Schulweg „nicht besonders gefährlich”: Eltern sind weiter besorgt

Von: Elisa Zander
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Engstelle: Dieser Bereich auf
Engstelle: Dieser Bereich auf dem Schulweg in Bank wird von den Eltern besonders kritisiert. Foto: Elisa Zander

Herzogenrath. Viel befahrene Straßen, keine Bürgersteige, fragwürdige Unterführung - die Argumente der Eltern von Grundschülern in Bank reihen sich wie Perlen aneinander, wenn sie an den derzeitigen Schulweg zur Grundschule Kohlscheid-Mitte denken. Zu viele Unsicherheiten sind es ihrer Meinung nach, zu viel Gefahrenpotenzial, dem die Kinder ausgesetzt sind.

Eine Schülerfahrkarte könnte Abhilfe schaffen, doch die wird seit Beginn des laufenden Schuljahres nicht mehr anteilig von der Stadt Herzogenrath übernommen. Grund ist die herabgestufte Kategorie des Schulwegs durch die Polizei, die die zurückzulegende Strecke als „nicht besonders gefährlich” eingestuft hatte, aufgrund der durch die am Bahnhof Kohlscheid neu entstandenen Unterführung.

Eine zweite Begehung durch die Polizei war angesetzt worden, nachdem diese den anberaumten Termin nicht wahrgenommen hatte, da es sich um einen öffentlichen und keinen behördlichen Termin handelte. Doch auch die zweite Begehung vor Ort ließ sie zu keiner anderen Einschätzung kommen.

„Der Schulweg ist nicht gefährlicher als irgendein anderer auch”, sagt Polizeisprecher Paul Kemen. Dies ergäben die zusammengefassten Faktoren der Begehung vor Ort - mit geprüften Lichtverhältnissen und der Verkehrsmessung. Auf die von Eltern befürchtete Drogenproblematik „gibt es vor Ort keine Hinweise”, so Kemen. Doch er erklärt auch: „Wir haben ein Anhörungsrecht und geben eine Empfehlung. Wir sind aber nicht der Entscheidungsträger, das macht in diesem Fall die Stadt.”

Achim Engbrocks ist Vater eines Jungen, der die vierte Klasse besagter Grundschule besucht. „Die Verkehrssituation in Bank ist unzureichend”, sagt der Vater. „Es geht nicht um einen isolierten Aspekt, sondern insgesamt um einen sehr schwierigen Schulweg.”

Ausschuss berät erneut

Zwar kommt das Thema nun noch in den Bau- und Verkehrsausschuss, „vielleicht werden da noch Aspekte besprochen, die wir bislang noch nicht bedacht haben”, sagt die Erste Beigeordnete Birgit Froese-Kindermann. Zeitgleich erhalten die Eltern aber Ablehnungsbescheide bezüglich ihres gestellten Antrags auf Erteilung einer Schülerfahrkarte mit Kostenübernahme. Mit diesem Bescheid bliebe den betroffenen Eltern noch der Weg der Verwaltungsklage. „Wir wollen beide Möglichkeiten zeitgleich laufen lassen, damit wir schnell zu einem Ergebnis kommen”, erklärt Birgit Froese-Kindermann.

Eine Verwaltungsklage ist unterdessen nicht gänzlich aussichtslos. Ein Urteil des Verwaltungsgerichts Regensburg aus dem vergangenen Jahr lässt bei den Eltern Hoffnung aufkommen. Ein solches Verfahren sei „zwar langwierig”, so Engbrocks. „Aber es geht nicht mehr nur um unser Kind, sondern um alle Grundschüler aus Bank. Auch die ganzen Eltern in den Kindergärten wissen wenig oder gar nichts über diese Entwicklung.”
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