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Schulneubau: Einmalige Gelegenheit jetzt tatsächlich nutzen

Von: Anja Klingbeil
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Wo sich einst alles um die Kohle drehte, soll bald junges Leben herrschen: Hinter den Mauern der Kraftzentrale sind die Gymnasial-Verwaltung und zwei Mensen geplant. Foto: Anja Klingbeil

Alsdorf. Es war ein mehr als eindringlicher Appell, den Dieter Leujene, CDU-Fraktionsvorsitzender, an die Vertreter der kleineren Parteien richtete: „Lassen Sie diese einmalige Gelegenheit, diesen Glücksfall, nicht verstreichen. So eine gute Ausgangsposition hatten wir bei keiner anderen Variante bisher.”

Denn nicht nur, dass es eine Zusage aus dem Städtebauministerium NRW von Minister Oliver Wittke persönliche gäbe bei einem Neubau von Realschule und Gymnasium einen zweistelligen Millionenbetrag Fördergelder zu bekommen: „Uns werden mehrere helfende Hände gereicht: Sowohl die Kommunalaufsichten als auch die Schulkonferenzen wollen uns unterstützen”, erklärte Leujene.

„Der Kniefall des Dieter Lejeune”, wie es Dietmar Brühl (FWA) nannte, läutete im Rat der Stadt Alsdorf die nächste Diskussionsrunde in Sachen Schullandschaft ein.

Nachdem mit Schreiben vom 18. Dezember 2008 die Bezirksregierung der Stadt Alsdorf mitteilte, dass eine Förderung der Sanierung von Gymnasium und Realschule in Ofden ausgeschlossen sei, weil selbst die Standards der Energie- und Einsparverordnung 2007 (Enev 2007) nicht erreicht werden, hatten die Fraktionen von SPD und CDU Gespräche mit dem Städtebauministerium, unterstützt von Ministerialdirigent Hans-Dieter Collinet, geführt.

Das Ergebnis wurde mit einem Eilantrag in den Hauptausschuss eingebracht. Ein Neubau der beiden Schulen in und um die Kraftzentrale auf dem Anna-Gelände - unter Berücksichtigung der avisierten Landesförderung - sei wirtschaftlich günstiger als die Modernisierung der Altstandorte in Ofden.

Überrumpelt und übergangen fühlten sich die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, FWA und FDP. Und auch mit dem Beschlussvorschlag, wie er auf der Tagesordnung des Rates stand, konnte sich der Grünen-Fraktionsvorsitzende nicht anfreunden: „Natürlich soll man helfenden Händen entgegengehen, aber die Basis, auf der wir beschließen sollen, ist dünn, dünner, am dünnsten. Auch der Minister kann keinen Blankoscheck für die Förderung unterschreiben.”

Konkrete Pläne für den Neubau gäbe es noch nicht, „grundsätzlich müsste zuerst der Raumbedarf der Schulen ermittelt werden”, forderte Heidenreich, der zuvor mit einem Antrag auf Absetzung des Tagesordnungspunkts gescheitert war. „Und schon heute sind die 12 Millionen Euro teurer als die Modernisierung”, plädierte er weiter dafür, den Standort Ofden zu erhalten.

„Jedesmal, wenn wir geglaubt haben, wir hätten eine Lösung, mussten wir feststellen, dass diese nicht machbar war. Da verstehe ich nicht, dass Sie diese Chance nicht nutzen wollen, die sich uns nun bietet”, appellierte auch Heinrich Plum (SPD) in Richtung Heidenreich. „Wir sind es unseren Kindern schuldig, diesen Beschluss zu fassen. Wir könnten Ihnen die Kohle quasi heute Abend auf den Tisch legen, Sie sind unbelehrbar”, forderte Bernd Mortimer (CDU), endlich einen Beschluss herbeizuführen.

Den gab es nach hitziger Debatte denn auch. Da dieser Beschluss nur unter dem Vorbehalt gültig ist, dass die zugesagten Fördergelder fließen und der Nachweis der Wirtschaftlichkeit erbracht wird, konnten sich auch FWA und FDP für die die Neubauvariante erwärmen. Die Grünen blieben bei ihrer Ablehnung.
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