Würselen - Shakespeares „Was ihr wollt“ im Städtischen Gymnasium

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Shakespeares „Was ihr wollt“ im Städtischen Gymnasium

Von: ehg
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Starker Auftritt: Am Städtischen Gymnasium Würselen präsentierten Mädchen Shakespeares Komödie „Was ihr wollt“. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Verkehrte Welt! Zu Shakespeares Zeiten wurden Theaterstücke nur von Männern aufgeführt. Am Städtischen Gymnasium brachten nun Mädchen die Komödie „Was ihr wollt“ des englischen Dichterfürsten auf die Bühne in der Aula an der Klosterstraße. Nachdem sie gesehen hatten, „wie schlecht Männer Shakespeare spielen“.

Dabei entführte die „ein wenig chaotische Truppe“ nach Illyrien, auf ein wundersames Eiland von Musik und Liebe, an einen Ort der Irrungen und Verwirrungen, der Unschuld und der Erfahrungen. Dort, wo der junge Herzog Orsino (Luisa Mix) regiert, ist die schöne Viola, eine junge Adelige (Pia Dembinski), nach einem Schiffsunglück gestrandet.

Als junges Mädchen verliebt sie sich in ihn. Und um in seiner Nähe zu sein, verkleidet sie sich als Mann und tritt in seine Dienste ein. Das Verwirrspiel nimmt seinen Lauf, zumal sie die Identität ihres Zwillingsbruders Sebastian (Nina Bischhaus) annimmt, den sie in den Fluten des Meeres für ertrunken hält. Orsino ist jedoch in die bezaubernde Gräfin Olivia (Stephanie Mandrys) verliebt, die aber nicht an ihn interessiert ist.

Intrigenspiel nimmt seinen Lauf

Man konnte eine Stecknadel fallen hören, so sehr zogen die jungen Schauspielerin durch ihr gekonntes komödiantisches Spiel die Theaterbesucher in ihren Bann. Eine wahre Hommage an William Shakespeares, dem englischen 1564 in Stratford upon Avon geborenen und dort auch 1616 verstorbenen Meister der Komödie und der Tragödie! Von Verstaubheit keine Spur!

Im Stück beauftragt Orsino Sebastian/Viola, für ihn als Bote bei Olivia zu werben. Die Gräfin ihrerseits, ist von „Sebastians“ Schönheit und Eleganz angetan, dass sie sich in ihn verleibt. Als ob diese Verwirrung der Gefühle nicht reichen würde, mischen auch noch der trinkfreudige Sir Toby (Paula Holy), Olivias Onkel, sein dümmlicher Freund Sir Andrew (Nosayaba Omorogbe) und die listige Zofe Maria (Annika Knapp) tüchtig mit.

Sie machen dem arroganten Hofmeister Olivias, Malvolio (Johanna Müller), weis, dass sie in ihn verliebt sei. Welch ein Intrigenspiel, das da seinen fesselnden Verlauf nimmt. Wie sich die Verwicklungen entwirren werden, das konnten die Besucher kaum erahnen. Sie ließen sich ganz einfach überraschen und genossen, was ihnen voller Leidenschaft von der „ein wenig chaotischen Truppe“ in der Regie von Referendarin Isabelle Auer, der Theater-Regisseurin Jutta Kröhnert und Lehrer Shervin Azarvan geboten wurde.

Aber da sind ja auch noch der Pfarrer, ein Offizier Orsinos, der Kapitän und Antonio, ein Schmuggler, alle gespielt von Lena Helgers. Nicht zu vergessen Marvolio (Johanna Müller), Olivias Hofmeister, der Narr im Dienste der Gräfin (Vera Klauke), ein Soldat (Shirin Azarvan) und eine Leiche (Ehsan Habibi). Auch sie liefern nacheinander Kostproben des feinsinnigen „trockenen“ englischen Humors.

Zweieinhalb Stunden lang zog sich das turbulente „Was ihr wollt“- Durcheinander hin, das soziale und sexuelle Identitäten vertauscht. Fürwahr: Es säte jeden möglichen Zweifel an der logischen wie der gesellschaftlichen Ordnung, frei nach Shakespeare mit unverwechselbaren Bezügen zur Jetztzeit.

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