu wollen, denn: „Die Karten sind in gewisser Weise neu gemischt.“

Die Grünen haben ein Minus von 1,42 zu verzeichnen und haarscharf das fünfte Mandat verpasst. Dennoch: „Ziel erreicht“, sagt der bisherige stellvertretende Fraktionssprecher Dr. Bernd Fasel, nämlich ein zweistelliges Ergebnis zu haben (10,18 ) und drittstärkste Kraft im Rat zu sein.

In Baesweiler ging die Auszählung am Sonntag vergleichsweise flott vonstatten. Bereits um 21.15 Uhr lagen alle Ergebnisse vor. Was die Direktmandate betrifft, ist der CDU auf kommunaler Ebene erneut der Durchmarsch gelungen. Alle 19 Wahlbezirke waren am Ende in der Hand der Union. Und doch war der Sieg nicht mehr so glanzvoll wie vor fünf Jahren, denn ein paar Federn mussten die Christdemokraten schon lassen: Im Gesamtergebnis liegt die CDU mit 61,97 um 7,89 hinter dem Wert von 2009 zurück. Schwächeln auf hohem Niveau, kann man da sagen – schließlich bleibt ihr selbst mit drei Sitzen weniger bei 23 von insgesamt 38 Sitzen eine komfortable Mehrheit. Zulegen konnte die SPD, die bei künftig neun Sitzen drei mehr als bislang hat. 23,61 holten die Sozialdemokraten, das ist ein beachtliches Plus von 7,57.

Geringe Wahlbeteiligung

Das stabilste Ergebnis fuhren die Grünen ein. Ihr „Plus“ von 0,01 Prozent bescheinigt ihnen zwar eine treue, aber offenbar wenig ausbaufähige Wählerschaft. Bei 7,02 sind die Grünen weiterhin mit drei Sitzen vertreten. Dass es trotz des ersten Einzugs der Linken – die 4,48 erreichte und damit zwei Sitze holte – auch künftig nur vier Fraktionen im Rat geben wird, ist dem Abschmieren der FDP geschuldet. Nur noch einen Einzelkämpfer können die Liberalen stellen.

Um 1,28 ging es runter auf 2,93 . Sie sind damit ein klarer Verlierer des Abends und konnten ihren Fraktionsstatus nur eine Wahlperiode aufrecht erhalten. Ein ebenso klarer Verlierer auch in Baesweiler: die Wahlbeteiligung. Weniger als die Hälfte der Wahlberechtigten zog es an die Urne, gerade einmal 49,97 gaben überhaupt ihre Stimme ab.

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