Herzogenrath - Sekundarschule: Kein Modell für Kohlscheid

Sekundarschule: Kein Modell für Kohlscheid

Von: Beatrix Oprée
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Verschwindet die Hauptschule n
Verschwindet die Hauptschule nun oder nicht? Der Verfassungsrang ist zwar gestrichen, Rodas Verwaltungschef sieht die neue Sekundarschule als Lösung für Kohlscheid aber „nicht prioritär”. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Kann die Sekundarschule als kleinster gemeinsamer Nenner in der Schulpolitik von Rot-Grün und CDU auf Landesebene ein Leitbild sein für die Schullandschaft in der Rodastadt, wo besonders das fehlende Sekundarstufe-II-Angebot in Kohlscheid Sorge bereitet?

Bisher waren hier vor allem die Meinungen der neuen rot-grün-roten Mehrheit und der CDU aufeinandergeprallt. Mit Blick auf die Elternwünsche in Sachen Schulformen stellt CDU-Fraktionschef Reimund Billmann zunächst klar: „Theoretisch müsste man ein weiteres Gymnasium aufbauen.”

Und: „Wir brauchen an allen Schulformen mehr Lehrer, um dem Elternwillen nach kleineren Klassen gerecht zu werden.” Nicht zu vergessen: „Der Trend zur Ganztagsschule nimmt zu, zudem gibt es an jeder Schule zu wenig Platz - es kommt also ein ganzes Aufgabenbündel auf uns zu.” Den Schulkompromiss im Land kann Billmann „vollinhaltlich mittragen. Wenn man statt Gemeinschaftsschule (SPD) oder Verbundschule (CDU) nun Sekundarschule sagt, kann ich damit gut leben. Wir müssen sehen, dass wir auf diesem Weg einen Kompromiss auch in Herzogenrath schaffen”, sieht er nun mehr Chancen, mahnt aber zu Ruhe und Besonnenheit. „Das Konzept muss ja nicht schon 2012 umgesetzt werden”, hofft er auf einen Beschluss des Stadtrats „unter Einbeziehung des Elternwunschs”.

Systematisch neu ordnen

Froh, dass in der Landes-Schulpolitik „der Knoten geplatzt ist”, zeigt sich Grünen-Ratsherr Dr. Bernd Fasel. Auch wenn die Sekundarschule für Kohlscheid direkt keine Lösung sein könne, da sie die erwünschte Sekundarstufe II nicht umfasse. „Aber wir haben jetzt mehr Handlungsfreiheit, da der Verfassungsrang der Hauptschule gefallen ist. Mal sehen, ob die Herzogenrather CDU auch so viel Flexibilität aufbringt wie die Landes-CDU”, hofft er auf Gesprächsbereitschaft: „Eine Konsenslösung wäre wunderbar.”

Auch Fasel appelliert, nun ruhig und systematisch an die Neuordnung der Schullandschaft heranzugehen, „unter Mitwirkung aller Beteiligten”. Nun hofft er auf die Wege, die die Verwaltung nach dem Beschluss im Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur am Dienstag in Sachen Sekundarstufe II für Kohlscheid aufzeigt.

Der Verwaltungschef äußert zunächst ebenfalls Freude über den Schulkonsens, „weil er einerseits die Kompromissbereitschaft der beteiligten Fraktionen demonstriert, andererseits den Kommunen in NRW breiteren Handlungsspielraum einräumt, die Schullandschaft zukunftsfähig zu gestalten. Kommunen mit nur einer oder wenigen weiterführenden Schulen hatten bislang Schwierigkeiten, diese Aufgabe zu meistern angesichts der unterschiedlichen politischen Ambitionen und der einhergehenden drohenden geringen ,Halbwertzeit entsprechender Genehmigungen.”

Diese hätten nun Planungssicherheit über Legislaturperioden hinaus. Aber, so Christoph von den Driesch: „Diese Situation ist nicht mit der Herzogenraths vergleichbar.” So verweist auch der Bürgermeister auf die Elternbefragung, deren hohe Rücklaufquote Repräsentativität gewährleiste - in Richtung gymnasialer Oberstufe.

Deswegen und dem daraus resultierenden politischen Auftrag folgend, „muss ichfeststellen, dass die im Schulkonsens neu geschaffene Schulform Sekundarschule mangels gymnasialer Oberstufe bei der weiterenPrüfung nicht zu priorisieren wäre. Die weitere Diskussion in der nächsten Fachausschusssitzung bleibt aber abzuwarten.”

Baesweiler: Klare Regelungen abgewartet

Die Stadt Baesweiler begrüßt ausdrücklich den Schulkonsens auf Landesebene. Besonders die verfassungsrechtliche Verankerung eines vielfältigen öffentlichen Bildungssystems und Schulwesens sowie die Entscheidungskompetenz der Schulträger seien wichtige Eckpunkte.

Die Bestimmungen für die Sekundarschule seien abzuwarten. Dennoch werde die Stadt die Schulferien zu Gesprächen mit den Leitern der weiterführenden Schulen nutzen. Dann werde der Schulausschuss eingebunden. Baesweiler will ein vielfältiges Angebot erhalten und fördern: „Die besonderen Qualitäten von Real- und Hauptschule sollen erhalten werden.” Darüber hinaus muss das Angebot so attraktiv für Eltern und Kinder sein, dass eine Abwanderung - etwa zu Gesamtschulen - vermieden werde. Anders als bei der Gemeinschaftsschule ist bei der Sekundarschule keine Oberstufe vorgesehen. So würden bestehenden Oberstufen keine Schüler entzogen.

So habe es sich als richtig erwiesen, klare Regelungen abzuwarten, um über die Zukunft zu entscheiden.
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