Schmusen statt Schimpfen beim Aschermittwoch der CDA

Von: Thomas Vogel
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Wenig Polemik, viel Familie: Das große Thema in der Rede von CDA-Vorsitzendem Roland Krichel war die Politik für Väter, Mütter und Kinder in Alsdorf. Foto: Vogel

Alsdorf. Den Gegner mit polemischen Spitzen attackieren - darum geht es beim politischen Aschermittwoch. So zumindest wird es medial von den großen Veranstaltungen dieser Art übertragen. Der CDA-Stadtverband Alsdorf hielt es da ein wenig anders, wie Roland Krichel, der Vorsitzende, bewies.

Die Familienpolitik rückte er in den Fokus seiner Rede. Die Familie als Rückgrat der Gesellschaft, der gar nicht genug Bedeutung beigemessen werden könne und der aus diesem Grunde auch erhöhte politische Aufmerksamkeit gebühre - das war die Botschaft, die Krichel seinem Publikum in den Seminarräumen der Stadthalle ans Herz legte. Das hört sich zunächst einmal nach politischer Phrasendrescherei an.

Der Vorsitzende des Stadtverbandes aber ließ Konkretes folgen: von umfassenden Projekten der Alsdorfer Christdemokraten wie „ABBBA” (Alsdorfer Bildungs-, Beratungs- und Begleitungsangebot), zu dem man derzeit auf den Bewilligungsbescheid des Landes warte, bis hin zu den kleinen, für die Eltern und Kinder in den Stadtteilen aber wichtigen Maßnahmen, mache die CDU sich stark. „Wir bemühen uns zum Beispiel um eine neue Beleuchtung in der Europahauptschule und darum, dass der Schulweg in Warden für die Kinder sicherer wird”, gab Krichel an. Positive Worte fand er für das Jugendamt der Stadt, das hervorragende Arbeit bei der Begleitung junger Familien und ihrer Kinder von Geburt an leiste.

Die CDU wünsche sich, so sagte Krichel, dass auch die übrige Verwaltung in diesem Sinne kontinuierlich weiter zu einem Dienstleistungszentrum für die Einwohner Alsdorfs ausgebaut werde.

Die Gemeinschaft stärken

Der Sinn der Veranstaltung liegt nach Ansicht der Partei vor allem darin, den Zusammenhalt der Gemeinschaft zu stärken. Dabei gehe es nicht nur um die Mitglieder der CDA, sondern auch um die Bürger und Vereine.

Die Christdemokraten selbst mussten sich in jüngster Vergangenheit mit Widrigkeiten auseinandersetzen. „Aus Elf wurden Sechs, fünf Herren haben die CDA verlassen”, berichtete Fraktionsvorsitzender Franz Brandt. Man habe mit der Situation zu kämpfen gehabt, das aber sei nun Geschichte, sagte Brandt weiter. Die Zusammenarbeit der verbliebenen Fraktionsmitglieder funktioniere heute besser denn je.

Auch zum heißen Eisen Schulschließung bezog er Stellung. Von Grundschulschließungen müsse in den Siedlungen abgesehen werden. Hier gelte der Grundsatz: kleine Menschen, kleine Wege. Bei den Hauptschulen stelle sich die Situation etwas anders dar. Der demographische Wandel zwinge zum Handeln. Wo zu wenig Schüler sind, könne keine dreizügige Schule bestehen bleiben. Eine Zusammenlegung wäre deshalb eine Option.

Völlig unpolitisch hielt „der Lange” Alfred Wings seinen Gastauftritt. Der bekannte Eschweiler Büttenredner, unter anderem Mitglied der KG Narrengarde Dürwiß, belustigte an Aschermittwoch den Saal mit Geschichtchen in Reimform.

Aber auch Fans politischer Polemik mussten nicht völlig auf spitze Bemerkungen verzichten. Der stellvertretende CDU-Stadtverbandsvorsitzende Dieter Lothmann sorgte für lächende Gesichter, als er über das Verschwinden von „Onkel Gustl” sinnierte und feststellte, dass zumindest die wehenden SPD-Flaggen vor dem Rathaus als Erfolg für den politischen Gegner zu werten seien. Mit Blick auf die ABU bemerkte er: „Der Selbsterhaltungstrieb einiger scheint keine Grenzen zu kennen. Klappt es in der einen Partei nicht mehr, wird einfach eine neue gegründet.”

Alsdorfs Grüne wurden übrigens weitgehend verschont. Dies mag zum einen daran liegen, dass sie viele Projekte partnerschaftlich mit der CDU vorantreiben. Aber auch die Anwesenheit von Ratsfrau Beatrix Schongen, die als Gast begrüßt wurde, könnte eine Rolle gespielt haben.
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