Herzogenrath - Seit 50 Jahren unfallfrei hinterm Steuer

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Seit 50 Jahren unfallfrei hinterm Steuer

Von: Stefan Schaum
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Der Schutzengel fährt immer m
Der Schutzengel fährt immer mit: Der Glücksbringer am Rückspiegel begleitet Josef Scholly auf seinen täglichen Touren.

Herzogenrath. Dass Hamburgs Innensenator Michael Neumann (SPD) bei seiner Forderung nach verpflichtenden Gesundheits-Checks für ältere Autofahrer auch an einen wie ihn gedacht hat, schmeckt Josef Scholly ganz und gar nicht. „Das ist doch Blödsinn”, kommentiert der 68-Jährige den Vorstoß des Politikers.

Schließlich sei doch er, Josef Scholly, ein gutes Beispiel dafür, dass ältere Menschen im Straßenverkehr eben kein erhöhtes Risiko darstellen. Seit 50 Jahren sitzt der Merksteiner hinterm Steuer. „Und bis heute keinen Unfall gebaut! Toi, toi, toi.” Nicht auf einen einzigen Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei habe er es gebracht. Das sei doch mal was. „Einen Herzinfarkt”, sagt er, „kann beim Fahren auch ein 40-Jähriger bekommen!”

Er denkt gar nicht dran

Er denke gar nicht daran, künftig sein Auto stehen zu lassen und wittert gar „eine Freiheitsbeschneidung”, sollten solche Tests verpflichtend werden. Überhaupt sei solch eine Diskussion doch unnötig. „Mal heißt es, dass die unerfahrenen Jugendlichen die größte Risikogruppe darstellen, dann sind es wieder die Senioren. Wichtig ist doch, dass jeder möglichst besonnen fährt!”

Er tue das und hat es sich jüngst sogar attestieren lassen. Er hat nämlich das „Goldene Lorbeerblatt” bekommen, das die Deutsche Verkehrswacht verleiht. Wer seit 50 Jahren fährt und in Flensburg ein unbeschriebenes Blatt, darf sich mit dieser Urkunde schmücken. Warum er sich dafür beworben hat? „Weil mein Vater die schon hatte und weil ich ein Vorbild sein möchte.” Jüngst hat er seine Enkelin vom Beifahrersitz aus fahrfit gemacht. Der Opa hat die 17-Jährige auf dem Weg zum Führerschein unterstützt. Ob er denn zum Beifahrer tauge? „Mittlerweile schon”, sagt er und lacht. „Früher musste meine Frau sich einiges von mir anhören, wenn sie am Steuer saß. Ich bin halt ein vorsichtiger Fahrer.”

Bis heute ist er viel unterwegs. Ehrenamtlich engagiert er sich in den Selbstverwaltungsgremien der gesetzlichen Krankenkassen und als ehemaliger Prinz im Alsdorfer Karneval saust er während der Session beinahe täglich zwischen den Städten hin und her. „Wenn man beim Fahren ganz bei der Sache ist, dann passiert auch nichts”, sagt er. Wobei: einmal schon. Jedenfalls beinahe. Da ist er nämlich geblitzt worden mit Tempo 130 neben einer Baustellenspur auf der Autobahn. „Da waren nur 80 km/h erlaubt. Hätte mich fast für ein paar Monate den Führerschein gekostet.”

Wenn nicht im ersten Bußgeldschreiben nur von 200 D-Mark Strafe die Rede gewesen wäre. Die hat er gleich gezahlt. Und als dann ein zweites Schreiben mit der Ankündigung des Fahrverbots kam, hat er erfolgreich dagegen geklagt. „In Deutschland kann man schließlich für eine Sache nur einmal belangt werden!” Manchmal muss man seinem Fahrglück eben auch nachhelfen.
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