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So ist er halt, der Ralf

Von: Anja Klingbeil
Letzte Aktualisierung:
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Unvergleichlich - und manches Mal schwer zu ertragen: Comedian Ralf Schmitz. Foto: ak

Alsdorf. Petra wird nie wieder zu spät kommen. Diese Lektion hat sie an diesem Abend gelernt. Denn wer bei Ralf Schmitz nicht pünktlich ist, der muss auf die Bühne - ob er will oder nicht. Doch Petra war nicht das einzige Opfer der rheinischen Frohnatur.

Denn ohne Hilfe der Zuschauer läuft kaum etwas in seinem neuen Programm „Schmitzophren”, mit dem der 34-Jährige gleich zweimal hintereinander die Alsdorfer Stadthalle füllte. Und so ist jeder Auftritt von Ralf Schmitz immer anders als der davor.

Im Gegensatz zum Vorgängerprogramm „Verschmitzt” hat sein neuester Solo-Streich kaum mehr einen roten Faden, der die einzelnen Etappen aus Stand-Up, Improvisation und Gesang zusammenhält. Einzig verbindendes Element ist Ralf Schmitz selbst. Der quasselnd ohne Punkt und Komma wie ein Derwisch über die Bühne rennt, und für einen Gag auch schon mal die Hosen runterlässt.

So ist er, der Ralf. Sieht aus wie ein ganz normaler Mann. Aber so ein Ralf macht komische Sachen, hüpft, rennt, macht Liegestützen und kann einen sensationellen Flick-Flak. Alle Facetten, die er so in sich trägt, kehrt er in seinem neuen Programm nach außen.

Fast alle Zuschauer persönlich kennen gelernt

Und schon in den ersten fünf Minuten hat er die meisten seiner Zuschauer persönlich kennengelernt. Wer ganz besonders angestrengt wegguckte, dem wurde gleich das Mikrofon vor den Mund gehalten, mit dem Schmitz - im Schlepptau den Kameramann - durch den Saal raste.

Und so musste natürlich auch Petra irgendwann auf die Bühne. Mit einer roten Tröte brachte sie Schmitz mächtig ins Schwitzen. Denn immer, wenn Petra einen Ton machte, wechselt Schmitz die Sprache von Deutsch in Tadschikisch und umgekehrt.

Der „kleine Mann”: Schmitz über Schmitz

Nur selten war der „kleine Mann” - Schmitz über Schmitz - alleine. Doch zeigte er dabei auch sein gesangliches Talent. Machte aus dem Heinz-Erhardt-Klassiker „Mein Mädchen” kurzerhand „Meine Alte”. Entlarvte obendrein einen gefährlichen Geheimbund: die „Illumi-Mutti”. „Jetzt bin ich 34 Jahre Sohn, habe aber immer noch nicht verstanden, wie meine Mutter tickt.”

Freddie Frinton hätte mit Sicherheit seine helle Freude gehabt, hätte er erleben können, was Ralf Schmitz aus seinem „Dinner for one” macht. So übernimmt Schmitz natürlich die Rolle des ständig stolpernden Butlers und die der illustren Gäste gleich mit.

Aber am Tisch sitzen Hans Moser, Heinz Rühmann, Heinz Erhardt und Rudi Carrell. Und Miss Sophie wird - wie sollte es bei Schmitz anders sein - wieder von einer „Freiwilligen” aus dem Publikum gespielt.

Bei solch clownesken Spielchen wird unentwegt gelacht und gefeixt. Das tut niemandem weh und macht eine Menge Spaß. Durch die Interaktion mit dem Publikum muss sich Schmitz stets auf unvorhersehbare Situationen einstellen. Das kann der hyperaktive Comedian wie kaum ein Zweiter: improvisieren und dauerquasseln. Denn: „Wer viel zu sagen hat, muss schneller reden.”
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