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Senioren-Invalidenverein Baesweiler feiert 50. Geburtstag

Von: Lars Odenkirchen
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Dem Bergbau verbunden geblieben: Kassierer Ernst Miller, Vorsitzender Willi Kandler und Schriftführerin Elke Schamberg freuen sich auf das Jubiläum des Invalidenvereins. Foto: Lars Odenkirchen

Baesweiler. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Heute wird der Invalidenverein sein großes Jubiläum feiern. Auch wenn man heute hauptsächlich Krankheit und Arbeitsunfähigkeit mit dem Wort „Invalide” assoziiert, war die Bedeutung bei der Gründung vor 50 Jahren noch eine andere.

„Invaliden nannte man ursprünglich Bergleute, die in Ruhestand sind”, erklärt der Vorsitzende Willi Kandler. Nicht von ungefähr kommt aber der heutige Gebrauch des Wortes: „Damals ging es darum, den Leuten einen schönen Lebensabend zu verschaffen. Sehr viele Bergleute hatten jedoch eine starke Staublunge, wenn sie in Ruhestand gingen.”

44 Gründungsmitglieder rund um Otto Steinemann waren es im Jahr 1959, die den Verein ins Leben riefen. Mittlerweile sind diese allesamt gestorben.

Den Wurzeln im Bergbau ist der Invalidenverein treu geblieben, allerdings hat er sich weiterentwickelt. In den 90er Jahren erfolgte die Umbenennung in „Senioren-Invalidenverein 1959 e.V. Baesweiler” - und damit auch die offizielle Öffnung für Mitglieder ohne Bergbauhintergrund, die es aber schon zuvor mehr und mehr gegeben hatte. Das Ende des Bergbaus hätte sonst über kurz oder lang schließlich auch das Ende des Vereins bedeutet.

Rund 620 Mitglieder

Davon ist man heute weit entfernt. Die stolze Zahl von 1002 Mitgliedern Ende der 60er Jahre wird zwar so schnell wohl nicht mehr erreicht werden, mit rund 620 Mitgliedern ist der Verein dennoch gut aufgestellt.

Einmal jährlich gibt es eine große Urlaubsfahrt, dazu mehrere Tagesausflüge mit festem Ziel und die überaus beliebte „Fahrt ins Blaue.”

Auch Grillfeste, Kaffeenachmittage und die aus der Bergbautradition stammende Barbarafeier sind fester Bestandteil des Jahreskalenders. „Außerdem ehren wir Jubilare, geben Geschenke zu den Geburtstagen und machen Krankenbesuche samt kleinem Präsent. Wenn ein Mitglied ins Altenheim kommt erlassen wir außerdem den Beitrag, besuchen sie oder ihn aber natürlich weiterhin”, betont Kassierer Ernst Miller. Am Ziel, füreinander den Lebensabend vernünftig zu gestalten, hat sich also nichts geändert.

Am Mittwoch stehen die großen Jubiläumsfeierlichkeiten an. Ein buntes Programm ist organisiert. Natürlich gibt es die bei einem 50-jährigen Jubiläum obligatorischen Dankesreden, Glückwünsche und Grußworte - doch dabei soll es nicht bleiben: Jürgen Beckers alias Jürgen B. Hausmann wird die Veranstaltung moderieren, während der Männergesangsverein Broicher Siedlung, die Birkesdorfer Buure Band und Leo Maaßen die musikalische Gestaltung übernehmen.

Für gute Unterhaltung wird außerdem Bauchredner Peter Kerscher sorgen. Als Schirmherr konnte Bürgermeister Willi Linkens gewonnen werden. Zahlreiche Mitglieder und Gastvereine werden in im PZ des Gymnasiums erwartet.

Amüsante Ausnahme

Noch nicht ganz klar ist, ob auch das jüngste Mitglied des Vereins mit dabei sein wird. Gerade mal sieben Jahre ist Luca alt, vom Berufsleben noch weit entfernt, geschweige denn vom Rentnerdasein.

Dennoch bestand der Junge, der von seinen Eltern häufig zu Veranstaltungen mitgenommen wurde, auf der Mitgliedschaft.

„Die Satzung spricht nicht dagegen, warum sollten wir ihn also nicht aufnehmen?”, meint der Vorsitzende Willi Kandler.

Auch von dieser amüsanten Ausnahme abgesehen sind viele im Verein für eine Seniorenvereinigung recht jung: Viele Mitglieder sind gerade Anfang 50.

Verändert hat sich allerdings die Geschlechterverteilung: Rund zwei Drittel Frauenanteil sind heute in der einstigen Männerdomäne zu finden.

Für die Zukunft sehen Kandler, Miller und die Schriftführerin Elke Schamberg jedenfalls nicht schwarz: „Viele unserer Angebote, etwa die Tagesfahrten, sind sehr beliebt, da brauchen wir oft mehrere Busse. Der Verein ist finanziell gesund, und auch wenn es momentan mehr Sterbefälle als Neuanmeldungen gibt, wird es den Verein bestimmt noch lange geben”, so Kandler.
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