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Schullandschaft: Die Optionen offenhalten

Von: Daniel Gerhards
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Informationen zur Schullandsch
Informationen zur Schullandschaft in Baesweiler: Renate Westermann, Didaktische Leiterin der Gesamtschule Langerwehe, klärt über die Sekundarschule auf. Foto: Daniel Gerhards

Baesweiler. Es herrscht Schulfrieden in NRW. Ein Resultat der politischen Verhandlungen war unter anderem die Einführung einer neuen Schulform: Die Sekundarschule.

In Baesweiler informierte die Stadtverwaltung nun in der Settericher Realschule über die Möglichkeiten, die sich daraus auch in Baesweiler ergeben. Zwar blieben einige Stühle in der Aula der Schule frei, doch das Interesse der Eltern war durchaus rege.

Derzeit gibt es in Baesweiler drei weiterführende Schulen - eine Hauptschule, eine Realschule und ein Gymnasium. Trotzdem pendeln im aktuellen Schuljahr mehr als 80 Kinder und Jugendliche aus dem Stadtgebiet in umliegende Städte aus, um dort eine Schule zu besuchen. Nicht mal halb so viele aus anderen Städten besuchen Baesweiler Schulen. Das ist der Verwaltung ebenso wie den Schulpolitikern ein Dorn im Auge. „Es gefällt uns nicht, dass eine große Zahl junger Leute aus Baesweiler außerhalb unserer Stadt eine Schule besucht”, sagte Bürgermeister Dr. Willi Linkens.

Vorwiegend weichen die Schüler auf Gesamtschulen - etwa in Alsdorf oder Übach-Palenberg - aus. Theoretisch wäre es denkbar, dass Baesweiler eine Gesamtschule eröffnet. Doch das gefährde nach Aussage der Bezirksregierung den Gesamtschulstandort Übach-Palenberg, erklärte Linkens.

Dennoch: Ziel des Schulträgers ist es, in Baesweiler eine Schullandschaft zu schaffen, „die allen gerecht wird”, betonte Schulamtsleiter Wolfgang Ohler.

Eine neue Option ist die Schaffung einer Sekundarschule. Darin könnten die bestehende Hauptschule Goetheschule und die Realschule zusammengefasst werden. Kooperieren könnte die Sekundarschule mit dem Baesweiler Gymnasium, damit die leistungsstarken Kinder problemlos bis zum Abitur gelangen. In solchen Sekundarschulen sind mehrere Unterrichtsformen möglich (integriert, teilintegriert und kooperativ).

„Die Gesamtschulen und die meisten bereits gegründeten Sekundarschulen verfahren nach dem integrierten Konzept”, sagte Referentin Regina Westermann, Didaktische Leiterin der Gesamtschule Langerwehe, bei der Elterninformationsveranstaltung. In diesem Konzept bleiben die Schüler im Klassenverband zusammen. Eine Differenzierung erfolgt über schwierige, beziehungsweise leichtere Kurse, etwa in Mathematik, Deutsch oder den Naturwissenschaften. „Man muss dazu sagen, dass die Sekundarschule noch im Aufbau begriffen ist. Lehrpläne liegen noch nicht in Gänze vor”, sagte Westermann. Daher gelten für die meisten Sekundarschulen derzeit die Lehrpläne und Versetzungsregeln der Gesamtschule.

Zwingend notwendig ist eine Sekundarschule in Baesweiler derzeit noch nicht. Schließlich kann die Hauptschule auch ohne eine Zusammenlegung mit der Realschule weitergeführt werden. Dafür benötigt man mindestens 18 Schüler pro Jahrgang. „Die Prognosen zeigen, dass die Hauptschule auch in den kommenden Jahren erhalten werden kann”, sagte Ohler. Indes: Die Schülerzahlen an der Hauptschule gehen im Allgemeinen zurück. Allerdings melden sich an der Goetheschule vermehrt Schüler an, „die ein bisschen mehr Hilfe brauchen”, verdeutlichte Schulleiter Rainer Lax. Die Kinder und Jugendlichen kämen in großen Gruppen schlecht zurecht und fühlten sich in den kleinen Klassen (um die 18 Schüler) an der Goetheschule gut aufgehoben.

So bleibt die Frage, ob alles beim Alten bleibt, oder die Sekundarschule doch kommt. „Es gibt in keiner Weise eine Festlegung, wie wir die Schullandschaft in Baesweiler gestalten wollen”, sagte Linkens dazu. Und es gebe auch keine Tendenzen in irgendeine Richtung - nicht im Stadtrat, nicht in der Verwaltung. Vor einer Entscheidung sei es unabdingbar, in jedem Fall die Eltern zu befragen.
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