Schwur geleistet und die Statue geküsst

Von: fs
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Besiegelt: Feierlich nahmen die Schützen Jürgen Schmitz (r.) und Dr. Reiner Aghte (l.) das neue Mitglied Matthias Schillings in ihre Gemeinschaft auf. Foto: Wolfgang Sevenich

Herzogenrath. Diese Generalversammlung fand aus ganz besonderem Anlass statt: Ein Herzogenrather Bürger hatte sich um die Aufnahme in die St.-Sebastiani-Armbrustschützen-Gesellschaft anno 1250 Herzogenrath beworben. Die Entscheidung über die Aufnahme erfolgt traditionsgemäß durch die so genannte „Ballotage“, eine Wahl mit schwarzen und weißen Kugeln.

Dieses Verfahren wird nur noch von Deutschlands ältester Schützengesellschaft, eben den Herzogenrather St.-Sebastiani-Schützen vollzogen. Woher der Begriff „Ballotage“ kommt, ist nicht genau bekannt. Er taucht im 16. Jahrhundert erstmals in Frankreich auf. Daneben gibt es noch den Begriff „ballot“, eine angloamerikanische Bezeichnung für eine geheime Abstimmung, und schließlich das lateinische „ballota, was soviel wie „kleine Kugel“ bedeutet.

Wann das Ballotieren bei den Schützen eingeführt wurde, lässt sich kaum noch feststellen. Wie in dem Buch „Unsere Gesellschaft im Wandel der Zeit“ (Theo Kutsch, 1975) nachzulesen ist, stand in der Satzung der Schützen aus dem Jahre 1882, dass ein Mitglied nur durch Ballotage in die Gesellschaft aufgenommen werden könne. Möglich ist, dass diese Wahlhandlung in der Zeit übernommen wurde, als im Land von Rode die Franzosen herrschten, von 1792 bis 1815.

Bevor jetzt mit der Ballotage begonnen wurde, gab der 1. Schützenmeister Jürgen Schmitz den Namen des Bewerbers bekannt: Matthias Schillings. Anschließend erläuterte er die Regularien: Für die Ballotage erhält jeder Schütze eine weiße und eine schwarze Kugel, die weiße Kugel steht für „Ja, ich bin mit der Aufnahme einverstanden“, die schwarze für „Nein“. Zur Wahl wurden die Schützen einzeln aufgerufen und legen die Kugeln in die so genannten Ballotagekästen.

Mit positivem Ausgang: Nachdem der Bewerber eingetroffen war, erfolgte seine feierliche Aufnahme, bei der der neue Schütze feierlich den Schützeneid ableistete und die aus dem Jahr 1630 stammende Statue des heiligen Sebastianus küsste. Anschließend erhielt Schillings die Satzung und das Schützenabzeichen. Zum Abschluss der Aufnahme sangen alle traditionsgemäß das Schützenlied.

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