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Seniorinnen halten auf dem Parkett Körper und Seele fit

Von: Elisa Zander
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Mit offener Tanzhaltung und ganz viel Spaß bei der Sache: Seit 20 Jahren tanzen die Senioren in St. Katharina unter der Leitung von Maria Quade (5.v.r.). Gründungsmitglied Käthe Handels (sitzend), 87, ist die älteste Tänzerin in der Frauenrunde. Foto: Elisa Zander

Herzogenrath. „You are the dancing queen, young and sweet, only seventeen” schallt über den Flur. Durch die verschlossenen Türen sind dumpfe Stimmen auszumachen. Ein paar Schritte weiter - die Musik und das Stimmengewirr werden lauter - führt eine Tür in die Turnhalle des Alten- und Pflegeheims Haus Kohlscheid.

13 Damen stehen dort in der Mitte des Raumes, gekleidet in schwarze Hosen und weiße Blusen, und blicken irritiert auf. Sie seien noch mitten in der Probe, erklärt die Leiterin der Seniorentanzgruppe St. Katharina, Maria Quade. Zugucken dürfe man aber trotzdem - nur noch nicht ganz so genau hinsehen, falls sich kleine Fehler einschleichen. Schließlich sei die Aufführung erst in einer Stunde - und noch ist Generalprobe. Und muss da nicht - dem Aberglauben folgend - eh alles schiefgehen?

Dann legt Maria Quade eine andere CD in die Musikanlage. Irisch anmutende Volksklänge tönen aus den Lautsprechern. 14 Frauen gehören zur Tanzgruppe, Käthe Handels ist mit 87 die älteste von ihnen. Leider muss sie just an diesem Tag, an dem das 20-jährige Bestehen der Seniorentanzgruppe St. Katharina gefeiert wird, wegen eines Sturzes pausieren und auf den Zuschauerplätzen Platz nehmen.

Dort sitzen bereits Ida Schwan und Maria Leuchter. Auch sie waren schon zu Beginn in der Gruppe, heute kommen sie noch zum Zuschauen, das aktive Tanzen macht ihr Körper leider nicht mehr mit.

Auch Käthe Handels war schon vor 20 Jahren dabei, als Maria Quade mit der heute bereits verstorbenen Elfriede Klein die Seniorentanzgruppe gründete. „Ich habe schon immer gerne getanzt, und als einige Damen meine Begeisterung für das Hobby sahen, fragten sie, ob ich an so etwas Interesse hätte”, erinnert sich Maria Quade. Sie hatte. Und besuchte Grundkurse für Seniorentänze.

Noch heute fährt sie regelmäßig zu Weiterbildungen. Schließlich seien die Damen schier unersättlich und wollten immer neue Formationen erlernen, sagt sie. Zu Beginn gab es noch einfache Tänze, mittlerweile sind die Frauen anspruchsvoller geworden und üben auch schwierige Schrittfolgen ein. Blocktänze sind hier sehr beliebt, das heißt, es gibt eine feste Choreographie, aber es wird ohne Partner getanzt. Das ist bei Walzer, Foxtrott oder Tango natürlich anders.

„Aber wir haben keine geschlossene, sondern eine offene Tanzhaltung, das heißt, wir halten uns an den Händen”, erklärt Maria Quade. Einerseits, weil die korrekte Tanzhaltung anstrengend ist, andererseits tanzen ältere Menschen lieber so, erläutert die Tanzgruppenleiterin. „Maria hat viel mütterlichen Charme”, schwärmt Birgit Esser und lobt: „Sie ist die beste und geduldigste Lehrerin, die ich je hatte.”

Quade unterrichtet zwei weitere Seniorentanzgruppen - im evangelischen Gemeindezentrum Kohlscheid und in Niederbardenberg. Und wem eine Gruppe nicht genug ist, der tanzt eben, so wie Ingrid Zimmer, in zweien. „Es ist schön, den Zusammenhalt in der Gruppe zu sehen, auch wenn es manchmal kleine Streits gibt”, sagt Maria Quade. „Aber auch mir macht es viel Spaß. Denn wenn man nach einigen Proben eines schweren Tanzes das fertige Ergebnis sieht, sind alle sehr stolz auf sich.”

Alle zwei Wochen

14-tägig sind die Gruppentreffen. Für zwei Stunden wird dann getanzt, denn das hält „Körper, Geist und Seele fit”, sagt Käthe Handels. Sogar Ärzte empfehlen das Seniorentanzen Patienten, die nach einer Hüft- oder Knieoperation in Rehakliniken sind.

Gibt es dort häufig noch männliche Tanzpartner, fehlen diese in den Seniorentanzgruppen in Herzogenrath allerdings gänzlich. „Wir hatten mal einen Mann, aber der dachte wohl, das hier sei ein Kontakthof und ist nach dem ersten Treffen nicht mehr wiedergekommen”, erzählt Maria Quade. Die Frauen zwischen 62 und 87 Jahren tanzen einfach selber die Männerschritte. Mit roten Halsbändern wird gekennzeichnet, wer die männliche Position hat.

Im Café des Heimes stellt Maria Quade wieder die Musik an. Die Frauen begeben sich in Position. Zu irischen Klängen fassen sie sich an den Händen, gehen vor und zurück, drehen sich im Kreis, tanzen Wechselschritte. Ida Schwan, Maria Leuchter und Käthe Handels schauen begeistert zu.

Neue Teilnehmer sind immer willkommen

Wer Interesse hat, auch bei der Seniorengruppe mitzutanzen, kann sich bei Maria Quade, 02407/96780, melden. Für alle drei Tanzgruppen - St. Katharina, evangelisches Zentrum und Niederbardenberg - ist Nachwuchs erwünscht.

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