Herzogenrath - Schon früh im Sinne der Völkerfreundschaft

Schon früh im Sinne der Völkerfreundschaft

Von: fs
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Bereiten sich auf die Feiern v
Bereiten sich auf die Feiern vor: Trommler- und Pfeiferkorps Herzogenrath und der Festausschuss zum 100-jährigen am Fuße von Burg Rode. Foto: Wolfgang Sevenich

Herzogenrath. Eine wechselvolle Geschichte - und nun gibt es Grund zum Feiern: Am 18. September vor 100 Jahren unterschrieben Anton Küppers, der Vorsitzende, Gregor Horbach, der Schriftführer und Josef Horbach, der Kassierer, die von der Versammlung beschlossenen Satzungen und gründeten somit das „Trommler- und Pfeiferkorps 1912” Herzogenrath.

Das Protokoll darüber reichten sie zwecks Genehmigung bei der Polizeiverwaltung von Herzogenrath ein. Bis Ende Oktober 1912 benötigte damals die Verwaltung, um die Statuten zu prüfen und zu unterschreiben. Bis heute ist das Dokument im Archiv des Trommler- und Pfeiferkorps erhalten, mit der Unterschrift von Bürgermeister Aretz. Am 1. August 1914 war Mobilmachung, und schon am 2. August mussten sich die meisten Mitglieder des Korps in Aachen „stellen”. Sechs starben auf dem damals so genannten „Felde der Ehre”. Mit elf Heimkehrern wurde im Sommer 1919 ein neuer Anfang gemacht. Den Vorsitz übernahm Anton Küppers, Korpsführer war Leonhard Rehfisch. Der Vereinsvorstand und der damalige Oberbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr, der Apotheker Franz Keller, schlossen eine „Personalunion” ab. Das ganze Trommlerkorps wurde in Feuerwehruniformen gesteckt und als Mitglieder in die Wehr integriert.

Zum zehnjährigen Bestehen war die Schellenbaumweihe; Oberbrandmeister Keller wurde „Ehrenvorsitzender”, Martin Breuer „Ehrenkorpsführer” und Wilhelm Wiericks Ehrenmitglied. Die dunkelgrünen Uniformröcke, die der Gemeinschaft den Beinamen „Grünes Korps” gaben, wurden 1925 angeschafft. Hubert Cremer war inzwischen Korpsführer, bis 1936 war Josef Horbach Vorsitzender. Der folgende 2. Weltkrieg und die Evakuierung brachten auch dem Trommlerkorps vernichtende Schläge. Uniformen, Instrumente, Schellenbaum und das gesamte Vereinsinventar gingen verloren. Von einem spielstarken Korps blieb nur noch die Erinnerung an eine glückliche Zeit. Wie schwer die Verluste waren, bezeugt die Tatsache, dass sich nach dem Krieg nur noch vier aktive Spieler einfanden. Erst nachdem die wirtschaftliche Lage sich gebessert hatte, konnte der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden.

Viele Preise gewonnen

Die Spielleute musizieren bei Goldhochzeiten und bei besonderen Gelegenheiten und tragen mit ihrem Spiel zur Erbauung der Menschen bei. An ungezählten Wettbewerben hat das Trommler- und Pfeiferkorps in all den Jahren im In- und Ausland teilgenommen. Kaum jemand kann noch die Preise zählen, die dabei im Solisten- und Bühnenwettstreit gewonnen wurden.

Auch zur Völkerverständigung hat das Korps viel geleistet. Es war einer der ersten Vereine, die nach dem 2. Weltkrieg freundschaftliche Bande über die Grenze nach Holland knüpfte. Das waren großartige Akzente, die dem Korps viele Freunde gebracht hat. Das 40-jährige Bestehen wurde in großer Form aufgezogen, mit einem Festzug durch die Stadt. Neben den Erfolgen blieben dem Korps aber auch Rückschläge nicht erspart, besonders durch das Ausscheiden einiger guter Spielleute. Deshalb wurde auf die Ausbildung des Nachwuchses besonderer Wert gelegt. Am 18. April 1953 wurde der neue Schellenbaum geweiht. Ein prachtvolles Jubelfest zum 50-Jährigen feierte das Korps am 3. Juni 1962. Ehrenvorsitzender Ferdinand Bernhard Schmetz stiftete die notwendigen neuen Uniformen. Protektor des Festes war Bürgermeister Franz Werry, die Festansprache hielt Stadtamtmann Werner Müller.

Einen neuen Schellenbaum erhielt das Korps 1984. Die Segnung nahm Pastor Peter Reuters vor. Pate standen Ehrenvorsitzende Annelies Schmetz und Ehrenkorpsführer Fritz Sevenich. Tragen werden den Schellenbaum Bernhard Flamm, Peter Simons oder Klaus Nagel. Das Korps entwickelte sich zum angesehen Spielmannszug im In- und Ausland.

Ausstellung in Sparkasse ist der Auftakt

Unter Leitung des Vorsitzenden Lothar Thevis wird das 100-jährige Bestehen gebührend gefeiert.

Vorsitzender des Festausschusses ist der stellvertretende Bürgermeister Dr. Manfred Fleckenstein, die Schirmherrschaft hat Bürgermeister Christoph von den Driesch.

Auftakt des Jubiläums ist eine Ausstellung am Donnerstag, 23. August, in der Sparkasse in Herzogenrath unter dem Titel „100 Jahre Trommler- und Pfeiferkorps 1912 Herzogenrath”, die Feierlichkeiten werden am 1. und 2. September beginnen.

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