Würselen - Schulneubau an der Krottstraße: Bürgerinitiative befürchtet Ausbootung

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Schulneubau an der Krottstraße: Bürgerinitiative befürchtet Ausbootung

Von: Beatrix Oprée
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Baucontainer, Steinhaufen: Elfriede und Hans Peter Drabent sowie Klaus Köhler warten auf die Veröffentlichung des Bebauungsplans. Foto: Oprée

Würselen. Rund 10.000 Euro haben sie eigenen Angaben nach bereits investiert in ihren Protest gegen ein Großbauprojekt, das sie am geplanten Standort für untragbar halten: Klaus Köhler sowie Elfriede und Hans Peter Drabent, Anlieger der Krottstraße.

An deren Zufahrt, unmittelbar vor der Sporthalle, kündigt seit Karneval ein Schild an, was dort entstehen soll – die neue Gesamtschule für fast 900 Schüler und 100 Lehrer. Dagegen wollen die Drei klagen. Doch das können sie nicht, es fehlt die rechtliche Grundlage: Obwohl die Baustelle bereits eingerichtet und erste Baumfällungen sowie Bodenarbeiten vorgenommen wurden, ist der Bebauungsplan bislang nicht veröffentlicht, somit noch nicht in Kraft getreten. Auch eine Baugenehmigung liegt noch nicht vor. „Man muss sich das vorstellen“, sagt Köhler: „Da ist ein millionenschwerer Auftrag erteilt worden – ohne Baurecht!“

Die Beschwerdeführer mutmaßen, dass sie ausgebootet werden sollen: „Wir wollen die Unrechtmäßigkeit des Bauplanungsverfahrens nach 13a – vereinfachtes Aufstellungsverfahren – nachweisen, da bisher keine Anliegen der Bürger berücksichtigt worden sind.“ Ein Normenkontrollverfahren wollen sie deswegen vor dem Oberverwaltungsgericht Münster anstrengen, doch dazu bedarf es eben eines rechtskräftigen Bebauungsplans.

„Unsere Einwände sind ins Baugenehmigungsverfahren verschoben worden“, sagt Köhler. „Das aber entzieht sich unserer Kontrolle, da es sich ja um ein Verfahren zwischen Bauherr und Stadt Würselen handelt.“ So befürchten die Anlieger, dass die Stadt die Veröffentlichung des Bebauungsplans hinauszögert, „um Zeit zu schinden und so viel Baufortschritt zu erreichen, dass dies als Argument dient, um zu sagen ,Jetzt können wir nicht mehr zurück‘“, so Köhler: „Das ist mir wirklich eine große Sorge.“

Ebenso, dass die Baugenehmigung möglicherweise vor der B-Plan-Veröffentlichung erfolgt. Was die Bürger zunächst zu einer Klage gegen die Baugenehmigung vor dem Verwaltungsgericht Aachen zwingen würde. Die zunächst keine aufschiebende Wirkung hätte. „Und die“, so Köhler, „den Standort gar nicht mehr in Frage stellt.“ Eine Normenkontrollklage indes würde alle Aspekte, inklusive Verkehrssituation und Umwelt, betrachten.

Die Gründe für den hartnäckigen Einspruch der Anwohner, der bereits Mitte 2016, garniert mit über 200 Unterschriften, an Bürgermeister Arno Nelles (SPD) übermittelt worden sei, sind mannigfaltig. Die Hauptargumente: Das Grundstück sei für den konzipierten Schulkomplex zu klein. „Es gibt günstigere Orte“, sagt Köhler und wiederholt den Verdacht, dass der einstige Kostenvergleich in Bezug auf eine Sanierung des Schulkomplexes Tittelsstraße zugunsten des Neubaus schöngerechnet worden sei.

Zudem befürchten die Anwohner, dass die jetzt schon unübersichtliche Einmündungssituation Krott-, Friedrich- und Wilhelmstraße sowie Willy-Brandt-Ring unter dem Schulanliegerverkehr kollabiere. Die Abfahrt Friedrichstraße, so Hans Peter Drabent, „ist ein zentraler Verkehrsknoten für Würselen.“ Vor rund 30 Jahren, so erinnert sich der ehemalige CDU-Stadtverordnete, sei wegen der Verkehrsbelastung an just dieser Stelle ein Wohnbauvorhaben gekippt worden. Drabent: „Wir brauchen ein Verkehrskonzept – für ganz Würselen.“

Auch Altlasten und die problematische Entwässerung seien damals Thema gewesen, zu Letzterem habe man bis jetzt kein Gutachten gesehen. Überhaupt vermissen die Bürger Transparenz. Zwar habe der Bürgermeister versprochen, „dass er uns einbindet“, doch bis heute sei das nicht geschehen, sagt Köhler. Im Gegenteil, wie Elfriede Drabent ergänzt: „Trotz mehrfacher Bitten, haben wir gewünschte Infos nicht bekommen.“ Auch ein UWG-Ratsvertreter habe zweimal vergeblich um Akteneinsicht gebeten. Für die Drei völlig unverständlich: „Wieso baut Würselen ein Vorzeigeprojekt und zeigt es den Bürgern nicht?“

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