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Solar und Schiene: Altmaier informiert sich über Energieprojekte

Von: mas
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Das zukunftsweisende Projekt Euregiobahn mit Blick auf die Elektrifizierung erörtert: EVS-Geschäftsführer Thomas Fürpeil (l.) und Bundesumweltminister Peter Altmaier. Foto: Sigi Malinowski

Nordkreis. Thomas Fürpeil und Christian Hartrampf dürften die Worte von Bundesumweltminister Peter Altmaier wie Musik in den Ohren geklungen haben: Denn nach der Sommerpause in Berlin will sich Altmaier, wie dieser nun beim Besuch in Herzogenrath sagte, mit seinem Amtskollegen aus dem Ressort Verkehr – Peter Ramsauer – austauschen. Thema: Elektrifizierung der Euregio-Bahn.

Anlässlich eines Besuchs des Solarparks in den Nivelsteiner Sandwerken machte Peter Altmaier auf Einladung von CDU-Bundestagsmitglied Helmut Brandt und Rodas Bürgermeister Christoph von den Driesch auch noch einen „Abstecher“ ins Eurode Business Center (EBC). Dort nahmen Thomas Fürpeil und Christian Hartrampf, beide Geschäftsführer der Euregio Verkehrsschienennetz GmbH, die Gelegenheit wahr, dem Gast aus Berlin ihr Anliegen zu schildern.

Fürpeil machte deutlich, dass 60 Prozent der Betriebsleistung der Euregiobahn mit Dieseltriebzügen auf elektrifizierten Hauptstrecken erbracht werden. Europaweit sei eine Ausschreibung der Verkehrsverträge in Vorbereitung.

Nach Auffassung der Zweckverbände ist eine erneute Ausschreibung eines Dieselbetriebes über 20 Jahre aus ökonomischen, ökologischen und betrieblichen Gründen nicht zu verantworten. Landtagsabgeordneter Axel Wirtz bekräftigte: „Nochmals 30 Jahre mit den Dieselloks durch die Gegend zu fahren, können wir uns nicht leisten. Wir müssen uns beeilen“, forderte er in Richtung Peter Altmaier.

Hartrampf und Fürpeil wiesen darauf hin, „dass das viel Geld, wahrscheinlich einen zweistelligen Millionenbetrag kostet. Aber uns ist bekannt, dann man im Verkehrsministerium den Plänen positiv gegenübersteht“. Peter Altmaier hörte sich dies an und kündigte an: „Ich werde das mit nach Berlin nehmen.“

Neue Lebensräume geschaffen

Zuvor hatten Charles Russel und sein Unternehmen (Nivelsteiner Sandwerke sowie Solarpark) ein dickes Lob des Bundesumweltministers erhalten. Zunächst stellte der Minister – der sich später auch ins Goldene Buch der Stadt Herzogenrath eintrug – mit Blick auf den kleinen See und den hohen Grünanteil fest: „Das sieht ja wie im Urlaub hier aus.“

Der zweitgrößte Solarpark in NRW hat fast 10.000.000 Kilowattstunden Strom im vergangenen Jahr durch die Anlage ins regionale Netz einspeist. „Wir sind mit dem Ertrag sehr zufrieden. Er entspricht unseren Berechnungen – und das, obwohl wir einen langen Winter hatten“, erklärte EWV-Projektmanager Dr. Matthias Betsch. Über 5500 Tonnen Kohlendioxid wurden dank des Solarparks eingespart. Das entspricht in etwa dem Ausstoß von 2 Millionen Liter Diesel. Der Solarpark hat eine Spitzenleistung von 10 Megawatt (MW). Knapp 3200 Muster-Haushalte können die 42.000 Solarmodule im Jahr mit Strom versorgen.

Äußerlich hat sich der Solarpark im vergangenen Jahr deutlich weiterentwickelt. Rund um die 80.000 Quadratmeter große Anlage ist von kahler Erde keine Spur mehr. Es blühen Gräser und Blumen. „Wir haben eine spezielle Saatmischung verteilt. So entstehen zahlreiche neue Lebensräume für bedrohte Tierarten“, erklärte Betsch. Die Rechnung ist aufgegangen: Die in NRW bedrohte Kreuzkröte hat schon die Vorteile der Landschaft rund um die Anlage erkannt und sich dort angesiedelt.

Der Solarpark ist ein Gemeinschaftsprojekt der EWV Energie- und Wasser-Versorgung GmbH und der n.s.w. energy GmbH, einer Tochterfirma der Nivelsteiner Sandwerke und Sandsteinbrüche GmbH. Außerdem hat sich Ende vergangenen Jahres die Stadt Herzogenrath mit zehn Prozent an der Anlage beteiligt.

Baustein der Energiewende

„Der Solarpark in Herzogenrath ist ein Baustein auf dem Weg der Energiewende. Ich bin stolz, dass unsere Stadt gemeinsam mit der EWV und der n.s.w. energy hier mit gutem Beispiel voranschreitet und dieses vorbildliche Projekt realisieren konnte“, hielt Bürgermeister Christoph von den Driesch fest. Minister Altmaier stellte heraus: „Ein so futuristisches Bauwerk zu sehen freut mich. Die Energiewende wird sich zum zentralen Nervensystem unserer Volkswirtschaft entwickeln.“

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